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9 exotische Programmiersprachen mit Aha-Effekt

18.11.2015 | 14:35 Uhr |

Es muss nicht immer C, C++, Java oder Javascript sein. Wir stellen neun wenig bekannte Programmiersprachen mit besonderen Vorteilen vor.

Die großen Sprachen sind aus einem bestimmten Grund beliebt: Sie bieten eine riesige Basis an frei verfügbarem Code, Libraries und Frameworks, was das Umsetzen Ihrer Arbeit erleichtert. Doch manchmal sind die gewaltigen Ressourcen einer bekannten, massentauglichen Programmiersprache nicht ausreichend, um ein spezielles Problem zu lösen. Dann heißt es die richtige Programmiersprache zu finden: Denn es gibt zahlreiche clevere Sprachen neben C, C++, Java, PHP oder JavaScript. Einige davon sind Geheimtipps von wenigen Experten, aber viele haben blühende Communities, die die Liebe zu einer Sprache pflegen.

Die folgenden neun Sprachen sollten auf dem Radar jedes Programmierers stehen. Sie sind nicht unbedingt die besten für jeden Auftrag – viele sind für spezielle Aufgaben ausgelegt. Aber alle bieten Vorteile, die es wert sind genauer angesehen zu werden und Zeit zu investieren. Es kann der Tag kommen, an dem eine dieser Sprachen exakt das bietet, was Ihr Projekt benötigt.

Erlang: Funktionelles Programmieren für Echtzeit-Systeme

Erlang ist von dem schwedischen Unternehmen Ericsson entwickelt worden. Die Sprache bietet Echtzeit-Antwortverhalten und kann massiv parallel und fehlertolerant arbeiten. Dadurch wurden auch Entwickler außerhalb von Ericsson darauf aufmerksam.

Erlangs Geheimnis: ein Großteil des Codes muss in seiner eigenen kleinen Welt arbeiten, aus der er den Rest des Systems nicht durch Nebeneffekte korrumpieren kann. Diese kleinen „Sandbox“-ähnlichen Prozesse kommunizieren nur durch Mail-Nachrichten. Sie müssen zwar innerhalb der Aufruf-Hierarchie bleiben und es benötigt etwas mehr Zeit und Aufwand, aber die Verbreitung von Fehlern wird erheblich reduziert.

Zudem ist es für Runtime-Code einfacher zu ermitteln, was alles gleichzeitig laufen kann. Fans von Erlang geben damit an, dass 20 Millionen „Prozesse“ gleichzeitig auf einem Web-Server laufen.

Falls Sie ein Echtzeit-System aufbauen und keinen Platz für auf der Strecke gebliebene Daten haben, dann probieren Sie Erlang einfach aus.

Go: einfach und dynamisch

Google stellte 2009 seine Sprache Go vor. Die Sprache sieht aus wie C, beinhaltet aber Hintergrund-Intelligenz um Programmierer vor der Spezifizierung von Typen und dem Bewältigen von sogenannten malloc-Calls zu schützen.

Sun und Apple folgten zwar mit Java und Swift einem ähnlichen Weg, aber Google machte mit Go einen bedeutenden weiteren Schritt: Die Sprache sollte „einfach genug sein, damit sie in den Kopf eines einzigen Programmierers passt.“ Es gibt wenig verwirrende Extras, wie zum Beispiel Generics, sondern nur einfach Blocks mit if-then-else-Code.

Die Sprache hat sich schon einen respektablen Nutzerstamm aufgebaut und erhält weitere Akzeptanz in anderen Bereiche.

Falls Sie in einem Start-Up tätig sind, Google ins Auge stechen möchten und etwas Server-seitige Anwendungslogik aufbauen möchten, ist Go ein hervorragender Anfang.

Programmieren als Hobby - So klappt der Einstieg

Groovy: Scripting-Leckerbissen für Java

Die Welt von Java ist erstaunlich flexibel. Zu dieser Welt gehört auch Groovy. Groovy bietet Programmierern die Möglichkeit mit allen Konventionen wie Klammern und Strichpunkten zu brechen und einfachere Programme zu schreiben. Sie können weiter Ihren bestehenden Code nutzen, da alles eng mit Java-JARs verbunden ist. Der Groovy-Code funktioniert wie eine dynamisch getippte Scripting-Sprache mit vollem Zugriff auf die Daten in den statisch getippten Java-Objekten.

Groovy bietet die volle Leistung der Java-Code-Basis und den Vorteil von Funktionsabschlüssen, Operatorüberladung, polymorphe Wiederholungen und das Fragezeichen zur Überprüfung von Nullzeigern.

Durch Groovy können Java-Programmierer die Einfachheit dynamischer Sprachen genießen ohne Java den Rücken zuzuwenden.

OCaml: Komplexe Datenhierarchienbewältigen

Für diejenigen Programmierer, die Objekt-Support, automatische Speicherverwaltung und Geräteportabilität wünschen gibt es OCaml . Es gibt dazu auch die passenden OCaml-Apps im Apple App Store.

CoffeeScript: Ordentliches und einfaches JavaScript

CoffeeScript ist eigentlich keine Sprache, sondern ein Übersetzer, der das Geschriebene in JavaScript übersetzt.

Flapsig formuliert: CoffeeScript entstand, als die Gegner von Strichpunkten (mit denen Anweisungen in Javascript beendet werden) gezwungen wurden in JavaScript zu programmieren. Diese konnten saubereren Code schreiben und es von CoffeeScript in JavaScript übersetzen zu lassen.

Die fehlenden Strichpunkte sind allerdings nur der Anfang. Der Code von CoffeScript wirkt sehr modern, weshalb auch viele der neuesten JavaScript-Frameworks in CoffeScript geschrieben und anschließend kompiliert wurden.

Scala: Funktionelles Programmieren auf der JVM

Scala bietet im Java-Universum Code-Einfachheit von Objekt-orientierten Hierarchien und funktionelle Paradigmen. Scalas Syntax ist viel einfacher und sauberer als Java. Hier können Sie auf Javas ellenlange Variablennamen verzichten.

Die Sprache beinhaltet viele der Features, die von einer funktionellen Sprache erwartet werden; wie Lazy Evaluation, Endrekursion und unveränderliche Variablen. Wie verlinkte Listen oder Streuwerttabellen.

Wenn Sie sich mit vielen Daten herumärgern müssen und darunter alten Java-Code finden, ist Scala eine großartige Lösung.

Die 19 wichtigsten Programmiersprachen und ihre schrägen Programmierer

Dart: JavaScript ohne das JavaScript

Dart ist eine neue Programmiersprache für den Web-Browser Chrome von Google.

Dart ist nicht weit von JavaScripts Grundidee entfernt. Es läuft im Hintergrund um alle DIV-Tags und Web-Form-Objekte, die wir sehen, zu animieren. Und vielen Extra-Funktionen, Google bemüht sich OpenSource-Entwicklungstools für alle größeren Plattformen anzubieten.

Falls Sie eine dynamische Web-Anwendung erstellen und JavaScript nicht mehr sehen können, ist Dart mit seiner klaren Syntax für die Erstellung mehrerer DIVs, die Sie mit Daten von verschiedenen Web-Quellen füllen können, genau die richtige Sprache für Sie.

Haskell: Funktionelles Programmieren, klar und einfach

Haskell wurde seit über 20 Jahren entwickelt um die Nebeneffekt-Problematik einzuschränken. Der Code ist außerordentlich funktionell.

Die Community ist sehr aktiv und bietet mehr als ein Dutzend Haskell-Varianten. Falls Sie befürchten, dass Ihre Datenstrukturen komplex und voll von vielen Typen sind, wird Ihnen Haskell dabei helfen deren Ordnung aufrechtzuhalten.

Julia: Mit Geschwindigkeit ins Python-Land

Viele schätzen Pythons einfache Syntax und die Freiheit nicht an nervige Kleinigkeiten denken zu müssen. Allerdings ist Python oft sehr langsam, weshalb viele Wissenschaftler zur Beschleunigung die wichtigsten Ausdrücke in C schreiben, was sehr viel schneller ist.

Die Lösung, um nicht in zwei Sprachen schreiben zu müssen, ist Julia. Die Entwickler haben die klare Syntax von Python benutzt, welche dann im Hintergrund kompiliert wird. Julia ermöglicht Meta-Programming, weil es flexibel genug für Erweiterungen ist.

Das Beste daran ist die hohe Geschwindigkeit. Viele Prozesse laufen 30-fach schneller als in Python und ein wenig schneller als mit C-Code. Falls Sie viele Daten besitzen, aber Pythons Syntax genießen, ist Julia für Sie die richtige Sprache.

Dieser Artikel stammt von unserer Schwesterpublikation Infoworld.

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