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Alle Geräte im Netz: So verbinden Sie Drucker, TV & Co.

26.06.2014 | 11:22 Uhr |

Im Heimnetz gibt es mehrere PCs, Notebooks und Smartphones. Drucker, TV oder NAS aber nur einmal. Sind diese Geräte mit dem Netzwerk verbunden, können alle bequem darauf zugreifen.

Drucker

Den Drucker können Sie selbst dann ins Netzwerk bringen, wenn er nicht über eine LAN-Schnittstelle verfügt: Hierfür muss der Printer bereits über USB an einen PC angeschlossen und eingerichtet sein. Unter Windows navigieren Sie in der Systemsteuerung zu „Geräte und Drucker“ und rufen mit einem Rechtsklick auf den Drucker die „Druckereigenschaften“ auf. Dort klicken Sie auf den Reiter „Freigabe“ und setzen einen Haken bei „Drucker freigeben“. Nach einem Klick auf „OK“ ist der Drucker zur gemeinsamen Nutzung freigegeben. Um das Gerät den Mitgliedern Ihres Netzwerkes zugänglich zu machen, muss der Netzwerk-Zugriff auf den Drucker explizit gestattet sein. Klicken Sie in der Systemsteuerung unter „Netzwerk und Internet“ auf „Heimnetzgruppen- und Freigabeoptionen auswählen“. Der Drucker ist erst korrekt freigegeben, wenn der Haken bei „Drucker“ gesetzt ist. Nun lässt sich der Drucker auf den anderen PCs im Netzwerk mit der Option „Einen Netzwerk-, Drahtlos- oder Bluetooth-Drucker hinzufügen“ einrichten. Der Nachteil: Der PC mit angeschlossenem Drucker muss eingeschaltet sein.

Damit alle ans Netzwerk angeschlossenen Geräte drucken können, müssen Sie Ihren Drucker freigeben
Vergrößern Damit alle ans Netzwerk angeschlossenen Geräte drucken können, müssen Sie Ihren Drucker freigeben

Besitzt Ihr Drucker aber ein WLAN-Modul oder einen LAN-Port, dann entfällt natürlich der Umweg über den PC als Host. Als erstes verbinden Sie den Drucker selbst mit Ihrem Netzwerk. Sobald Sie sich sicher sind, dass das Gerät im Netz hängt, gehen Sie an den Computer und wählen direkt „Einen Netzwerk-, Drahtlos- oder Bluetooth-Drucker hinzufügen“. Nun sollte der Drucker bereits aufgelistet sein. Wenn nicht, dann hilft ein Klick auf „Der gesuchte Drucker ist nicht aufgeführt“: Dort wählen Sie „Drucker unter Verwendung einer TCP/IP-Adresse oder seines Hostnamens hinzufügen“ und dann auf „Weiter“. Die IP-Adresse Ihres Druckers finden Sie heraus, indem Sie beispielsweise einen Statusbericht Ihrer aktuellen Netzwerk-Verbindung drucken lassen. Alternativ können Sie auch über das Drucker-Display zu den Netzwerk-Details navigieren und dort die IP in Erfahrung bringen, die zum Beispiel so aussehen könnte: 192.168.172.45. Diese Adresse geben Sie in das Feld „Hostname oder IP-Adresse“ ein und bestätigen Ihre Eingabe. Darauf wählen Sie noch den entsprechenden Hersteller und Treiber. Sollte letzterer nicht vorhanden sein, legen Sie einfach die Treiber-CD Ihres Druckers ein und lassen nach dem korrekten Treiber auf dem Datenträger suchen.

Spielekonsolen wie die Playstation lassen sich sehr bequem ins Heimnetz einbinden
Vergrößern Spielekonsolen wie die Playstation lassen sich sehr bequem ins Heimnetz einbinden
© Sony

TVs und Konsole

Das Einbinden von Smart-TVs und Spielekonsolen wie der Playstation oder der Xbox ist weitaus komfortabler. Für die stabilste und schnellste Verbindung empfehlen wir den Anschluss über das Netzwerkkabel. So lassen sich beispielsweise auch Filme in (Full-) HD ruckelfrei streamen. Wer nicht durch Wände bohren möchte oder findet, dass das Kabel der Wohnzimmer-Atmosphäre schadet, der kann auch auf Powerline-Stecker zurückgreifen. Natürlich klappt die Übertragung auch drahtlos über WLAN. Allerdings genügt hier nicht einmal der 802.11n-Standard, um HD-Inhalte flüssig zu übertragen. Erst WLAN-11ac macht eine ruckelfreie Übertragung möglich. Allerdings bleibt die Drahtlos-Verbindung immer noch recht störanfällig und instabil.

Dank DHCP-Unterstützung (Dynamic Host Configuration Protocol) lassen sich sowohl Smart-TVs, als auch Spielekonsolen vergleichsweise einfach ins Netzwerk einbinden: LAN-Kabel eingesteckt oder Ihr WLAN-Passwort eingetippt, dann erfolgt eine automatische IP-Vergabe und der Verbindungsassistent führt Sie durch die weitere Einrichtung. Sobald die Verbindung zum Internet steht, sollten Sie überprüfen, ob es ein Update für die Geräte-Firmware gibt. Diese sollten Sie unbedingt installieren, um Zugriff auf die neusten Apps und Funktionen zu erhalten. Außerdem schließen die neusten Updates auch eventuelle Sicherheitslücken. 

Netzwerkspeicher: NAS oder Festplatte?

Die kostengünstigste Variante, einen Netzwerkspeicher einzurichten, ist eine externe Festplatte an den USB-Anschluss Ihres Routers anzuschließen. Allerdings müssen der Router respektive die Firmware sowie der USB-Port den Anschluss von USB-Speichermedien beherrschen.  Ein Blick ins Handbuch sorgt hier für Klarheit. Mittlerweile kommen aber viele Geräte mit externen USB-Speicher zurecht. Oft ist es auch nur nötig, den Speicher in FAT32 zu formatieren. Der Router selbst stellt dabei die Benutzeroberfläche zur Verfügung und verwandelt die externe Festplatte in ein NAS (Network Attached Storage), also netzgebundenen Speicher.

Die teurere, aber leistungsfähigere Variante stellt ein eigenständiges NAS-Gerät dar, bei dem es sich im Prinzip um einen Mini-Server handelt. So lassen sich dank der umfangreichen Hard- und Software-Features beispielsweise Downloads durchführen, ohne dass ein PC eingeschaltet sein muss. Des Weiteren bringen die Geräte meist auch Apps für Smartphones oder Tablets mit, um den Speicherplatz als private Cloud zu nutzen. Alternativ lässt sich auch meist über den Browser auf den NAS zugreifen. Der Netzwerkspeicher ist dauerhaft per LAN ins Netzwerk eingebunden und erhält eine eigene IP-Adresse, damit Sie von überall her auf Ihre Daten zugreifen zu können. Auch eine gewisse Datensicherheit ist gegeben, da sich meist mehrere Festplatten im RAID-Verbund in den Gehäusen befinden respektive einbauen lassen und die Inhalte spiegeln. Neben den zahlreichen Funktionen bietet ein NAS auch sehr deutliche Geschwindigkeitsvorteile.

Fernzugriff aufs NAS im Heimnetzwerk

NAS-Geräte erweisen sich als immer beliebtere Alternativen zu bekannten Cloud-Diensten wie Dropbox oder Onedrive. Schließlich liegen die Daten in Ihren eigenen vier Wänden und sind somit vor Fremdzugriff gut geschützt. Dank mobiler Apps ist es nicht nur möglich, von unterwegs auf Ihre Daten zuzugreifen. Es lassen sich zum Beispiel auch frisch geschossene Fotos in die private Wolke hochladen. Jeder große Hersteller bietet eine entsprechende App fürs Smartphone oder Tablet an, die sich um die Datenverwaltung kümmert. Die besten NAS-Apps finden Sie auf http://www.pcwelt.de/v3jr. Oft sind die Funktionalitäten des NAS auf mehrere Apps verteilt, wie bei Western Digital: „WD 2go“ kümmert sich um umfassende Steuerung des Geräts, während „WD Photos Classic“ für die Verwaltung von Fotos zuständig ist. Qnaps „Qmusic“ ist ein Musikstreaming-Player Ihrer eigenen Musiksammlung. Dlink packt dagegen alle Funktionen in eine Anwendung, worunter aber auch die Übersicht leiden kann. Wenn Sie lediglich eine Festplatte an einer Fritzbox hängen haben, dann ist die App „AVM MyFritz!“ die erste Wahl für Sie.

Bereits der vorinstallierte Windows Media Player versteht sich prächtig mit DLNA
Vergrößern Bereits der vorinstallierte Windows Media Player versteht sich prächtig mit DLNA

Streaming perfekt dank DLNA

Wenn sich alle Geräte in Ihrem Heimnetzwerk befinden, müssen natürlich auch die Inhalte her. Wenn Sie keine Lust haben, ständig Ihre neusten Fotos oder Filme auf USB-Sticks oder -Festplatten zu kopieren, um sie auf den großflächigen TV-Bildschirm zu bringen, dann dürfte die Zertifizierung DLNA (Digital Living Network Alliance) eine willkommene Alternative für Sie sein. Immer mehr Hersteller unterstützen mittlerweile den Medienstand, der verschiedene Multimedia-Geräte wie Smartphones, Tablets, Mediaplayer, AV-Receiver oder auch PCs und Notebooks miteinander kommunizieren lässt. So lassen sich beispielsweise Inhalte vom PC über eine DLNA-Software für alle Geräte im Netzwerk bereitstellen, sofern sie die Technik unterstützen – kompliziertes Einrichten entfällt damit. Nur Apple stellt sich quer und setzt auf den hauseigenen „Airplay“-Standard. DLNA ist dabei keine eigenständige Technik, sondern nutzt WLAN oder eben LAN. Die Zertifizierung kümmert sich lediglich um die Kommunikation zwischen den Geräten und klassifiziert sie beispielsweise als Server, Host, Player oder Controller. Auch bestimmte Formate zertifiziert der Standard, um eine reibungslose Wiedergabe auf allen kompatiblen Geräten zu ermöglichen.

Um Inhalte von Ihrem Windows-PC zu streamen, genügt bereits der vorinstallierte Windows Media Player ab Version 11. Klicken Sie unter „Streamen“ in der oberen Leiste auf „Medienstreaming aktivieren“. Gegebenenfalls fordert Sie das System noch dazu auf, das Medienstreaming zu aktiveren. Ein Häkchen bei „Zulassen“ sorgt für die Freigabe. Zurück im Hauptfenster aktivieren Sie ebenfalls unter „Streamen“ die Option „Automatische Wiedergabe der Medien durch Geräte zulassen“, damit sich neue Geräte künftig automatisch mit der Freigabe verbinden können. „Remotesteuerung des Players zulassen“ erlaubt es, Inhalte an die Geräte im Netzwerk zu schicken: Ein Rechtsklick auf eine Mediendatei offenbart nun auch die Auswahl „Wiedergeben auf“. Nachdem die Einrichtung abgeschlossen ist, berücksichtigt der Media Player vorerst nur die Dateien, die in den öffentlichen Ordnern liegen, wie zum Beispiel unter „Öffentliche Musik“. Um den Zugriff auf andere Speicherorte zu erweitern, müssen Sie auf „Organisieren“, dort auf „Bibliotheken verwalten“ und die entsprechenden Ordner nach Medienart hinzufügen.

DLNA-Tool mit starken Funktionen: TVersity
Vergrößern DLNA-Tool mit starken Funktionen: TVersity

Wenn es etwas umfangreicher sein soll, dann sollten Sie sich Tversity zu Gemüte führen. Bis Version 1.9.7 ist das Tool noch kostenlos, die aktuellste Version erhalten Sie für etwa 5 US-Dollar. Die Software hat den Vorteil, dass sie Mediendateien konvertieren kann, um so auch Inhalte an Spielekonsolen oder andere Medienplayer zu streamen. Auch hier müssen Sie die entsprechenden Ordner für die Freigabe wählen.

Doch auch mit Android-Geräten ist das Streamen via DLNA kein Problem. Hersteller wie Samsung, HTC oder LG haben in der Regel einen DLNA-fähigen Player vorinstalliert. Ist das mit Ihrem Gerät nicht der Fall, dann lässt sich der Player kostenfrei mit Apps wie „Skifta“ oder „BubbleUPnP“ nachrüsten. Natürlich müssen Sie sich hierfür im gleichen Netzwerk wie Ihre anderen DLNA-Geräte befinden, um Inhalte zu streamen oder auf anderen Mediaplayer anzeigen zu lassen.

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