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Geheime Befehle für Android ausprobiert

17.05.2016 | 11:41 Uhr |

Machen Sie mehr mit Ihrem Smartphone als der Hersteller erlaubt – ohne zu rooten. Spezielle Ziffern-Codes entlocken dem mobilen Gerät zusätzliche Infos und Funktionen. Aber Vorsicht: Das ist nicht ohne Risiko.

Normalerweise steuern Sie Ihr Smartphone oder Tablet über die Menüs des Betriebssystems oder der Apps. Bestimmte Funktionen erreichen Sie aber nur durch Steuerbefehle: Das sind Ziffernkombinationen, die Sie wie eine Telefonnummer über die Telefon-App des Mobil-Gerätes eingeben.

Viele dieser Funktionen sind eigentlich nicht für den Anwender bestimmt, sondern für den Mobilfunkanbieter oder Servicetechniker: Aus diesem Grund sind die wenigsten öffentlich dokumentiert. Deshalb sollten Sie unbedingt beim Ausprobieren unbedingt vorsichtig: In den allermeisten Fällen gibt das Telefon nur eine Fehlermeldung aus, wenn es den Befehl nicht kennt – zum Beispiel „Verbindungsproblem oder ungültiger MMI-Code“. Es kann dabei aber auch abstürzen: Dann hilft nur ein Neustart. Besonders fiese Befehle löschen sogar das Smartphone.

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Test-Menü: Auf dem HTC Desire X bringt ein bestimmter Code Tests für Bildschirm, Sensoren und Kameras zum Vorschein.
Vergrößern Test-Menü: Auf dem HTC Desire X bringt ein bestimmter Code Tests für Bildschirm, Sensoren und Kameras zum Vorschein.

Spezielle Befehle für einzelne Smartphones

Es gibt dabei Steuercodes, die direkt auf dem Gerät ausgeführt werden: Hier genügt es, die Ziffern einzugeben, damit sich etwas tut. Das Problem: Die meisten dieser Geheim-Codes funktionieren nur auf bestimmten Modellen, und oft nur dann, wenn darauf eine bestimmte Android-Version läuft. Zum Beispiel öffnet die Kombination *#0*# auf dem Samsung Galaxy ein erweitertes Service-Menü. Mit dem können Sie beispielsweise die Farbdarstellung des Bildschirms testen, um nicht funktionierende Pixel zu entdecken. Oder Sie prüfen, ob Vibration oder Lage-, Licht- und Beschleunigungssensoren auf dem Smartphone funktionieren.  Einen ähnlichen Testmodus bietet beispielsweise auch das HTC Desire X : Hier müssen Sie die Funktion per *#*#3424#*#* aufrufen.

Es geht nicht alles: Die meisten Codes funktionieren nur auf bestimmten Smartphones, bei bestimmten Providern oder einer bestimmten Android-Version.
Vergrößern Es geht nicht alles: Die meisten Codes funktionieren nur auf bestimmten Smartphones, bei bestimmten Providern oder einer bestimmten Android-Version.

Gerätenummer am Mobilgerät auslesen

Jedes Handy und jedes Tablet mit eingebauter Mobilfunk-Hardware besitzt eine eindeutige Gerätenummer, die sogenannte IMEI, International Mobile Station Equipment Identity. Es lohnt sich unbedingt, diese Nummer zu kennen, denn im Falle eines Verlusts identifizieren Sie Ihr Handy am einfachsten über die IMEI. Das klappt selbst dann, wenn jemand das Gerät zwischenzeitlich auf Werkseinstellungen zurückgesetzt hat. Die Nummer zu kennen hilft auch im Fundbüro, wenn Sie dort jemand überzeugen müssen, dass das Handy Ihnen gehört.

So geht’s: Die IMEI erscheint, wenn Sie die Telefon-App starten und diesen Code eingeben: *#06#. Sie können sich die IMEI abschreiben oder einfach ein Bildschirmfoto der Nummer machen und anschließend an den PC senden. Bildschirmfotos am Smartphone gelingen meist über eine Tastenkombination, die Sie einige Zeit gedrückt halten. Beispiele sind: Einschalttaste mit Leisertaste oder Einschalttaste mit Hometaste. Oder Sie halten die Einschalttaste etwas länger gedrückt und bekommen ein Auswahlmenü. Bei iOS-Geräten drücken Sie kurz Einschalttaste mit Hometaste.

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Akku- und Systeminfos am Smartphone anzeigen lassen

Durch den Code *#*#4636#*#* kommen Sie in ein erweitertes Info-Menü. Im Punkt „Akkuinformationen“ wird die Temperatur des Akkus angezeigt und Sie sehen die Betriebsdauer des Gerätes. Unter „Nutzungsstatistik“ finden Sie Infos darüber, welche Apps seit wie langer Zeit aktiv sind. Und schließlich gibt es unter „WiFi Information“ Angaben zum Status der WLAN-Verbindung und zur Konfiguration des verbundenen Access Points, beispielsweise, ob er DHCP verwendet und mit welcher Verschlüsselung die WLAN-Verbindung gesichert ist. Der Code funktioniert auch ohne eingelegte SIM-Karte, weil er das Telefon direkt anspricht.

Geheimer Anruf: Per Zifferncode können Sie einfach Ihre Rufnummer verbergen
Vergrößern Geheimer Anruf: Per Zifferncode können Sie einfach Ihre Rufnummer verbergen

Android-Befehle fürs Handy-Netz

Geben Sie dagegen einen GSM- oder MMI-Code ein, muss das Telefon eine Verbindung ins Handynetz haben. Denn mit diesen Befehlen sendet das Smartphone eine Anfrage zum Mobilfunkanbieter, um netzinterne Funktionen einzustellen. Zum Beispiel können Sie mit #31# die Anzeige Ihrer Nummern bei Anrufen unterbinden. Über andere GSM-Codes fragen Sie den Status Ihres Telefons für die Rufweiterleitung bei Nichtannahme, Nichterreichbarkeit oder Besetzt ab.

Ein weiteres Beispiel ist der Code *#21# . Er zeigt den aktuellen Status der Rufumleitung an. Starten Sie die Telefon-App und geben Sie den Code *#21# ein. Die App zeigt den Status der Rufumleitung. Mit den folgenden Befehlen ändern Sie die Rufumleitung: einrichten mit **21*, löschen mit ##21#, deaktivieren mit #21# und aktivieren mit *21#. Da diese Codes zum Telefonprovider gesendet werden, hängt es von Ihrem Anbieter ab, welche Befehle er unterstützt und welche nicht. GSM-Codes müssen mit der Anruftaste gesendet werden

Ähnlich funktioniert die Kommunikation über USSD-Befehle (Unstructured Supplementary Service Data): Entsprechende Zahlencodes werden häufig bei Prepaid-Phones genutzt, um etwa den Kontostand der Prepaid-Karte anzuzeigen. Die meisten USSD-Codes gehen daher auch nur bei bestimmten Mobilfunkprovidern: Mit dem Zahlencode *140# können sich O2-Kunden beispielsweise den aktuellen Rechnungsbetrages ihres Tarifs anzeigen lassen.

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Gefahr durch Android-Codes

Wie bei den GSM-Codes werden USSD-Befehle üblicherweise erst abgeschickt, wenn Sie in der Telefon-App die Anruftaste betätigen. Allerdings lässt sich ein USSD-Code auch automatisch ausführen – und dann wird es gefährlich: In Verbindung mit dem Befehl tel: lässt sich ein USSD-Code als Link auf einer Webseite hinterlegen. Dann kann es passieren, dass das Smartphone den Steuercode automatisch ausführt, wenn der Browser diese Webseite öffnet. So lässt sich auf der Webseite ein Code hinterlegen, der die PIN ändert oder das Telefon auf Werkseinstellungen zurücksetzt. Dieses Problem wurde bereits für das Samsung Galaxy S3 öffentlich gemacht. Aber auch Smartphones anderer Hersteller wie HTC oder LG sind betroffen.

Abgefangen: Die App NoTelURL verhindert, dass das Smartphone bösartige Android-Codes ungefragt ausführt
Vergrößern Abgefangen: Die App NoTelURL verhindert, dass das Smartphone bösartige Android-Codes ungefragt ausführt

So schützen Sie sich vor gefährlichen Codes

Bei Geräten mit Jelly Bean (Android 4.1) hat Google diese Schwachstelle behoben: Die Telefon-App führt den Schad-Code nicht mehr automatisch aus, Sie können den Vorgang also abbrechen. Ähnlich funktionieren Sicherheits-Apps wie NoTelURL : Diese App unterbindet das Aufrufen von Telefonnummern aus dem Web-Browser. Wollen Sie diese Funktion aber nutzen, empfiehlt sich TelStop : Die App verhindert, dass USSD-Code automatisch ausgeführt wird. Wenn Sie den Anruf-Befehl wirklich ausführen wollen, können Sie dafür die gewohnte Telefon-App auswählen.

Ausgewählte Android-Codes

Funktion

*#0*#

Öffnet das Servicemenü (überwiegend bei älteren Handys)

**04*alte PIN*neuePin*neue Pin#

Ändert die PIN

**042*alte PIN2*neuePIN2*neue PIN2#

Ändert die PIN2

*#004#

Statusabfrage der bedingten Rufumleitung

**004*

Einschalten der bedingten Rufumleitung

*004#

Aktivieren der bedingten Rufumleitung

#004#

Deaktivieren der bedingten Rufumleitung

##004#

Löschen der bedingten Rufumleitung

**05*PUK*neue PIN1*neue PIN1#

Entsperrt die PIN

**052*PUK2*neue PIN2*neuePIN2#

Entsperrt die PIN2

*#06#

Zeigt die eindeutige Gerätekennung (IMEI) an

*#21#

Statusabfrage der Rufweiterleitung

**21*Rufnummer#

Einrichten der Rufweiterleitung

*21#

Aktivieren der Rufweiterleitung

#21#

Deaktivieren der Rufweiterleitung

##21#

Löschen der Rufweiterleitung

*#30#

Status der Nummernanzeige bei eingehenden Anrufen

*#31#

Status der Nummernanzeige bei ausgehenden Anrufen

*#61#

Status der Rufumleitung, wenn das Handy nicht antwortet

**61*[Rufnummer]*10*[Sekunden,etwa 5, 10, 15, 20, 25 oder 30]#

Programmieren der Rufumleitung, wenn das Handy nicht antwortet  (ausgeschaltet, kein Netz)

*61#

Aktivieren der Rufumleitung, wenn das Handy nicht antwortet

#61#

Deaktivieren der Rufumleitung, wenn das Handy nicht antwortet

##61#

Löschen der Rufumleitung, wenn das Handy nicht antwortet

*100#

Zeigt das Prepaid-Guthaben an (bei Telekom, Vodafone, E-Plus)

*101#

Zeigt das Prepaid-Guthaben an (bei O2)

*102#

Kosten letzter abgehender Anruf/SMS (bei Vodafone)

*105#

Prepaid-Bonus-Guthaben anzeigen (bei O2)

*130#

Prepaid-Guthaben anzeigen (bei Swisscom u.a.)

*135#

Eigene Rufnummer anzeigen (bei Telekom)

*140#

Zeigt Tarifdetails an (bei O2)

*#0228#

Zeigt den Batteriestatus an (bei einigen Geräten)

*#*#0283#*#*

Audiotest für Lautsprecher und Mikrofon (für Samsung Galaxy)

*#0782#

Uhrzeit des Smartphones wird angezeigt (für Samsung Galaxy)

*#*#1575#*#*

GPS-Test (für Samsung Galaxy)

*2767*3855#

Firmware neu installieren

*2767*4387264636*

Zeigt den Produktcode des Geräts an

*#3282*727336*#

zeigt Anzahl aller Anrufe, belegten und freien  Speicherplatz, Anzahl der Kontakte (für Samsung Galaxy)

*#7353#

Schnell-Test, u.a. für Lautsprecher, Vibration, Kamera, Touch-Screen (für Samsung Galaxy)

*#*#8255#*#*

Zeigt Einstellungen für die Google-App Talk

*#*#7780#*#*

Auf Werkseinstellungen zurücksetzen

*#12580*369*#

Zeigt Systeminfos an

*#32489#

Zeigt die genutzte Geräteverschlüsselung an

*#*#4636#*#*

  - Batterieinfos anzeigen - Infos zum Handy anzeigen - WLAN-Infos anzeigen, -Status ändern - Nutzungsstatistik anzeigen  

*#*#273283*255*663282*#*#*

Kamerafotos kopieren

*#*#197328640#*#*

Servicemodus aktivieren

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