Die Einstellungsdateien von Postfix reagieren außerst sensibel auf Änderungen. So reicht ein Leerzeichen am Anfang einer Zeile, damit diese falsch ausgewertet wird. Die Open-Suse-Entwickler haben einen weiteren Stolperstein eingebaut: Sie fügen die Einstellungen, die Suse.Config erzeugt, unkommentiert ans Ende der Datei an. So kann es passieren, dass nach manuellen Änderungen eine Einstellung doppelt vorhanden ist. Passiert das beispielsweise mit Port-Einstellungen, so startet Postfix möglicherweise nicht mehr, weil es sich zweimal an denselben Port binden soll. Beim zweiten Versuch bricht der Startvorgang dann ab, weil der Port schon belegt ist. Ändern Sie die Konfigurationsdateien zur Sicherheit – und um Fehler auszuschließen – immer nur zeilenweise ab, und starten Sie nach jeder Änderung den Mailer mit dem Befehl „postfix reload“ neu.
Wie sich die Änderungen auswirken, ist in „/var/log/mail. warn“ zu erkennen. Fügen Sie also in die Datei „master.cf“ den nachfolgenden Textblock ein:
smtp-amavis unix – – y – 2 smtp -o smtp_data_done_timeout=1200 -o smtp_send_xforward_command=yes -o disable_dns_lookups=yes -o max_use=20
Dieser Block definiert einen Mailtransportdienst namens „smtp-amavis“, der die Verbindung von Postfix zu Amavis herstellt. Die eigentliche Ausführung des Transports übernimmt das Postfix-Modul „smtp“. Die Option „unix“ sorgt dafür, dass der Dienst nur lokal erreichbar ist.
Haben Sie Ihren Postfix per chroot abgeschottet, setzen Sie die fünfte Option der ersten Zeile auf „y“, ansonsten auf „n“. Die vorletzte Option bestimmt, in wie vielen Instanzen der Prozess höchstens ausgeführt werden darf. Hier sind es zwei. Die Optionen mit „-o“ in den folgenden Zeilen optimieren den Ablauf, indem sie Postfix zum Beispiel daran hindern, im DNS nachzuschauen, weil das bei lokalen Mails bekanntlich nicht nötig ist.
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