10.04.2012, 14:55

Michael Schmelzle

AMD-Chipsätze: Baureihe 700, 800 und 900

Für die aktuellen AMD Desktop CPU-Baureihen Athlon II und Phenom II sind die Chipsatz-Serien 700, 800 und 900 konzipiert. Stand der Technik ist die 900er-Serie mit den Northbridge-Varianten AMD 990FX, 990X und 970. Noch weit verbreitet sind Hauptplatinen mit Chipsätzen der 800er-Serie mit den Northbridges AMD 890FX, 890GX, 880G und 870, die jetzt deutlich günstiger zu haben sind. Insbesondere Modelle mit dem 880G-Chipsatz, die den Full-HD-tauglichen Grafikkern ATI Radeon HD 4250 mitbringen, können für einen Allround-PC eine preisgünstige Basis sein.
 
Vereinzelt bietet der Handel auch noch Mainboards mit der 700er-Serie an - diese ist allerdings technisch stark veraltet und daher nicht mehr empfehlenswert. Egal für welchen AMD-Chipsatz Sie sich entscheiden, achten Sie unbedingt darauf, dass bereits der zukunftssichere Prozessorsockel AM3+ verbaut ist, da nur er die kommenden Prozessor-Generation AMD Bulldozer vollumfänglich unterstützt.

Die AMD 900er Serie

Die wichtigsten Unterschiede der aktuellen 9er-Chipsätze gegenüber der 8er-Vorgängerversion: die 900er-Serie HyperTransport 3.1, was den Datendurchsatz der Prozessor-Schnittstelle auf maximal 51,2 GB/s erhöht. Ebenfalls in alle Varianten der 900er-Serie integriert ist die I/O Memory Mapping Unit (IOMMU), über die sich Speicherzugriffe direkt über die Hardware virtualisieren lassen.
 
Zudem setzen die meisten Hauptplatinen-Hersteller beim 9er-Chipsatz bereits ein modernes Bios ein, das Unified Extensible Firmware Interface (UEVI). Die vereinheitlichte erweiterbare Firmware-Schnittstelle ist eine unverzichtbare Voraussetzung, wenn Sie 3-Terabyte-Festplatten wie zum Beispiel die Western Digital Caviar Green WD30EZRSDTL als Systemlaufwerk einsetzen wollen.
 
Interessant für Fans von Karten mit Nvidia-Grafikchip dürfte zudem sein, dass zahlreiche Hauptplatinen-Hersteller für den AMD 990FX die Technik Nvidia SLI lizenzieren. SLI erlaubt, ebenso wie die AMD-Technik Crossfire, die die Chipsätze natürlich schon ab Werk beherrschen, den parallelen Betrieb von mehreren Grafikkarten. Für den 990X gibt es SLI derzeit nur bei den Modellen ASUS M5A99X Evo und Gigabyte GA-990XA-UD3.
 
Die Northbridge-Varianten der 9er-Serie unterscheiden sich untereinander in der Anzahl der Grafikkarten-Steckplätze, die möglich sind: Der AMD 990FX kann bis zu vier Grafikkarten in den Konfigurationen 2 mal x16-PCI-Express-2.0 oder 4 mal x8-PCI-Express-2.0 ansteuern. Der AMD 990X koppelt maximal zwei Grafikkarten im x8-PCI-Express-2.0-Modus. Und der AMD 970 kommt nur mit einer Grafikkarte klar, die er allerdings im vollen x16-PCI-Express-2.0-Tempo ansteuert.
 
Als Southbridge der 900er-Serie kommt in der Regel die SB950 zum Einsatz, die 7.1-Raumklang (High Definition Audio), bis zu 4x PCI-Express 2.0, 6x SATA-600 und 14x USB 2.0 ansteuern kann. Zudem beherrscht der integrierte Raid-Controller die Modi 0, 1, 5 und 10. Gigabit-Ethernet, USB 3.0 und PATA bringt die SB950 nicht mit, die Hauptplatinen-Hersteller bieten diese Schnittstellen aber meist über zusätzliche Controller-Chips von Drittherstellern an.
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