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AMD Athlon XP 3000+

10.02.2003 | 00:03 Uhr |

Nur bei Programmen, die vom größeren L2-Cache des Athlon XP 3000+ profitieren, kann die AMD-CPU zum Pentium 4 3,06 GHz aufschließen. Um so mehr schlägt der saftige Preis auf den Magen.

Auch mit dem neuen CPU-Kern kann der Athlon XP 3000+ Intels Spitzenmodell, den Pentium 4 3,06 GHz, nicht übertrumpfen. Ganz im Gegenteil: In zwei Benchmarks ist AMDs Flaggschiff sogar langsamer als der Athlon XP 2800+ mit dem älteren Thoroughbred-Kern - so verkommt die Modell- zur Lachnummer.

Prozessor mit doppeltem L2-Cache, aber gesunkener Taktrate

Der große Wurf ist AMDs neuer Prozessorkern "Barton" nicht. Die drei neuen Modelle Athlon XP 2500+, 2800+ und 3000+ besitzen mit 512 Kilobyte zwar doppelt so viel L2-Cache wie die Vorgänger auf Basis des "Thoroughbred", arbeiten allerdings mit niedrigeren Taktraten. Der "alte" Athlon XP 2800+ etwa ist 166 MHz schneller als der neue. Dass AMD bei der Modellnummer der Barton-Sprößlinge den Bogen überspannt hat, zeigt der Test des Athlon XP 3000+.

Die typische sowie maximale Wärmeabgabe des Athlon XP 3000+ liegt bei akzeptablen 58,4 respektive 74,3 Watt. Zum Vergleich: Intels Pentium 4 3,06 GHz, gegen den AMDs Spitzenmodell antreten musste, gibt unter Volllast mit 81,8 Watt gut 10 Prozent mehr Wärme ab. Bei unserer AMD-Testplattform setzten wir die Epox-Platine EP-8RDA+ mit Nvidias Nforce-2-Chipsatz ein, die Intel-CPU nahm bei deaktiviertem Hyper-Threading in der hauseigenen D845PEBT2-Platine mit 845PE-Chipsatz Platz.

Athlon XP versus Pentium 4: 2 x Patt und 3 x unterlegen

Die erste faustdicke Überraschung gab's beim Anwendungs-Benchmark PC Mark 2002: Mit einem CPU-Score von 6.604 musste sich der Athlon XP 3000+ nicht nur dem Pentium 4 3,06 GHz (7.459 Punkten) um mehr als 11 Prozent geschlagen geben - selbst der auf dem älteren CPU-Kern Thoroughbred basierende Athlon XP 2800+ war mit 6.738 Punkten noch fast 2 Prozent flotter. Der Grund: Schon beim 2800+ lastet der PC Mark 2002 den 256 Kilobyte großen L2-Cache nicht voll aus, so dass der 3000+ wegen seines um 83 MHz niedrigeren Arbeitstaktes ins Hintertreffen gerät, ohne vom doppelt so großen L2-Cache zu profitieren.

Beim Spielebenchmark 3D Mark 2001 SE lag der Athlon XP 3000+ (12.252 Punkte) in etwa gleichauf mit der Intel-CPU (12.209 Punkte). Beim Open-GL-Spiel Quake 3 blieb AMDs Spitzenmodell mit 248 Bildern pro Sekunde gut 2 Prozent hinter dem Pentium 4 3,06 GHz zurück (254 Bilder pro Sekunde).

Auch bei unseren Multimedia-Benchmarks konnte die AMD-CPU nicht so recht überzeugen: Unsere 200 MB große MPEG-2-Datei wandelte der Athlon XP 3000+ in 335 Sekunden ins Divx-5.01-Format um, der 2800+ war mit 330 Sekunden 2 Prozent, die Intel-CPU (310 Sekunden) 8 Prozent schneller. Kleiner Lichtblick: Trotz fehlender SSE2-Unterstützung brauchte der 3000+ exakt die selbe Zeit wie der Pentium 4, um unsere Audio-Tracks mit dem SSE2-optimierten MP3-Encoder Magix MP3 Maker Platinum 3.05 ins MP3-Format umzuwandeln.

Ausstattung: 2,16 GHz, 166 MHz FSB (effektiv 333 MHz), 128 KB L1-, 512 KB L2-Cache, 3D Now, MMX, SSE.

Weitere Infos zum PC-WELT Test des AMD Athlon XP 3000+ inklusive ausführlicher Benchmarkergebnisse und Hintergrund-Details lesen Sie in dieser PC-WELT Nachricht.

Hersteller/Anbieter

AMD

Weblink

www.amd.com

Bewertung

2,5 Punkte

Preis

rund 700 Euro

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