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Alles ohne Google: Alternativen für Karten, Übersetzer, Smartphone und Wearables.

03.07.2015 | 18:09 Uhr |

Die besten Google-Alternativen für die Alltagsaufgaben am PC, also für Websuche, Browser, Office, Cloud-Speicher und E-Mail, haben wir Ihnen bereits ausführlich vorgestellt. Doch für viele anderen Dienste und Anwendungen muss man nicht immer auf die des Suchmaschinenkonzerns zurückgreifen.

Der Markt für Musik hat sich in kurzer Zeit völlig verändert, vom Kauf zum unbegrenzten Streamen gegen monatliche Gebühr: Spotify steht da schon als Synonym. Davon wollen auch Apple, Amazon und Google profitieren. Neben großzügigem Cloud-Speicher ermöglichen sie es, gekaufte und über Scan und Match erkannte MP3-Dateien von der eigenen Festplatte ohne vorheriges langwieriges Hochladen aus der Cloud zu hören. 50.000 Songs mit einer Bitrate von 192 KBit/s belegen immerhin rund 300 GByte Speicherplatz, das Hochladen würde per DSL fast einen Monat dauern.

Nun lässt sich über das Tracking-Potential beim Musikhören durch Google und Co streiten. Wer sich speziell von Google lossagen möchte, kann die Cloud-Musikdienste von Amazon oder Apple gegen eine Jahresgebührt von knapp 25 Euro nutzen. Oder man nutzt die mehr als 20 GByte Gratis-Speicher bei Dropbox, lädt die Musik hoch und hört mit einer der vielen Player-Apps.

Mehr als 20 GByte Speicherplatz gibt es bei Dropbox kostenlos, der sich auch zum Musikhören unterwegs mit dem Smartphone nutzen lässt.
Vergrößern Mehr als 20 GByte Speicherplatz gibt es bei Dropbox kostenlos, der sich auch zum Musikhören unterwegs mit dem Smartphone nutzen lässt.

Gekaufte Musik kann man auch unterwegs auch über Owncloud von der Netzwerkfestplatte oder vom PC hören, wenngleich die Player in den Mobil-Apps nicht sonderlich komfortabel sind. Abschließend darf die Frage erlaubt sein, ob der Gerätespeicher als Musikquelle nicht genügt! Gewiss, man hat dann keine 20 oder 30 Millionen Songs zur Auswahl, immerhin passen auf eine 32 GByte-Karte für knapp 20 Euro bei einer Bitrate von 128 KBit/s fast 10.000 Lieder – ganz ohne Belastung des mobilen Datenvolumens beim Hören.

So installieren und nutzen Sie Owncloud auf der NAS.

Weniger gut sieht es bei Alternativen zur Videoplattform YouTube aus, viele Inhalte gibt es ausschließlich auf Google-Portal. Wer nicht getrackt werden möchte, verzichtet auf das Einloggen und verwendet zusätzlich einen VPN-Dienst wie PC-WELT Anonym Surfen VPN . Bei Videos ist das kostenfreie Übertragungsvolumen von häufig 500 MByte allerdings schnell verbraucht, danach fallen weitere Kosten an.

Kommerzielle Filme und Serien bieten die Online-Videotheken. Amazon Instant Video, Maxdome, Netflix und Co kosten zwischen rund vier und zwölf Euro pro Monat, wie unser ausführliche Vergleich der sechs wichtigsten Anbieter zeigt.

Besser als Google: Karten, Routenplaner und Navigation auf PC und Smartphone

Die verbreitete Nutzung von Google Maps ist ein Phänomen. Einerseits funktionieren Kartendienst und Navigation inklusive der Verkehrslage in Echtzeit gut, andererseits können andere Dienste vieles besser, darunter die Offline-Nutzung auf dem Mobilgerät.

Geheime Orte auf Google Maps enthüllt

Zunächst zu PC und Notebook bzw. zum Browser: Bing Maps heißt das Karten-Pendant von Microsoft. Mit Stauanzeige, Luftbild und dem Routenplaner hat Bing Maps alles von Google Maps, im Detail hinkt Microsoft aber doch hinterher. Besser sind die Here Maps von Nokia und Tomtom Live Traffic . Beide Dienste zeigen, wo und in welcher Richtung der Verkehr stockt. In der Praxis allerdings berücksichtigt Nokia (wie Microsoft) abseits der Autobahnen in den Großstädten bei weitem nicht alle Staufallen, hier ist Tomtom deutlich zuverlässiger.

München während des Berufsverkehrs am Morgen: Viele Online-Routenplaner berücksichtigen Echtzeit-Verkehrsdaten und zeigen Staus inklusive der Zeitverzögerung an.
Vergrößern München während des Berufsverkehrs am Morgen: Viele Online-Routenplaner berücksichtigen Echtzeit-Verkehrsdaten und zeigen Staus inklusive der Zeitverzögerung an.

Eine ausgezeichnete nichtkommerzielle Alternative stellt Skobbler Maps auf Basis der OSM-Karten (Open Street Maps) dar. Das Look and Feel ist modern, die Bedienung erschließt sich sofort. Über die „Styles“-Option schaltet man auf die OSM-typische Ansicht oder die spezielle „Cycle Map“ für Radfahrer um. Dass die OSM-Community gerade nicht aus dem Autoumfeld kommt, zeigt sich beim Open Route Service . Er hält für Radfahrer diverse Planungsoptionen vom „sichersten Weg“ bis zur „bevorzugten Radroute“ bereit, ähnlich wie auch Naviki . Fürs Wandern und Bergsteigen bietet das länderübergreifende Portal Alpenvereinaktiv einen Routenplaner und als 1.000 fertige Touren.

Auf mobilen Geräten hat Nokia schon vor Jahren mit seinen Gratis-Karten für die weltweite Offline-Navigation Standards gesetzt. Diese stehen seit der Firmenübernahme durch Microsoft als App „Here Maps“ auf allen Smartphones mit Windows Phone zur Verfügung, mittlerweile auch für Android und iOS . Wird das Kartenmaterial vorab per WLAN aufs Gerät geladen, erlaubt das Smartphone die Offline-Navigation. Nur die aktuellen Verkehrsdaten benötigen natürlich einen Online-Zugang.

Ebenfalls sehr gut ist die „GPS Navigation & Maps – Scout“ genannte Skobbler-App für Android , und für iOS , die Stau- und Verkehrsinfos über Inrix einspielt, ansonsten aber offline navigiert. Die Karte eines Landes ist gratis, ein ganzer Kontinent kostet weniger als zehn Euro. Speziell für die Outdoor-Nutzung mit OSM-Unterstützung eignen sich die Android-Apps Locus Map Free und Oruxmaps .

Outdoor mit Android: Navigieren mit kostenlosen Wanderkarten

Bildbearbeitung, Übersetzer, Smartphone, Wearables und mehr

Zwei Google-Applikationen, die Bildbearbeitung Picasa und die mobile Übersetzer-App für Android und iOS seien ausdrücklich empfohlen. Denn beide funktionieren vollständig offline. Die Translator-App erlaubt im Ausland die Übersetzung von mehr als 90 Sprachen ohne Roaming-Gebühren, wenn man zuvor die Sprachpakete zuvor herunterlädt. Anders sieht es bei der Web-Übersetzung aus: Hier ersetzen PROMT oder PONS die Übersetzung von Google.

Wearables ohne Zwangs-Cloud und damit Alternativen zu Google Fit sind äußerst rar, bei den aktuellen Geräten ist uns derzeit nur der Aktivitätssensor AS 80 von Beurer für ca. 60 Euro bekannt. Er verfügt über einen 30-Tage-Speicher, der sich per USB ohne Online-Konto am PC speichern lässt.

Der Aktivitätstracker Beurer AS 80 für ca. 60 Euro ist eines der wenigen Geräte seiner Art, die eine Datenauswertung per App und PC ohne Cloud-Anbindung erlauben.
Vergrößern Der Aktivitätstracker Beurer AS 80 für ca. 60 Euro ist eines der wenigen Geräte seiner Art, die eine Datenauswertung per App und PC ohne Cloud-Anbindung erlauben.
© Beurer

Zu guter Letzt geht es ums allgegenwärtige Android: Lumia-Smartphones mit Windows Phone gibt es schon für weniger als 100 Euro . Damit begibt man sich aber wieder in die Hände eines US-Großkonzerns, nur eben eines anderen. Wirkliche Alternativen stellen Smartphones mit Firefox OS, Sailfish OS, Tizen oder Ubuntu dar, doch solche Geräte sind selten. Daneben gibt es noch „Feature Phones“, also Smartphones mit proprietärem Betriebssystem und Apps für Facebook, Twitter, WhatsApp oder YouTube, z.B. das Nokia Asha 210 für gut 70 Euro.

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