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Acht Tipps für die sichere Cloud

15.02.2015 | 14:05 Uhr |

Cloud-Speicherdienste sind äußerst praktisch und gelten dennoch als unsicher. Doch tragen sie ihren schlechten Ruf zu Recht? Und was können Anwender tun, um das Beste aus der Technik herauszuholen?

Was vor einigen Jahren noch als kleine Meisterleistung der technikverliebten IT-Fachleute galt, ist heute nicht mehr als eine Basisqualifikation für Information-Worker: größere Dokumente außerhalb des eigenen Computers speichern, Dateien oder ganze Ordner anderen Menschen zur Verfügung stellen. Dafür braucht man heute keinen Ingenieurabschluss mehr. Dropbox , Google Drive , Microsoft Skydrive , Cloudme , Teamdrive , Hornetdrive - allein die Auflistung aller Anbieter würde den Rahmen des Artikels sprengen (eine Übersicht der Online-Datensicherungs-Anbieter findet sich auf Wikipedia ).

Bis auf einige wenige Unterschiede in der Ausprägung arbeiten alle Online-Speicher-Lösungen nach einem identischen Prinzip: Der Anwender meldet sich bei einem Anbieter an und erhält einen Benutzernamen sowie ein geheimes, nur ihm bekanntes Passwort. Mit diesen Benutzerdaten kann er sich bei dem Online-Service anmelden und Dateien oder Ordner auf dem Speichersystem des Anbieters ablegen, bearbeiten oder löschen. In der Grundeinstellung ist zunächst kein Zugriff durch Dritte möglich, und der Anwender selbst greift per Webbrowser auf den Service zu.

Standards und Geschäftsmodelle

Kleine Zusatzprogramme oder die Verwendung von Bordmitteln wie WebDAV ermöglichen eine Integration in das lokale Dateisystem. WebDAV -Zugriffe zielen auf eine Speicherressource auf einem entfernten Server - hierbei handelt es sich somit um einen direkten Zugriff. Andere Lösungen, beispielsweise das Produkt Hornetdrive oder die Verwendung des lokalen " Google Drive "-Clients, synchronisieren die Daten der entfernten Ressourcen und erlauben auf diese Weise einen schnelleren Zugriff.

Die Technik: Google Drive funktioniert nach dem Fremium-Modell.
Vergrößern Die Technik: Google Drive funktioniert nach dem Fremium-Modell.
© Frank-Michael Schlede / Thomas Bär

Üblicherweise arbeiten die Anbieter nach dem sogenannten Freemium-Geschäftsmodell . Das heißt, dass der Basisdienst gratis angeboten wird und darüber hinausgehende Dienste, beispielsweise die Erweiterung des Speicherplatzes, kostenpflichtig sind. Die Größe des angebotenen kostenlosen Speichers variiert, je nach Anbieter, zwischen 2 und 5 Gigabyte.

So weit, so leicht zu verstehen. Doch jetzt fangen die Probleme erst an: Welcher Dienst ist der richtige? Wie sollten sich insbesondere Kleinunternehmen und Freiberufler entscheiden? Wie sicher sind die Dienste? Wir haben acht Tipps und Tricks zusammengestellt, die Ihnen helfen sollen, den richtigen - und vor allem sicheren - Cloud-Speicherplatz zu finden.

Tipp 1 - Das Kleingedruckte lesen

Umfangreich: Microsofts Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen umfassen neun DIN-A4-Seiten.
Vergrößern Umfangreich: Microsofts Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen umfassen neun DIN-A4-Seiten.
© Frank-Michael Schlede / Thomas Bär

Da es so viele Anbieter gibt, ist die Auswahl schwierig. Geht es nur um die eigenen, primär persönlichen Daten, bieten sich die klassischen Dienste von Google oder Microsoft an. Aber auch die bekannten Internet-Provider wie beispielweise 1&1 haben ihre Angebote um Online-Speicher oder gar komplette "Cloud-Office"-Lösungen erweitert. Wie bei jedem Vertragsabschluss gilt auch hier: Der Blick in die Geschäftsvereinbarungen ist besonders wichtig. Als Beispiel für Sicherheitsprobleme, die schon zu diesem Zeitpunkt auftreten können, möchten wir an die erste Fassung der deutschsprachigen allgemeinen Geschäftsbedingungen des Google-Dienstes erinnern: Hier stand im " Kleingedruckten " zunächst, dass Google das Recht habe, alle vom Anwender erstellten Dokumente beliebig weiterzuverwenden. Die Firma hat diese Klausel als Übersetzungsfehler bezeichnet und den Abschnitt komplett ersetzt. Der Vorfall zeigt aber deutlich, wie wichtig der Blick in die Geschäftsvereinbarungen für die Sicherheit und Integrität der Daten ist, die Sie in einem Cloud-Speicher ablegen.

Tipp 2 - Immer mehrfach sichern

Auch wenn die Anbieter immer wieder gern suggerieren, dass bei Verwendung eines Cloud-Speichers alle Daten absolut sicher sind: Der Online-Speicher sollte niemals der einzige Speicherort für wichtige Daten sein. Solche Cloud-Services sind eine praktische Alternative zu anderen Speichermedien, beispielsweise traditionellen Backup-Systemen oder externen Festplatten, da sie vor Zerstörung oder Naturkatastrophen am eigenen Standort schützen. Sie helfen aber beispielsweise nicht bei der Insolvenz eines Anbieters. Muss ein Dienst wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten eingestellt werden, kann es durchaus passieren, dass die Daten von einem Tag auf den anderen weg sind. So bleibt auch hier nur der Hinweis: Regelmäßige Backups sind und bleiben wichtig - auch wenn die Daten auf einem Cloud-Speicher liegen.

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