Über 60.000 Schädlinge sind heute bekannt. Allerdings spielt nur ein Bruchteil davon wirklich eine Rolle. Aus aller Welt sammelt der Amerikaner Joe Wells seit 1993 Berichte über Virenbefall und stellt sie monatlich in seiner Wild-List zusammen, die Sie unter der Adressewww.wildlist.orgeinsehen können.
Auch die meisten Hersteller von Antiviren-Software und die englische FachzeitschriftVirus Bulletinveröffentlichen jeweils eigene Top-Ten- Listen. Im Wesentlichen decken sich die Ergebnisse, wenngleich sie zum Teil davon geprägt sind, wo die Unternehmen mit ihrer Software besonders präsent sind.
Gemeinsam ist allen Listen, dass etwa 20 bis 30 Schädlinge 99 Prozent der Infektionen ausmachen. Auffällig: Das Internet sorgt dafür, dass neue Viren schnell Einzug in die Wild-List halten und oft auch rasch wieder daraus verschwinden. Zahlreiche Schädlinge bevölkern aber auch nach ein oder zwei Jahren noch die Top-Listen - ein deutliches Indiz dafür, wie schlecht viele PCs vor Viren geschützt sind.
Die Wild-List für Januar 2003 finden Sie in der unterliegenden Abbildung "Viren im Überblick: Diese Schädlinge kursieren oft". Es fällt auf, dass fast nur Malware in der Liste auftaucht, die sich selbst per Mail verbreitet - sie ist mit dem Namenszusatz "m" beziehungsweise "mm" gekennzeichnet
Die einzige prominente Ausnahme ist der Dateivirus W32/Elkern, der allerdings vom Wurm W32/Klez sozusagen huckepack transportiert wird. Sobald Klez einen PC erreicht hat und aktiv geworden ist, legt der Wurm eine Kopie von Elkern auf der Festplatte an und startet den Virus. Weitere Ausnahmen betreffen zwei Windows-95/98/ME-Viren, die bereits seit Jahren ihr Unwesen treiben. Win NT 4, 2000 oder XP können diese beiden Viren gar nicht infizieren.
Makroviren sowie VB-Script- und Javascript- Schädlinge sind in puncto Verbreitung ebenfalls auf dem Rückzug. Bemerkenswert ist, dass sich gerade sehr alte Exemplare dieser Gattung halten. JS/Kak und W97M/Marker gibt es schon lange, der legendäre Loveletter ist gleich in mehreren Versionen im Umlauf.
Das zeigt, dass immer noch viel zu viele PCs völlig ungeschützt ohne Antiviren-Tool arbeiten. Denn selbst das schlechteste Virenschutzprogramm findet Loveletter. Ein Bootvirus taucht gar nicht mehr in der Wild-List auf, in der Ergänzungsliste mit weniger verbreiteter Malware gibt es noch Bootviren, die aus den Jahren 1994/95 stammen. Sie überdauern auf alten Sicherungs- und Systemdisketten
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