9. Ordneransichten: So beseitigen Sie das Chaos
Soweit die Theorie, in der Praxis ist der dafür vorgesehene Platz in der Registry aber auf rund 400 Ordner begrenzt. Wird er überschritten, äußert sich das nicht etwa darin, dass sich Windows keine weiteren Ordneransichten mehr merkt, sondern es überschreibt die als erste gesicherten Ansichtsoptionen. Mit zwei undokumentierten Registry-Einträgen begegnen Sie dieser Begrenzung: Legen Sie in den Schlüsseln "Hkey_Current_User\Software\Microsoft\Windows\Shell" und "Hkey_Current_User\Software\Microsoft\Windows\ShellNoRoam" jeweils einen DWORDWert "BagMRU Size" an, und geben Sie ihm als Wert die Anzahl der Ordner, für die sich Windows die Ansichtsoptionen merken soll, etwa 5000. Die Einstellung wird wirksam, ohne dass Sie den Rechner neu starten oder sich neu anmelden müssen.
Vorsicht: Beim Anlegen des Werts steht dieser zunächst auf Null. Dabei dürfen Sie es keinesfalls belassen, ständige Explorer-Abstürze wären die Folge. Kompliziert wird es, wenn Sie die Option "Ansichtsoptionen für jeden Ordner speichern" deaktivieren. Der angestrebte Einheitslook für alle Ordner ist danach zwar fast durchgehend vorhanden, aber eben mit Einschränkungen: Wenn Sie die Ansicht eines Ordners ändern und ihn danach schließen, so gilt die neue Einstellung beim nächsten Öffnen unerwarteterweise weiter, allerdings nur, wenn Sie den Ordner direkt öffnen, das heißt: per Desktop-Verknüpfung, über eine Verknüpfung im Startmenü oder in "Start, Ausführen".
Navigieren Sie hingegen im Explorer zu diesem Ordner oder öffnen Sie ihn, indem Sie den Pfad in die Adresszeile eintippen, übernimmt er die einheitliche Ansicht. Die vorher eingestellte Ansicht "vergisst" er dabei und übernimmt die einheitliche, egal wie Sie ihn beim nächsten Mal öffnen. Von der letzten Regel gibt es jedoch wieder Ausnahmen: Die Ordner "Eigene Dateien", "Eigene Bilder" und "Eigene Musik" übernehmen zwar ebenfalls die einheitliche Ansicht, wenn Sie sie innerhalb des Explorers durch Anklicken oder über die Adresszeile öffnen. Sie behalten aber eine beim letzten Mal gewählte, spezielle Ansicht stets bei, wenn Sie sie direkt öffnen.
Wenn Sie das alles nicht sehr logisch finden, haben Sie recht. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei diesem Verhalten des Explorers eher um Bugs handelt als um mit Absicht implementierte Funktionen. Abhilfe schaffen Sie, indem Sie in einem Ordnerfenster, das auf die Standardansicht eingestellt ist, unter "Extras, Ordneroptionen, Ansicht" den Button "Für alle übernehmen" anklicken. Alternativ können Sie in der Registry die Schlüssel "Shell\BagMRU", "Shell\Bags", "ShellNoRoam\BagMRU" und "Shell No Roam\Bags" unter "Hkey_Current_User\Software\Microsoft\Windows" löschen. Das eliminiert auch alle Extrawürste bei der Ordneransicht. Das Script pcwCleaner kann diese Registry-Schlüssel ebenfalls löschen (Punkt 2), so dass Sie diese Säuberung nicht manuell vornehmen müssen. -akr


