22.07.2011, 11:19

Tobias Weidemann

Wann steht LTE zur Verfügung und wie viel wird es kosten?

Die gute Nachricht: Wie sowohl Vodafone als auch O2 auf Nachfrage von PC-WELT mitteilten, geht der Ausbau der LTE-Netze und damit das Schließen der weißen Flecken in der Netzabdeckung schneller voran als gedacht. Pilotversuche haben ergeben, dass die Empfangsqualität der neuen LTE-Technik besser als erwartet ist. Bis zu 1900 Verteiler will beispielsweise O2 bis Ende dieses Jahres installiert haben. Dabei könne man bestehende Sendemasten als Verteilungspunkte nutzen, kenne also bereits die durch die Umgebung vorgegebenen Sendeeigenschaften recht genau.
Ein vorhandener UMTS-Sendemast kann für gerade einmal 30 000 bis 80 000 Euro auf die neue Technik umgerüstet und erweitert werden. Das ist ein überschaubarer Betrag, verglichen mit den Kosten, die für die Neu-Installation einer Sendeanlage anfallen würden. Viele Verbesserungen in Bezug auf die Qualität des Netzes wird es erst im Laufe der Zeit geben. Anders als bei anderen Technologien lassen sich nämlich viele Parameter in Bezug auf die Sendeleistung auch nachträglich per Software-Update justieren.
Erste Tarife zielen auf DSL-Ersatz durch LTE
Obwohl LTE der Nachfolger von UMTS ist und sich somit auch für den mobilen Internetzugang eignet, sind die bereits angebotenen Tarife ausschließlich auf den stationären Empfang ausgerichtet. Sie sind an eine bestimmte Adresse gebunden, teilweise auch mit einem bestimmten Festnetzanschluss und einer Festnetz-Flatrate gekoppelt. Immerhin: Die Größe des Bereichs, in dem LTE für den einzelnen Haushalt verfügbar ist, hängt von der Funkzelle ab und umfasst etwa einen Umkreis von zwei Kilometern.
Bislang gibt es nur von der Deutschen Telekom und Vodafone LTE-Angebote. Gemeinsam ist ihnen, dass der Datendurchsatz nach Verbrauch eines bestimmten Volumens gedrosselt wird, wie es von anderen mobilen Anschlüssen bekannt ist. Der Begriff „Flatrate“ ist also zumindest irreführend. Wer sich bei der Deutschen Telekom für den Tarif „Call & Surf Comfort via Funk“ entscheidet, hat gerade einmal 3 GB Datenvolumen im Monat mit vollem Tempo von 3000 KBit/s frei, bis die erste Drosselung auf 1000 KBit/s zuschlägt. Nach weiteren 2 GB wird der Datenstrom auf 384 KBit/s gebremst. Da fühlt sich zumindest der ehemalige Modemnutzer wieder an alte Zeiten erinnert.
Bei Vodafone wirkt die Bremse je nach gewähltem Tarif frühestens nach 5 GB Datenvolumen, spätestens nach 30 GB. Die maximale Download-Geschwindigkeit kann zwischen 3600 und 10 000 KBit/s betragen – je nachdem, was der Kunde zu zahlen bereit ist. Auch bei der Gestaltung des Tarifs lässt Vodafone dem Kunden mehr Freiheit: Bei 29,95 Euro monatlich geht’s los, jeweils 10 Euro Aufpreis werden für eine Telefon-Flatrate ins deutsche Festnetz fällig.
Wichtiger noch als bei DSL ist gerade in der Anfangszeit von LTE die Anpassbarkeit der mitgelieferten Hardware. Die Telekom bietet den Router Speedport LTE800 an, bei Vodafone erhalten Sie die EasyBox 803 und die LTE Turbobox. Allerdings berichten die ersten Nutzer von Verbindungsabbrüchen aufgrund eines Problems in der Geräte-Software der Router. Vodafone kündigte daraufhin an, das Problem binnen weniger Wochen beheben zu können.
Ein weiteres interessanteres Gerät, das demnächst auch anbieterunabhängig verkauft werden soll, ist die AVM Fritzbox 6840 LTE ( Preis steht noch nicht fest). Sie eignet sich für den 800- und 2600-MHz-Frequenzbereich und arbeitet mit WLAN-N mit 2,4 oder 5 GHz. Das Gerät kann eine Telefonanlage mit Anrufbeantworter und Faxempfang ersetzen sowie als Mediaserver für Filme, Fotos und Musikdateien dienen. Wer sich also einen gut ausgestatteten LTE-Router anschaffen will, wird mit dem AVM-Gerät besser bedient sein als mit den Produkten von den Mobilfunkfirmen, die nur ein Minimum an Anschlüssen und Erweiterungsmöglichkeiten besitzen.
Bei der Frage, für welchen Anbieter und Tarif man sich entscheiden soll, spielt natürlich auch der konkrete Netzausbau eine Rolle. Ob LTE an Ihrem Wohnort bereits verfügbar ist, erfahren Sie vorab im Internet: Bei Telekom und Vodafone. Da der Netzausbau laut Vodafone-Pressesprecher Dirk Ellenbeck aber so schnell vorangeht, dass die Einträge auf der Karte im Internet nicht immer den aktuellen Stand zeigen, ist in Zweifelsfällen eine Nachfrage bei der Hotline ratsam.
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