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AOL und Time Warner

Zusammenschluss der Medien-Giganten

Am 10. Januar 2000 haben AOL und Time Warner bekannt gegeben, dass sie durch einen Aktientauschs im Wert von 350 Milliarden Dollar (umgerechnet 665 Milliarden Mark) fusionieren wollen. Dadurch soll der Branchenriese "AOL Time Warner" entstehen, an dessen Spitze voraussichtlich AOL-Chef Steve Case stehen wird.

Time-Warner-Aktionäre werden pro Aktie 1,5 Anteile am neuen Unternehmen erhalten - AOL-Anteilseigner sollen eins zu eins tauschen. AOL wird an der Börse momentan mit etwa 163 Milliarden, Time Warner mit 83 Milliarden US-Dollar bewertet. Nach der Fusion wird den AOL-Aktionären 55 Prozent des entstehenden Gemeinschaftsunternehmens gehören, den jetzigen Time-Warner-Aktionären 45 Prozent.

Mit der Fusion gehen zwei weltweit führende Unternehmen zusammen: AOL ist mit über 20 Millionen Mitgliedern der weltweit größte Online-Dienst und Internet-Provider. Zu AOL gehören neben dem AOL-Dienst auch noch Compuserve, der Browser-Hersteller Netscape und Winamp-Hersteller Nullsoft.

Time Warner ist der größte Medienkonzern der Welt, dessen Wurzeln mit dem traditionsreichen Time-Magazin und Hollywood-Filmstudios (die berühmteste Produktion dürfte "Casablanca" sein) jeweils bis in die 20er Jahre zurückreichen. Zum Konzern gehört auch der Fernsehsender CNN und die Warner Music Group.

Für AOL besonders interessant: Time Warner ist auch stark im Geschäft mit dem Kabelfernsehen, kann AOL also Zugang zu Millionen von Kabelkunden verschaffen. Darüber hinaus hat Time Warner starke Marken in der Business-Presse (Fortune, Money, CNNfn.com). Es steht zu erwarten, dass AOL diese Inhalte seinen Mitgliedern zugänglich machen wird.

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