Verboten und/oder gut
Alle Downloads des Jahrzehnts noch mal im Überblick
Die Bedeutung des Themas Computer-Sicherheit hat in den letzten 10 Jahren enorm an Bedeutung gekriegt. Ebenso wichtig wie ein Antiviren-Schutz ist auch ein Schutz vor Ad- und Spyware geworden. Immer häufiger wurden in Programmen Komponenten versteckt, die den Anwender ungefragt ausspionierten und die Daten an die Hersteller der Programme versendeten. Die beiden Freeware-Tools Ad-Aware (von Lavasoft aus Schweden) und Spybot - Search & Destroy (von Patrick M. Kolla) lieferten den Anwendern ziemlich früh wirksame Tools, zum Schutz vor Spy- und Adware und das lange bevor Microsoft mit Windows Defender eine Lösung in Windows selbst integrierte. Heute gehören Tools, die Spy- und Adware aufspüren und davor warnen, auf jeden PC mit Internet-Anschluss.
Wer im Internet surft, der trifft ständig auf Seiten, die Adobes Flash nutzen und wodurch der Browser den Flash Player benötigt, um die Inhalte darzustellen. Flash erfreut sich einer hohen Beliebtheit, weil Entwickler damit sehr bequem multimediale Inhalte erstellen können, sogar tolle flash-basierte Spiele existieren. Ursprünglich wurde Flash von Macromedia entwickelt. Das Unternehmen wurde aber 2005 von Adobe übernommen. Die Integrierung von ActionScript in Flash (1999) verhalf Flash zum endgültigen Durchbruch im Web. Seit dem ist Flash nicht mehr von Wegseiten wegzudenken. Dadurch, dass Adobes Flash auf nahezu allen Systemen installiert ist, ist der Angriff auf Rechner via manipulierten Flash-Dateien, die Sicherheitslücken im Adobe Flash ausnutzen, äußerst beliebt geworden. Mit Silverlight - das insbesondere beim Streaming von Multimedia-Inhalten praktische Funktionen besitzt - versucht Microsoft derzeit durchaus erfolgreich das Flash-Monopol anzugreifen.
Die Geschichte des Adobe Reader (früher Acrobat Reader) reicht zurück bis 1993, als die erste Version des PDF-Betrachters erschien. Der für alle Plattformen erhältliche Adobe Reader wurde mit der Zeit zwar immer fetter, ist aber für viele Anwender immer noch die erste Wahl, wenn darum geht, eine Software auf dem System zu installieren, die das Betrachten von PDF-Dateien erlaubt. Es gibt zwar (auch kostenlose) Alternative, die oft aber nicht vollständig kompatibel sind. Dadurch, dass Adobe Reader auf vielen wenn nicht sogar nahezu allen Systemen installiert ist, ist der Angriff auf Rechner via manipulierten PDF-Dateien, die Sicherheitslücken im Adobe Reader ausnutzen, äußerst beliebt geworden.
Das Tool installiert unter Windows einen Treiber, durch den DVD-Kopierschutzmethoden in Echtzeit entschlüsselt werden. Dementsprechend ist das seit 2003 verfügbare Tool hierzulande in Deutschland verboten und auch eine Verlinkung zum Hersteller Slysoft, der in Antigua und Barbuda und damit in der Karibik ansässig ist, ist verboten. Ursprünglich war das Tool von den Clone C D / DVD-Entwicklern von Elby entwickelt worden, die aber 2003 die rechtlichen Probleme wohl kommen sahen und die Rechte an der Software an Slysoft verkauften. Im Jahr 2007 blies Slysoft dann schließlich auch noch zum Angriff auf die beiden DVD-Nachfolgeformate Bluray und HD-DVD.
Avira Antivir Personal Free erfreut sich unter den PC-WELT.de-Besuchern einer enormen Beliebtheit und hat seit Monaten den ersten Platz in allen Download-Charts für sich reserviert. Kein Wunder: Schließlich ist die Antiviren-Software nicht nur leistungsstark, sondern für Privatanwender auch kostenlos erhältlich. Die Bedeutung des Themas Sicherheit hat im vergangenen Jahrzehnt immens zugenommen. Dialer waren gerade zu Beginn des Jahrzehnts, als viele noch per Modem analog oder per ISDN surften, ein enormes Risiko, denn immerhin ließen sich mit den nervigen Dialern enorm kostspielige Internet-Verbindungen herstellen. Aber auch die Bedeutung von Würmern, Trojanern, Rootkits, Viren & Co. nahmen in den letzten Jahren deutlich zu. Eins ist sicher: Auf jeden Rechner gehört eine Sicherheits-Software.
ößten Konkurrenten von DivX sind Apples Quicktime und Microsofts Windows Media Video.
2003 erfreute sich ein Tool unter den PC-WELT-Lesern einer hohen Beliebtheit, über das wir später im Jahr aufgrund des neuen Urheberrechtsgesetzes dann nicht mehr berichten durften. Die Freeware DVD Shrin k erstellte nicht nur unter Missachtung des Kopierschutzes Kopien von DVD-Filmen, sondern sorgte außerdem auch noch automatisch dafür, dass der kopierte Film auf einem handelsüblichen 4,5-GB-Rohling Platz fand. Aufgrund des seit dem 13.9.2003 gültigen neuen Urheberrechtsgesetzes durften wir nicht mehr das Tool zum Download anbieten und die Nutzung des Tools ist illegal. Der Entwickler von DVD Shrin k geriet schließlich 2005 in Konflikt mit der US-Justiz und erhielt eine Aufforderung, die Verbreitung des Tools einzustellen, der er nachkam. Zuletzt wurde DVD Shrin k 2004 aktualisiert, wobei im Netz viele mit Malware verseuchte Fassungen kursieren, die vorgeben aktueller zu sein.
Mozillas Firefox hat für viel Wirbel auf dem Browser-Markt gesorgt und bewiesen, dass es auch ein David gegen ein Goliath aufnehmen kann. Vorausgesetzt, das Produkt ist wirklich gut und kann die Massen überzeugen. Anfang 2000 schien Microsoft den Browser-Markt fest in der Hand zu haben. Durch die Bündelung des Internet Explorers mit Windows hatte der IE einen massiven Marktanteil und hatte auch nicht zuletzt dafür gesorgt, dass die Konkurrenz die Segel streichen musste. Netscape hatte bereits 1998 die Mozilla Foundation gegründet, die sich um die Weiterentwicklung des Browsers kümmern sollte. Das Ergebnis ging dann schließlich mit Firefox 1.0 am 9.11.2004 an den Start. Firefox ist es zu verdanken, dass wieder Bewegung in den Browser-Markt kam und die Weiterentwicklung und Implementierung neuer Technologien beschleunigt wurde. Die Marktanteile des Internet Explorers sanken in den letzten Jahren massiv: Von 95% im Jahr 2002 auf 63% im Dezember 2009. Firefox hielt im Dezember 2009 einen Marktanteil von knapp 25% - Tendenz steigend.
Mitte 1999 erschien erstmalig ein Tool, dass das Netz und die Internet-Gemeinde im Sturm erobern sollte: Die Musiktausch-Software Napster des Entwicklers Shawn Fanning erlaubte es den Anwendern, bequem und einfach MP3-Musikstücke miteinander auszutauschen. Durch allerlei Tricks war es auch möglich, normale Dateien über Napster auszutauschen. Es dauerte natürlich nicht lange, ehe sich Napster den Zorn der Musikindustrie ausgesetzt sah. Ein Gericht sorgte dafür, dass der zentrale Server von Napster abgeschaltet werden musste. Das wiederum sorgte dafür, dass P2P-Netzwerke entstanden, die dezentralisiert funktionieren können und somit schwerer abzuschalten sind. Mitte 2001 nahm die Anzahl der Napster-Nutzer rapide ab, nachdem angekündigt worden war, dass das Tool kostenpflichtig werden sollte. Im Mai 2002 überraschte die Ankündigung, Bertelsmann wolle die Rechte an Napster kaufen. Dennoch ging Napster kurze Zeit später in den Konkurs. Jahre später dann der Neustart: Roxio stellte 2004 mit Napster 2.0 einen Musik-Onlinedienst ins Netz, der seit Ende 2005 auch in Deutschland verfügbar ist.
Was Firefox im Bereich Browser ist, bedeutet Openoffice.org für den Office-Markt. Openoffice.org ist für alle Plattformen erhältlich und zeigt sich jeher als äußerst fortschrittlich, was nicht zuletzt die unterstützten Formate anbelangt. Zu den Kernkomponenten von Openoffice.org gehören Calc (Tabellenkalkulation), Writer (Textverarbeitung) und Impress (Präsentation). Hinzu kommen Draw (Grafik) Base (Datenbank) und Math(Formel-Editor). Seinen Ursprung hat Openoffice.org in StarOffice des Unternehmens Star Division. Sun Microsystems übernahm die Rechte 1999 und stellte dann 2000 das Openoffice.org-Projekt vor. Openoffice.org 1.0 wurde im Mai 2002 veröffentlicht. Es folgten Openoffice.org 2.0 im Juli 2003 und Openoffice.org 3.0 im Oktober 2008. Openoffice.org 3.2 soll noch im Januar 2010 erscheinen.
Eine häufig gestellte Frage im vergangenen Jahrzehnt: Wann kommt das SPx für Windows XP, Windows Vista & Co. heraus? Keine Software ist perfekt und das galt und gilt natürlich auch für Windows und Office, für die regelmäßig größere Service Packs ausgeliefert wurden, die Schwachstellen aus den Produkten beseitigten oder gar neue Funktionen hinzufügten. Die Ungewissheit darüber, wann nun ein Patch erscheint, war vorbei, als Microsoft im Oktober 2003 den allersten Patch-Day zelebrierte. Seit dem werden an jedem ersten Dienstag im Monat diverse Sicherheits-Updates veröffentlicht. Sowohl für Administratoren als auch für Endanwender ist diese Regelmäßigkeit positiv und zur Pflicht des auf Sicherheit bedachten Windows-Anwenders gehört es, am betreffenden Patch-Day via Windows Update die neuen Patches zu installieren.
Mozillas zweites großes Projekt trägt den Namen Thunderbird und es handelt sich dabei um einen Mail- und Newsreader-Client. Ursprünglich enthielt die Mozilla Suite einen Browser und einen Mail-Client. Letztendlich wurde aber beschlossen, die Weiterentwicklung getrennt weiterzutreiben, woraus Firefox (Browser) und Thunderbird (Mail) entstanden. Die erste lauffähige Version von Thunderbird erschien im Sommer 2003. Thunderbird ist eine echte Alternative zu Outlook Express, das von Microsoft bei Windows XP in der Version 6 mitgeliefert wurde. In Vista wurde Outlook Express durch Windows Mail abgelöst und in Windows 7 wird gar kein Mail-Client mehr standardmäßig mitgeliefert. Dennoch hat auch Thunderbird mit einem anderen Trend zu kämpfen: Viele Anwender verwalten ihre Mail nur noch über web-basierte Mail-Clients. Wer diesem Trend nicht folgen will, der wird mit Thunderbird bestens bedient. Alternativ kann auch zu den Suites Opera oder Seamonkey gegriffen werden, die sowohl einen Browser als auch einen Mail-Client enthalten.
Das Thema "Virtualisierung" hat im Laufe des Jahrzehnts enorm an Bedeutung gewonnen - auch für Endanwender wird das Thema dank der immer leistungsfähiger gewordenen Hardware immer interessanter. Das zu Sun Microsystems gehörende VirtualBox hat sich in den letzten Monaten zu einer äußerst beliebten und auch nützlichen Virtualisierungs-Software gemausert. Mit VirtualBox können gängige Betriebssysteme als virtuelle Maschinen genutzt werden. Im Jahr 2009 erfolgten zahlreiche Updates, die der Virtualisierungssoftware unter anderem die Unterstützung von Mehrkern-Prozessoren, OpenGL und Direct3D 8/9 hinzugefügten. Microsoft bietet für Windows 7 Ultimate und Professional den XP Mode an. Dabei handelt es sich um ein virtuelles XP, dass innerhalb der kostenlos erhältlichen Virtualisierungssoftware Windows Virtual PC läuft. Es gibt übrigens auch eine Verbindung zwischen Windows Virtual PC und Virtualbox: An Virtualbox arbeitete ursprünglich das Unternehmen innotek, welches 2008 von Sun übernommen wurde. Viel früher bereits hatte innotek gemeinsam mit dem Unternehmen Connectix an Virtual PC gewerkelt, das dann 2003 von Microsoft übernommen worden war.
Der freie Mediaplayer VLC Media Player unterstützt alle gängigen Audio-, Video- und Streaming-Formate. Gerade deshalb erfreut sich das Tool in der PC-WELT Redaktion großer Beliebtheit, aber auch die PC-WELT-Leser setzen das kostenlose Tool gerne und häufig ein. Das Tool wird seit 1999 vom VideoLAN-Team entwickelt und im Juli 2009 erschien die erste Version 1.0 des Tools. Es gibt viele, viele Alternativen zum VLC Media Player, aber viele Anwender bleiben VLC treu.
Die beliebte Musik-Abspielsoftware Winamp von Nullsoft machte in den letzten 10 Jahren eine große Entwicklung. Von AOL übernommen fand der Wechsel von der reinen Shareware hin zur Freeware. So wurde ab Sommer 1999 Winamp 2.50 gratis angeboten. Die Nachfolgeversion Winamp 3 stieß in der Fangemeinde nicht gerade auf große Begeisterung, so dass sich die Entwickler gezwungen sahen zu handeln. Winamp 3 wurde einfach von Winamp 5 abgelöst, wobei die Entwickler betonten, dass diese neue Version die besten Features der beiden Vorgängerversionen enthalten (2 + 3 = 5). Winamp-Vater Justin Frankel verließ im Januar 2004 AOL. Zunächst wurde über die Zukunft von Winamp gerätselt, die Weiterentwicklung ging allerdings weiter. Winamp gehört auch heute noch zu den beliebtesten Musik-Tools überhaupt.

