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Alle Neuerungen von Windows 8.1 Update 1 im Detail

09.05.2014 | 11:12 Uhr |

Windows 8.1.1 beseitigt zahlreiche Kritikpunkte seit der Einführung von Windows 8. Desktop-Nutzer profitieren von neuen Bedienfunktionen, optimierter Leistung und mehr.

Microsofts jüngstes Desktop-Betriebssystem Windows 8.1.1 für Intel- und AMD-PCs ist seinen Vorgängern bei Geschwindigkeit, Sicherheit und Onlinefunktionen überlegen. Das Update für Windows 8.1 verbessert Microsofts Kachelbetriebssystem an vielen Ecken und Enden. Hauptsächlich macht die Aktualisierung die Bedienung von Windows 8.1.1 maus- und tastaturfreundlicher, die von Windows 7 gewohnten Desktop-Funktionen rücken wieder mehr in den Fokus und die Taskleiste erscheint in neuem Glanz. Ein Microsoft-Konto ist bei 8.1.1 zwar nicht Pflicht, jedoch anzuraten, da etwa der Online-Speicherdienst Onedrive viel enger integriert wurde. Außerdem kann man nur bei Verwendung eines kostenlosen Microsoft-Kontos Windows-Einstellungen zwischen PCs synchronisieren und Kachel-Apps herunterladen.

Windows kostenlos auf Version 8.1.1 aktualisieren

Damit Sie das Update auf Windows 8.1.1 installieren können, muss Ihr Rechner mit Windows 8.1 laufen. Windows 8.1 ist wiederum als kostenloses Update für Windows 8 im Windows Store zu haben. Microsoft macht das Update auf Windows 8.1.1 übrigens zur Plicht: Der Software-Konzern hat angekündigt, Sicherheits-Patches für Windows 8.1 nur noch auf die Computer automatisch einzuspielen, auf denen das 8.1.1er-Update installiert ist.

Download: Windows 8.1.1

Mehr Bedienkomfort für Kachel-Apps bietet die neue Titelleiste mit Symbolen zum Minimieren und Schließen von Apps für die Modern UI.
Vergrößern Mehr Bedienkomfort für Kachel-Apps bietet die neue Titelleiste mit Symbolen zum Minimieren und Schließen von Apps für die Modern UI.

Neuer Bedienkomfort für Windows Generation 8

Windows 8.1.1 enthält zahlreiche neue Möglichkeiten und unterscheidet sich in vielen Bereichen erheblich von Windows 8 – funktionell und optisch. Wer sich bislang an manchen Eigenheiten von Windows 8 und der Modern UI gestört hat, etwa dem fehlenden Startknopf, kann diese in der Regel nun leichter umschiffen. Insbesondere beim Ansatz, die Windows-Bedienung vollständig auf Touchgeräte hin zu optimieren, rudert Microsoft zurück. So hat etwa die Startseite Rechtsklick-Menüs erhalten, über die sich Kacheln bequem anpassen lassen. Außerdem kann Windows 8.1.1 von Haus aus in den Desktop-Modus booten. Über das Kontextmenü des neuen Startknopfs erreichen Sie viele wichtige Einstellungen.

Doch Windows 8.1.1 ist nicht nur wegen seiner Verbesserungen interessant, sondern auch, weil es den Beginn einer neuen Update-Politik markiert: Microsoft möchte Windows künftig in kürzeren Abständen verbessern, um im Innovationswettlauf mit den Hauptkonkurrenten Google und Apple mithalten zu können. Mit einem weiteren kostenlosen Update – wohl im Herbst – soll Windows 8.1.1 ein vollwertiges Startmenü und die Möglichkeit erhalten, Kachel- Apps im Fenster ablaufen zu lassen.

Die Taskleiste in Windows 8.1.1 erscheint auch bei Kachel-Apps – so kann man mit der Maus schnell zwischen Programmen aller Art umschalten.
Vergrößern Die Taskleiste in Windows 8.1.1 erscheint auch bei Kachel-Apps – so kann man mit der Maus schnell zwischen Programmen aller Art umschalten.

Größere Präsenz der Windows-Taskleiste

Vor allem Desktop-Nutzer wird die größere Präsenz der Taskleiste in Windows 8.1.1 erfreuen. Sie kann jederzeit am unteren Bildschirmrand aufgerufen werden, gleich ob man sich auf dem Desktop, der Startseite oder in einer Kachel-App befindet. Es genügt, den Mauszeiger ganz nach unten zu bewegen. Alternativ kann man das Tastenkürzel Win-T zum Einblenden der Taskleiste nutzen. Auch gestartete Apps finden sich ab sofort als Icon in der Taskleiste wieder. So soll der Wechsel zwischen geöffneten Apps und Anwendungen schneller von der Hand gehen. Vor allem entfällt dadurch das umständliche Aufklappen der App-Übersicht über die linke obere Monitorecke. Zudem erreicht Microsoft dadurch eine engere Integration der beiden Bedienoberflächen.

Eine weitere Neuerung, die den Bedienkomfort bei Kachel-Apps erhöht, ist die Titelleiste zum Minimieren und Schließen von Apps. Sie ist nach dem Start einer App kurz zu sehen und wird dann ausgeblendet. Die Leiste erscheint wieder, sobald Sie die Maus an den oberen Bildschirmrand bewegen. Ganz links auf der Leiste ist das Symbol der App zu sehen. Ein Klick darauf bringt die Befehle „Links teilen“ und „Rechts teilen“ zutage. Damit schaffen Sie Platz für die gleichzeitige Nutzung einer weiteren App oder für die Darstellung des Desktops neben einer App – praktisch, um etwa den Kalender oder die Mail-App parallel zu Browser, Word oder Excel anzuzeigen.

Nach einem Rechtsklick auf die Taskleiste findet sich unter dem Punkt „Eigenschaften“ die neue Registerkarte „Navigation“. Hier können Sie zahlreiche Einstellungen vornehmen, zum Beispiel festlegen, ob beim Hochfahren des Computers der Desktop oder die Modern-UI-Startseite erscheinen soll.

Der Windows Store zum Herunterladen von Apps hat ein aufgefrischtes Design erhalten und befindet sich dauerhaft als Verknüpfung in der Taskleiste, kann also jederzeit mit nur einem Klick aufgerufen werden. Auch weitere Symbole für Apps aus dem Windows Store lassen sich leicht auf der Taskleiste verankern, indem Sie die Kachel einer App auf der Startseite mit der rechten Maustaste anklicken und im Kontextmenü „An Taskleiste anheften“ wählen. Ein Klick auf die App in der Taskleiste startet das Programm dann im gewohnten Vollbildmodus. Setzen Sie den Mauszeiger auf das Symbol in der Taskleiste, wird der derzeitige Inhalt der App angezeigt. Per Rechtsklick – und damit viel einfacher als bislang – können Sie Apps wie eine Desktop-Anwendung schließen.

Beim neuen Startknopf ist primär der Rechtsklick interessant, der ein umfangreiches Menü öffnet.
Vergrößern Beim neuen Startknopf ist primär der Rechtsklick interessant, der ein umfangreiches Menü öffnet.

Das kann der Startknopf in Windows 8.1.1

Befindet man sich auf dem Desktop, ist der Startknopf unten links zu sehen. Er verhält sich aber anders als früher. Ein Klick darauf öffnet nämlich kein Startmenü, sondern die Startseite des Kachelbildschirms. Das bedeutet: Windows 8.1.1 verfügt zwar wieder über den Start-Button, das dazugehörige Menü fehlt weiter und wird erst durch ein geplantes Update von Microsoft nachgeliefert.

Ganz unpraktisch ist der neue Knopf dennoch nicht: Ein Klick darauf mit der rechten Maustaste öffnet ein Kontextmenü mit zahlreichen Systemfunktionen – beispielsweise „Herunterfahren“, „Geräte- Manager“, „Ausführen“ oder „Systemsteuerung“ und einige Verwaltungsdialoge. Das ist hilfreich, denn vieles davon hatte bei Windows 8 noch einige Maus-Akrobatik gebraucht.

Außerdem kann man nach einem Button-Klick auf der Startseite einfach lostippen und damit eine Suche starten. Sie liefert nach ein paar Buchstaben alle zugehörigen Apps und Anwendungen – viel schneller kommt man auch in einem mehrfach verschachtelten Startmenü nichts ans Ziel. Wem das nicht reicht, der kann bis zum Erscheinen des angekündigten Microsoft-Updates das Gratis-Startmenü Classic Shell installieren und damit ein konventionelles Startmenü einrichten.

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Den Startknopf hat Microsoft konsequent auch auf der Kacheloberfläche eingebaut, allerdings fällt er hier nicht sofort ins Auge, sondern ist gut versteckt: Sobald Sie eine App gestartet haben und mit dem Mauszeiger in die Ecke links unten fahren, erscheint das Windows-Logo als Startknopf. Ein Klick darauf bringt Sie zur Modern-UI-Startseite.

Nach dem Windows 8.1.1 Update: Festplatte säubern

Die Kachelwand zeigt alle installierten Anwendungen und Apps an. Dank Sortiermöglichkeit und Suchfunktion bleibt auch auf einem Rechner mit vielen installierten Programmen die Übersicht gewahrt.
Vergrößern Die Kachelwand zeigt alle installierten Anwendungen und Apps an. Dank Sortiermöglichkeit und Suchfunktion bleibt auch auf einem Rechner mit vielen installierten Programmen die Übersicht gewahrt.

Einfachere Anpassungen auf der Kachel-Startseite

Interessante Neuerungen bietet auch die Startseite, über die sich Anwendungen für den Desktop sowie Kachel-Apps aufrufen lassen. Es gibt insgesamt vier Größen von Kacheln, die der Nutzer per Rechtsklick einstellen kann. Per Rechtsklick erreicht man jene Befehle, die bisher ausschließlich am unteren Bildschirmrand in einer Leiste angezeigt wurden. Größere Kacheln liefern mehr Informationen, die in Form einer Animation dargestellt werden.

Neu auf der Startseite ist auch das Lupen-Symbol, das die Suche vom rechten Seitenrand auch ohne Charms-Leiste einblendet.

Installieren Sie neue Anwendungen in Windows 8.1.1, so werden diese nicht automatisch auf der Startseite hinzugefügt, sondern zunächst nur in die Alle-Apps-Ansicht aufgenommen. Sie entscheiden dann selbst, welche Programme Sie auf der Startseite sehen möchten – das verbessert die Übersicht spürbar.

Auf der Startseite schalten Sie über den Pfeil nach unten in der linken unteren Ecke zwischen der Startseite mit den wichtigsten Apps und der App-Komplettansicht um. Durch die Möglichkeit, Desktop-Apps auf der Alle-Apps-Ansicht als Erstes anzuzeigen, wird die Nutzung von Desktop-Programmen in der Praxis ein Stück weit vereinfacht.

Die App-Übersicht führt die Programme standardmäßig alphabetisch sortiert auf, sofern Sie vor dem Update auf Windows 8.1.1 keine andere Einstellung getroffen haben. Außerdem werden für eine bessere Übersichtsdarstellung die jeweiligen Anfangsbuchstaben angezeigt. Über die Ausklappfelder ganz oben können Sie die Sortierfolge anpassen.

Windows 8.1.1 startet deutlich schneller als Windows 7, zudem kann man sich nicht nur mit seinem Passwort, sondern auch per PIN oder Bildcode am System anmelden.
Vergrößern Windows 8.1.1 startet deutlich schneller als Windows 7, zudem kann man sich nicht nur mit seinem Passwort, sondern auch per PIN oder Bildcode am System anmelden.

Mit 8.1.1 Windows schneller hoch- und runterfahren

Windows 8.1.1 gefällt durch eine hohe Gesamtgeschwindigkeit. Bereits beim Hochfahren des Rechners fällt das verbesserte Start-Prozedere auf, bei dem Teile des Betriebssystems im Hintergrund geladen werden, während sich der Nutzer bereits anmelden kann. Dadurch läuft der Systemstart spürbar schneller ab. Das Herunterfahren oder Neustarten des Rechners beschleunigt Windows 8.1.1 gegenüber Windows 8 gleich an mehreren Stellen: So befindet sich der Knopf zum Systemabschluss nun rechts oben auf der Startseite und nicht mehr ausschließlich in der Charms-Leiste, die erst mit einer Tastenkombination oder Geste aufgerufen werden muss. Außerdem kann man den Rechner auch per Rechtsklick auf den Start-Button schnell herunterfahren. Der Systemabschluss selbst läuft minimal flotter als bei Windows 8 ab.

Auto-Verschlüsselung der Systempartition

Eine Sicherheitsneuerung in Windows 8.1.1 ist das automatische Verschlüsseln der Systempartition – unabhängig davon, welche Windows- Edition verwendet wird. Auch auf Windows- 8.1.1-Tablets ist das Systemlaufwerk standardmäßig verschlüsselt. So kommt etwa der Dieb oder Finder eines Notebooks nicht an die Daten auf der Systemfestplatte ran.

Drei Voraussetzungen gibt es: Der Rechner muss die Funktion „Verbunden im Standby“ (Connected Standby) unterstützten, was etwa bei vielen neueren Mobilrechnern der Fall ist, ferner eine neuere UEFI-Firmware besitzen und mit einem TPM-Chip ausgestattet sein. Einzustellen gibt es bei dieser Funktion nichts, da Windows die Verschlüsselung automatisch handhabt. Die Chiffrierung knüpft Windows zwingend an die Anmeldung mit einem Microsoft- Konto mit Administratorrechten, denn der Schlüssel zum Entschlüsseln der Daten wird automatisch im Microsoft-Konto hinterlegt. Bitlocker kann man zusätzlich zur automatischen Verschlüsselung einschalten.

Neue Sicherheitsfunktionen in Windows 8.1.1

Der in Windows 8.1.1 zum vollwertigen Antiviren-Programm erweiterte Windows Defender, der Smartscreen-Filter zum Blockieren gefährlicher Webseiten und Programme sowie die Kinderschutzfunktion Family Safety verbessern die Sicherheit Ihres PCs. Ferner hat Microsoft die Firewall zum Blockieren von Zugriffsversuche aus dem Internet in Windows 8.1.1 verbessert.

Bei der Nutzung von Windows 8.1.1 auf PCs, Notebooks und Tablets mit UEFI-Firmware greift ein neuartiger Schutzmechanismus namens Secure Boot: Sie sichert den Boot-Prozess ab und startet nur noch zertifizierte, im TPM-Chip hinterlegte Systeme. Voraussetzung ist aktuelle UEFI-Firmware (Unified Extensible Firmware Interface) mit TPM-Chip (Trusted Platform Module). Secure Boot verhindert das Laden schädlicher Boot-Loader, die sich vor dem Windows-Start aktivieren, anschließend Windows starten und unter Windows unerkannt den Rechner kontrollieren. Solche elaborierte Schad-Software in Form von Rootkits und Bootkits zielt in der Regel nicht gegen den individuellen Rechner, sondern dient dem Aufbau einer Bot-Armee. Ein wirkungsvoller Schutz gegen derartige Malware ist eine dringende Aufgabe, allerdings verhindert Secure Boot auch normale Betriebssysteme.

Sie müssen nur aktiv eingreifen, wenn Secure Boot den Start eines Systems verhindert, das Sie auf dem Rechner einrichten wollen. Auf PCs und Notebooks lässt das Setup der UEFI-Firmware das Abschalten der Sicherheitsfunktion zu – meistens auf der Registerkarte „Security“. Auf Tablet-PCs mit Windows 8.1.1 ist das dagegen nicht möglich.

Microsoft hat den Windows-Explorer schlicht in Explorer umbenannt und oben im Fenster um eine dynamische Ribbon-Werkzeugleiste erweitert.
Vergrößern Microsoft hat den Windows-Explorer schlicht in Explorer umbenannt und oben im Fenster um eine dynamische Ribbon-Werkzeugleiste erweitert.

Neue Standardansicht für den Explorer

Den Windows-Explorer hat Microsoft in Windows 8.1.1 schlicht in Explorer umbenannt. Auf dem Desktop öffnet ein Klick auf das Ordner-Symbol in der Taskleiste den Explorer in der neuen Standardansicht „Dieser PC“. Sie ersetzt die Ansicht „Computer“ in früheren Windows- Versionen und zeigt auch die Ordner der Benutzer des Rechners an. Unter „Dieser PC“ sind oben die üblichen Bibliotheken „Bilder“, „Dokumente“, „Musik“ und „Videos“ zu sehen, dazu der Desktop- und der Download-Ordner. Darunter folgen die Laufwerke, getrennt nach lokalen und Netzlaufwerken.

Für die Bibliotheken gibt es links in der Explorer- Leiste in der Standardeinstellung keinen eigenen Menüpunkt mehr. Das hat zur Folge, dass man im Explorer schlechter an die gerade auch im Zusammenhang mit der Backup-Funktion „Dateiversionsverlauf“ relevanten Bibliotheken heran kommt. Microsoft war dieser Umstand wohl bewusst und die Entwickler haben eine einfache Möglichkeit vorgesehen, die standardmäßig ausgeblendeten Bibliotheken wie hervorzuzaubern. Dazu genügt ein Klick mit der rechten Maustaste auf eine freie Fläche in der linken Seitenleiste des Explorer- Fensters. Anschließend setzen Sie ein Häkchen vor die Option „Bibliotheken anzeigen“.

Die besten Tools für Windows 8.1

Die neue Lupe auf der Startseite aktiviert die Suchfunktion. Sobald der Nutzer mit der Eingabe beginnt, schlägt die Autovervollständigung passende Fundstellen auf dem Rechner und in Onedrive vor.
Vergrößern Die neue Lupe auf der Startseite aktiviert die Suchfunktion. Sobald der Nutzer mit der Eingabe beginnt, schlägt die Autovervollständigung passende Fundstellen auf dem Rechner und in Onedrive vor.

Cloud-Datenzugriff und bessere Inhaltssuche

Den von Skydrive in Onedrive umbenannten Online-Speicherdienst hat Microsoft jetzt fest in Windows integriert. Dadurch können Sie aus nahezu jeder Windows-Anwendung heraus Dateien in der Cloud speichern und von dort herunterladen und öffnen. Auf der Startseite gibt es eine eigene Onedrive-Kachel, mit der Sie die korrespondierende App aufrufen. Abgesehen von der Kacheldarstellung bietet die App keine Vorteile gegenüber dem Onedrive- Zugriff auf dem Desktop.

Wenn Sie in Windows 8.1 einen Suchbegriff auf der Startseite eintippen, unterscheidet die Suche nicht mehr zwischen Dateien, Apps und Einstellungen, sondern zeigt die Ergebnisse sofort an. Auch die Ergebnisse aus Onedrive-Ordnern werden berücksichtigt. So erhält man eine vollständige Übersicht über alle Treffer.

Vorhandene Anwendungen und Tools laufen weiter

Für Windows 8.1.1 gilt hinsichtlich der Kompatibilität zu älteren Programmen das selbe wie für Version 8: Nahezu alle Programme, die schon unter Windows 7 oder Windows Vista ihren Dienst verrichteten, funktionieren weiterhin tadellos. Schlägt die Installation wider Erwarten fehl, hilft fast immer der Kompatibilitätsmodus, in dem Windows der Software vorgaukelt, es handele sich um eine ältere Version des Betriebssystems.

Treiber-Software für Ihre Geräte bringt Windows 8.1.1 in vielen Fällen mit. Anderenfalls sehen Sie sich vor dem Umstieg auf der Website des Herstellers nach einem Treiber um. Gibt es dort keinen explizit für Windows 8 freigegebenen Treiber, können Sie auch einen für Windows 7 oder Vista angebotenen Treiber verwenden – und die gibt es eigentlich immer.

Windows 8.1.1 erlaubt im Snap-View-Modus je nach Bildschirmgröße die gleichzeitige Darstellung von Desktop und bis zu drei Kachel-Apps bei flexibler Aufteilung der Monitorfläche.
Vergrößern Windows 8.1.1 erlaubt im Snap-View-Modus je nach Bildschirmgröße die gleichzeitige Darstellung von Desktop und bis zu drei Kachel-Apps bei flexibler Aufteilung der Monitorfläche.

Mehrere Apps auf den Bildschirm bringen

Bei Windows 8 war es möglich, zwei Apps parallel auf einem Bildschirm anzuzeigen – eine in einem Streifen (snapped View), die andere auf dem Rest des Bildschirms (filled View). Mit Windows 8.1.1 wird diese starre Einteilung flexibler, denn der Trennbalken zwischen den Apps kann nach Bedarf verschoben werden. Je größer die Auflösung des Monitors ist, umso mehr Apps können parallel angezeigt werden – bis zu vier Programme passen so auf einen Bildschirm. Von Vorteil ist die neue gleichzeitige Darstellung von drei oder vier Apps in erster Linie für Anwender mit einem großen Bildschirm. Es handelt sich allerdings nicht nur um ein nettes Gimmick, sonder um eine Neuerung mit Nutzwert. So kann man auf einem entsprechenden Monitor beispielsweise die Musik-App zur Steuerung der Musikberieselung im Hintergrund als ganz schmale Leiste an den Rand des Bildschirms schieben, daneben einen ebenfalls schmal gezogenen Sport-Ticker stellen und die verbleibende Hauptfläche für die gleichzeitige Darstellung von Internet Explorer und Mail-App nutzen.

Mit der Systemsteuerung auf dem Desktop und der Kachel-App „PC-Einstellungen“ verfügt Windows 8.1.1 über zwei weitgehend getrennte Konfigurationsbereiche. Diese Trennung sorgt weiterhin für Verwirrung beim Nutzer.
Vergrößern Mit der Systemsteuerung auf dem Desktop und der Kachel-App „PC-Einstellungen“ verfügt Windows 8.1.1 über zwei weitgehend getrennte Konfigurationsbereiche. Diese Trennung sorgt weiterhin für Verwirrung beim Nutzer.

Desktop-Systemsteuerung und PC-Einstellungen

Oft in Windows 8 bemängelt wurde die inkonsistenten Einstell- und Verwaltungsfunktionen. Sie entspringen in erster Linie den unvollständigen Möglichkeiten der neu eingeführten App „PC-Einstellungen“. Dadurch war der Anwender gezwungen, immer wieder zur Systemsteuerung zu wechseln, um die Windows-Einstellungen anzupassen. Windows 8.1.1 verbessert die Situation ein wenig, indem die App „PC-Einstellungen“ nun einige gängige Aufgaben der Systemsteuerung übernehmen kann. Neu ist ferner, dass man die Systemsteuerung auch über einen Link in der linken unteren Ecke der PC-Einstellungen-App erreicht.

Der Internet Explorer 11 beeindruckt beim Rendern von Seiten mit einem hohen Tempo. Er steht auf dem Desktop und als Kachel-App zur Verfügung.
Vergrößern Der Internet Explorer 11 beeindruckt beim Rendern von Seiten mit einem hohen Tempo. Er steht auf dem Desktop und als Kachel-App zur Verfügung.

Tempozuwachs beim Surfen mit dem Internet Explorer 11

Der in Windows 8.1.1 vorinstallierte Internet Explorer 11 gefällt durch sein hohes Arbeitstempo. So schneidet die neue Version des Microsoft-Browsers etwa beim Javascript-Benchmark Sunspider hervorragend ab. Auch sonst ist der Internet Explorer 11 durch und durch auf Leistung getrimmt und lässt die IE-Vorgängerversionen hinter sich.

Mit Prerender und Prefetch können weiterführende Webseiten schon im Hintergrund geladen werden, während der Nutzer noch den Inhalt der Seite liest. Dies geschieht, wenn der Web-Entwickler die Attribute „prefetch“ und „prerender“ in wichtige „Link“-Tags der Seite einbaut. Auch die Vorschlagslisten beim Tippen in die Browser-Leiste erscheinen verzögerungsfrei. Der Internet Explorer 11 unterstützt jetzt auch die Hardware-Beschleunigung Web GL. Mit an Bord ist auch eine Synchronisierung von geöffneten Tabs zwischen verschiedenen Geräten. Eine kleine Verbesserung gibt es auch bei der Sicherheit: Der Internet Explorer kontaktiert intern den Windows-Virenscanner Defender zum Prüfen der Unbedenklichkeit von Active-X-Modulen.

Enterprise-Kompatibilitätsmodus für den Internet Explorer

Durch einen neuen Enterprise Mode für den Internet Explorer 11 will Microsoft die Kompatibilität zum Internet Explorer 8 herstellen. Im Enterprise Mode nutzt der Browser die Rendering Engine des IE8. Dadurch laufen existierende Web-Apps nun auch ohne Anpassung auf Windows-8.1.1-Geräten und können ohne Kompatibilitätsprobleme angezeigt werden. Der Name der Funktion verweist darauf, dass sie hauptsächlich für die Ausführung von Web- Anwendungen benötigt wird, die Firmennutzer entwickelt haben und die Unternehmen an einem Upgrade des Browsers hindert. Außerdem sieht der neue Modus ein zentrales Management vor, das jene Seiten definiert, die den IE8 benötigen, sodass diese automatisch von dessen Engine verarbeitet werden.

Die Karten-App gehört zu den in Windows 8.1.1 überarbeiteten Apps. Mit ihr finden Sie Städte und Gemeinden, lassen sich Wegbeschreibungen anzeigen und prüfen Verkehrsbedingungen.
Vergrößern Die Karten-App gehört zu den in Windows 8.1.1 überarbeiteten Apps. Mit ihr finden Sie Städte und Gemeinden, lassen sich Wegbeschreibungen anzeigen und prüfen Verkehrsbedingungen.

Weitere kleine Neuerungen in Windows 8.1.1

Zu Windows 8.1.1 gehören eine Reihe mitgelieferter Apps, unter anderem ein Rechner und Wecker, ein Nachrichten-, ein Reise- und ein Fitness-Newsreader sowie eine Karten-App. Weitere vorinstallierte Apps sind beispielsweise die Foto-App, die Musik-App und der Windows Store selbst. Letzterer bietet im Unterschied zu Windows 8 eine eigene Suchmöglichkeit. So muss man nicht mehr den lästigen Umweg über die Windows-Suche mit Win-F oder über die Charms-Leiste gehen und auf „Store“ klicken, wenn man im Windows Store nach einer bestimmten App suchen möchte. Der Mail-App sowie dem Kalender in Windows 8.1 hat Microsoft jeweils deutliche optische Überarbeitungen verpasst, die man als gelungen bezeichnen kann.

Die Reader-App zeigt PDF-, XPS- und TIFF-Dateien an. Damit kann Windows 8.1.1 von Haus aus PDF-Dokumente öffnen. Bei PDFs beschränkt sich der Reader allerdings auf die reine Darstellung – interaktive PDFs oder verlinkte Dokumente funktionieren ebenso wenig wie eine Indexsuche. Innerhalb von Textdokumenten kann man immerhin nach Wörtern suchen, Notizen eingeben, Formulare ausfüllen und Dokumente drucken. Zu den im System vorhandenen Apps zählen ferner ein Leseliste und eine App zum Aufnehmen von Fotos.

Am Dateiversionsverlauf, der mit Windows 8 eingeführten Datensicherungsfunktion mit automatischer Versionierung, hat sich in Windows 8.1.1 kaum etwas geändert. Die Sicherungskomponente werkelt im Hintergrund und übernimmt das regelmäßige Backup von Dateien aus den Bibliotheken. Frei wählbare Sicherungsordner kann man aber auch in Windows 8.1.1 nicht einstellen.

Das kostet Windows 8.1.1

Wer bereits eine Lizenz von Windows 8 hat, kann kostenlos auf Windows 8.1.1 aktualisieren. Mit dem Erscheinen von Windows 8.1 stellte Microsoft die separate Upgrade-Version ein. Anwender, die eine Vorgängerversion von Windows 8 einsetzen, müssen jetzt eine Vollversion kaufen, um dem Rechner auf Windows 8.1.1 aktualisieren zu können, denn es wird auch künftig keine Upgrade-Versionen oder -Lizenzen mehr geben. Allerdings bietet Microsoft Windows 8.1 und in Kürze wohl Windows 8.1.1 auch direkt an, sodass das Upgrade-Prozedere entfällt.

Beim Start von Windows 8.1 musste man hierzulande rund 120 Euro für Windows 8.1 und 280 Euro für Windows 8.1 Pro investieren. Inzwischen ist Windows 8.1 deutlich günstiger zu haben: In Shopping- Portalen wird Windows 8.1 Standard bereits ab 80 Euro angeboten. Meist handelt es sich dabei um eine frei verkäufliche OEM-Version, die normalerweise für PC-Hersteller gedacht ist. Wer Windows 8.1.1 in der Standardvariante einsetzt, kann mit dem Windows 8.1 Pro Pack die Edition um die Funktionen von Windows 8.1.1 Pro aufwerten. Für das Pro Pack verlangt Microsoft rund 160 Euro. Das Media Center Pack zum Wiedergeben von DVD- und Blu-Ray-Filmen kostet rund 10 Euro.

Fazit

In Windows 8.1.1 stößt die ursprüngliche Optimierung von Windows 8 für Touchscreens den Anwender ein ganzes Stück weniger vor den Kopf. Wer eine oft benötigte Software starten will, kann dazu die Taskleiste verwenden, gleich ob man sich gerade auf dem Desktop oder in einer Modern-UI-App befindet. Auch das Umschalten zwischen Anwendungen und Apps macht Windows 8.1.1 endlich komfortabel. Den Zwang zur Nutzung der Startseite schraubt Microsoft sukzessive zurück und stellt mit dem zweiten Update gar ein vollwertiges Startmenü in Aussicht. Kleinigkeiten wie die Kontextmenüs auf der Startseiten, die Titelleiste für Modern-UI-Apps und der neue Such-Button sind im Alltag praktisch.

Wer Windows 8.1.1 auf einem Tablet verwendet, für den bleibt es bei der bisherigen Bedienung. Man braucht also trotz der Änderungen in 8.1.1 auf nichts zu verzichten.

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