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AOKP - Android-Custom-ROM für Anspruchsvolle

20.12.2015 | 09:55 Uhr |

Das Android Open Kang Project (AOKP) erweitert gezielt die Möglichkeiten Ihres Endgerätes. Wir haben die wichtigsten Funktionen für Sie zusammengefasst.

Die Website von AOKP gibt einen Hinweis, was sich hinter dem kryptischen Namen und dem Begriff Kang verbirgt. Es handelt sich dabei um ein Wortspiel aus „Android Open Source Project“ (AOSP) und „Kang“. Letzteres bedeutet in der englischen Umgangssprache so viel wie „Programmcode stehlen“. Die Basis für die Entwicklung dieses Custom-ROMs ist zum einen natürlich die aktuelle Android-Version. Darüber hinaus haben sich die Entwickler von AOKP aber auch bei Cyanogenmod bedient.

Im Wahrzeichen des „magischen Einhorns“ ist auf diesem Weg eine interessante Alternative zu CM entstanden. Leider ist es in den letzten Monaten etwas ruhiger um das Projekt geworden. An einer aktuellen Android-5-Umsetzung arbeiten die Entwickler laut Blogeinträgen schon seit Längerem, in den Download-Bereichen finden Sie allerdings nur Android-KitKat-Versionen.

Die Anzahl der unterstützten Devices ist fast so umfangreich wie bei CM und umfasst rund 90 Geräte. Die Entwickler von AOKP bewerben ihr Custom- ROM selbst als kompakte Implementierung ohne große Zusatzfunktionen und Bloatware. Darüber hinaus sind Features integriert worden, welche Sie im Standard-Android nicht finden. Dabei haben die Entwickler darauf geachtet, dem Nutzer möglichst viel Freiheit bei der Gestaltung des ROMs zu geben. Die meisten Funktionen und das Aussehen lassen sich individuell gestalten. Die kompletten Einstellungen hierfür hat AOKP im Menüpunkt „ROM Steuerung“ untergebracht.

Die kompletten AOKP-Einstellmöglichkeiten sind im Menü „ROM Steuerung“ zusammengefasst. // Der Sperrbildschirm lässt sich individuell anpassen.
Vergrößern Die kompletten AOKP-Einstellmöglichkeiten sind im Menü „ROM Steuerung“ zusammengefasst. // Der Sperrbildschirm lässt sich individuell anpassen.

Einrichtung des Sperrbildschirms in AOKP

Der primäre Schwerpunkt liegt dabei im schnellen Zugriff auf wichtige Anwendungen. Einer der entscheidenden Ausgangspunkte hierfür ist der Sperrbildschirm: AOKP bietet Ihnen zahlreiche Einstellmöglichkeiten, um diesen nach Ihren Wünschen zu starten. Dies beginnt beim Entsperren über eine Lautstärketaste, geht über die Anzeige von Benachrichtigungen und Batteriestand im Sperrkreis bis hin zum eigentlichen Aussehen.

Der Custom-ROM-Flash geht schief - was nun?

AOKP geht auch bei den Widgets weniger restriktiv vor als andere Custom-ROMs oder Android selbst. Sie können beliebige Zusatzfunktionen auf dem Sperrbildschirm platzieren. Diese Option finden Sie in den Standardeinstellungen unter „Sicherheit –> Bildschirmsicherheit“. Allerdings gibt es zuvor eine wichtige Entscheidung, die Sie treffen müssen: Funktionalität oder Sicherheit. Sie können nur Apps auf dem Sperrbildschirm platzieren, wenn Sie auf eine Sicherung des Geräts mittels Geste oder PIN verzichten.

Erleichterte Navigation in Android

Das Custom-ROM bietet Ihnen einen Navigationsring als Steuerungselement an. Dieser enthält im Standard lediglich die Suche und lässt sich um bis zu fünf weitere Ziele erweitern.

Neben dem Ring erlaubt Ihnen das Custom- ROM auch die Definition von mehreren sogenannten „Ribbon-Menüs“. Dabei handelt es sich um Schnellstartleisten, die am linken und rechten Bildschirmrand durch Wischen erscheinen. In diesen können Sie Ihre am häufigsten benötigten Funktionen und Programme platzieren.

Auch die Schnellstartleiste hat eine Erweiterung erfahren. Diese verbirgt sich in den ROM-Einstellungen unter dem Begriff „Schalter“. Darin legen Sie fest, welche Funktionen in welcher Reihenfolge in der Schnellstartleiste erscheinen sollen.

In AOKP geben Sie an, welche Funktionen in welcher Reihenfolge angezeigt werden sollen.
Vergrößern In AOKP geben Sie an, welche Funktionen in welcher Reihenfolge angezeigt werden sollen.

Verschiedene Benachrichtigungsmuster

In vielen Situationen ist das Smartphone nur im Vibrationsmodus aktiv, da ein Klingelton bei der Arbeit oder in ähnlichen Situationen stört. Im Standard gibt es nur ein Vibrationsmuster. AOKP erlaubt verschiedene Vibrationsmuster, die Sie mit einem Anrufer verknüpfen können.

Besitzt Ihr Smartphone eine LED, können Sie diese individuell konfigurieren und mit verschiedenen Optionen versehen. So sehen Sie nicht nur, wenn Sie eine Whatsapp-Nachricht erhalten haben, sondern beispielsweise auch alle eingehenden Statusnachrichten einer bestimmten App.

App-Sicherheit und Root-Zugang in AOKP

AOKP ist von Haus aus mit einer Root-Funktion ausgestattet. Diese lässt sich zwar nicht an- und ausschalten. Sie finden jedoch in den Einstellungen ein Menü „Superuser“, in dem Sie die Root-Berechtigungen der einzelnen Apps sehen.

Ebenfalls hilfreich ist der Menüpunkt „App-Vorgänge“. Dank diesem sehen Sie sofort, wie aktiv Ihre installierten Apps sind und wann die letzte Aktivität stattgefunden hat. Wenn Sie mit Ihrem Finger länger auf einer App bleiben, bekommen Sie alle genehmigten Berechtigungen und deren letzten Verwendungszeitpunkt angezeigt. Diese können Sie bei Bedarf ändern.

In den App-Vorgängen können Sie genau nachvollziehen, wann eine Anwendung zum letzten Mal aktiv war.
Vergrößern In den App-Vorgängen können Sie genau nachvollziehen, wann eine Anwendung zum letzten Mal aktiv war.

Weitere AOKP-Apps

Für die optimale Nutzung des Custom-ROMs bietet AOKP einige Apps an, die Sie über die Website oder den Google Play Store beziehen können. „AOKPush“ informiert Sie etwa mittels Push-Nachricht, wenn ein neuer Build für Ihr Device zur Verfügung steht. Ebenfalls für Experimentierfreudige ist die App „MGerrit“, die Sie sich über aktuelle Entwicklungen innerhalb der beiden Projekte AOKP und AOSP informiert. Diese ist bereits im Standard-Image enthalten und muss nicht mehr separat nachinstalliert werden.

Für alle, die schnell Informationen rund um das AOKP-Projekt suchen, sei „AOKP.co“ ans Herz gelegt. Mit der kostenpflichtigen Variante für 1,14 Euro überstützen Sie das AOKP-Projekt. Die App zielt auf Interessenten ab, die sich über das Custom-ROM informieren wollen, und enthält eine mobile Version der AOKP-Website.

Fazit

AOKP hat einen recht hohen Reifegrad erreicht. Deswegen gibt es aus dieser Sicht keine Einschränkung für die Nutzergruppe im Vergleich zu CM, bezogen auf die Android-Kitkat-Version. Allerdings sind die Entwicklergruppen der meisten anderen Custom-ROMs deutlich agiler und führen Android 5 schrittweise über mehrere Nightly Builds pro Woche an die Serienreife heran. Wir sind gespannt, wann die Entwickler die erste Android- 5-Version von AOKP vorstellen.

Tipp: Wer sich noch nach weiteren spannenden Custom-ROMs umschauen möchte, sollte einen Blick in die Ratgeber zu Rastapop , Dirty Unicorns , AICP , OmniROM , SlimROMS und Paranoid Android werfen.

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