Lange Jahre beschränkte sich der Einsatz von Flash auf Nischenanwendungen wie Videostreaming, animierte Bannerwerbung oder Intros für Webanwendungen. Der Durchbruch in Richtung eines RIA-Business begann mit der Übernahme des Flash-Erfinders Macromedia durch Adobe im Jahr 2005. Adobe nutze die bis dahin entwickelten Basistechniken zur systematischen Weiterentwicklung in Richtung einer umfassenden RIA-Systemarchitektur mit professionellen Entwicklungswerkzeugen.
Der erste Meilenstein dorthin war die Flash-Version 8, die zahlreiche Innovationen brachte: Die bisherige vektororientierte Technik wurde um Bitmaps erweitert und ein neuer Videocodec mit Alphakanal-Unterstützung hielt Einzug. Mit Studio 8 präsentierte Adobe auch das passende professionelle Entwicklungswerkzeug. Mit Flex lieferte das Unternehmen dann ein umfassendes Open Source-Framework zur Entwicklung von Rich Internet Applications, mit dem sich interaktive RIAs über MXML (Macromedia-XML-Format) und Actionscript 3 erstellen lassen. Mehr Komfort und kürzere Entwicklungszeiten bietet der Adobe Flex Builder 3 – ein Eclipse-basiertes Entwicklungs-Tool, das über einen Compiler und Debugger verfügt und in der neuesten Version um einen visuellen CSS-Editor und einen Profiler erweitert wurde. Adobe AIR schließlich versetzt Entwickler in die Lage, auf Basis von Webtechnologien, mit denen sie bereits arbeiten (HTML, Ajax, PDF, Adobe Flash und Adobe Flex), RIAs für den Desktop zu erstellen.
Für den Entscheider bleibt festzuhalten, dass Adobe die Software-Firma mit der längsten RIA-Erfahrung ist und ein breites Spektrum an Entwicklungswerkzeugen bereitstellt. Dazu kommt, dass der Flash-Player eine enorme Verbreitungsbasis aufweisen kann. Über 90 Prozent der Windows-PCs sind nach Herstellerangaben damit ausgerüstet.
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