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8 Apps zum Schneiden, Vertonen und Veredeln

17.02.2015 | 10:00 Uhr |

Eine gelungene Aufnahme ist bestenfalls ein guter Anfang. Wollen Sie sehenswerte Videoclips von Erlebnissen, Events oder aktuellem Ereignissen erstellen, kommen Sie um eine Nachbearbeitung nur selten herum.

Erst durch die sinnvolle Aneinanderreihung wird aus einer Reihe kurzer Szenen eine Story. Und aus der wird erst durch Vor- und Nachspann ein Hingucker. Dokumentationen verlangen nach einem gesprochenen Kommentar, Urlaubsvideos nach passender Musikuntermalung. Titel, Untertitel und Bauchbinden runden einen professionellen Eindruck ab.

All das lässt sich längst nicht mehr nur mit Videoschnittsoftware für den PC bewältigen. Wir stellen Ihnen acht Android-Apps vor, mit denen Sie aus einer Handvoll Videoclips teils erstaunlich professionelle Filme erstellen können.

VivaVideo: Free Video Editor

VivaVideo: Free Video Editor
Vergrößern VivaVideo: Free Video Editor
© Dirk Bongardt

Mit der Android-App „ VivaVideo: Free Video Editor “ kann der Nutzer Videos aufnehmen, zusammenschneiden, mit Effekten versehen, nachvertonen, betiteln und etliches mehr.

Die Android-App „VivaVideo: Free Video Editor“ ist ein Allround-Werkzeug zur Videobearbeitung: Die App umfasst eine Kamera, kombiniert auch Bildfolgen zu Videos, kann zwei dann gleichzeitig ablaufende Videos in Bilder einbetten und bietet eine ganze Reihe von Themes und Einzeleffekten, die jede Aufnahme in einen sehenswerten Clip verwandeln. So fliegen beim Theme „Love“ etwa Rosenblüten durch das Bild, der Übergang „Glass“ zeigt einen Bildausschnitt durch eine zersplitternde Scheibe.

Kein HD-Export

Die App exportiert Videos in das MP4-Format, allerdings nicht in HD-Auflösung. Das exportierte Video enthält am unteren rechten Rand den Schriftzug VivaVideo. Die Handhabung ist erstaunlich einfach: Beginn und Ende einer Einzelaufnahme lassen sich per Schieberegler in beliebiger Länge beschneiden. Effekte platziert der Nutzer, indem er auf den entsprechenden Frame tippt, und die Videos im Bild-in-Bild-Effekt lassen sich per Halten und Ziehen gegeneinander austauschen. Das Design ist simpel, aber zweckmäßig.

Fazit zum Test der Android-App „VivaVideo: Free Video Editor“

Von der Aufnahme bis zum letzten Feinschliff: Mit VivaVideo lassen sich sehenswerte Filme erstellen – allerdings nicht in HD.

Pro: Einfache Handhabung, zahlreiche Effekte, Übergänge und komplette Themes gratis

Contra: Kein HD

Gesamtnote: 1,66

Funktionalität (45 %): 1,50

Bedienung und Support (40 %): 1,70

Design (15 %): 2,00

Englischsprachig, kostenlos

 

KineMaster – Video Editor

KineMaster – Video Editor
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© Dirk Bongardt

Mit der Android-App „ KineMaster – Video Editor “ kann der Nutzer Videoclips zusammenschneiden, trimmen und anderweitig umfangreich nachbearbeiten.

Die Android-App „KineMaster – Video Editor“ kommt einer Videoschnittsoftware, wie man sie für den PC kennt, erstaunlich nahe. Der Nutzer ordnet die Szenen auf einem Storyboard an, kann sie bei Bedarf an Anfang und Ende beschneiden, Titel respektive Untertitel für Vor- und Nachspann sowie Mittelteil festlegen, Soundtracks aus seiner Musiksammlung hinzufügen oder via Mikrofon aufnehmen und das Verhältnis von O-Tönen und Soundtrack regeln. Bemerkenswert sind die vielen, kostenlos herunterladbaren Themes, die Videos mit Übergängen, grafischen Effekten und Hintergrundmusik anreichern.

Export erst fürs Teilen nötig

Praktisch: Alle erstellten Filme bleiben als Projekte von der Startoberfläche der App aus aufrufbar. Die App speichert dazu nur Informationen zu Auswahl und Anordnung der Clips, Audiodaten und Effekte und kann sie als fertigen Film abspielen. Eine echte – dann auch unabhängig von der App verwendbare – Videodatei erzeugt die App erst beim Teilen des Videos.

Die Filme lassen sich in HD-Qualität exportieren, weisen allerdings ein Wasserzeichen auf, das auf die KineMaster-App hinweist. Wasserzeichen-freie Videos können Nutzer erstellen, die ein kostenpflichtiges Abo für die Nutzung der App abschließen. Das Design ist sehenswert, die Handhabung sehr intuitiv.

Fazit zum Test der Android-App „KineMaster – VideoEditor“

Zu sehenswerten Filmen in HD veredelt KineMaster Videoaufnahmen. Die App bietet eine Fülle von Themes und erzeugt auf Wunsch HD-Videos.

Pro: Handhabung intuitiv, ähnlich entsprechender Desktop-Software

Contra: Manche Videoformate lassen sich nicht importieren

Gesamtnote: 1,57

Funktionalität (45 %): 1,40

Bedienung und Support (40 %): 1,70

Design (15 %): 1,70

Englischsprachig, kostenlos

Magisto-Magischer Video Editor

Magisto-Magischer Video Editor
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© Dirk Bongardt

Die Android-App „ Magisto-Magischer Video Editor “ erstellt zusammen mit dem zugehörigen Dienst aus vom Nutzer ausgewählten Aufnahmen fertige Filme samt Musik und Effekten.

Bei der Android-App „Magisto-Magischer Video-Editor“ hat der Nutzer deutlich weniger Einfluss auf das Resultat als bei anderen Video-Editoren. Er wählt lediglich die Aufnahmen und Fotos, einen Stil und einen Soundtrack, legt den Titel fest, und die App erledigt den Rest. Sie schneidet längere Clips automatisch auf die sehenswertesten Teile zusammen, legt Reihenfolge, Übergangs- und andere Effekte fest und regelt auch automatisch das Verhältnis zwischen Soundtrack und Originaltönen.

Die fertigen Filme liegen anschließend auf dem Server des Dienstanbieters, wo der Nutzer – aber auch jeder andere, der die Url kennt – sie betrachten kann. Herunterladen lassen sie sich allerdings erst nach Abschluss eines kostenpflichtigen Abos.

Vorsicht, indiskret

Erstellt der Nutzer einen Kurzfilm, wählt er bewusst die Aufnahmen aus, die Magisto dazu verwenden soll. Anders sieht das bei Verwendung der Option „Überrasch mich!“ aus: Ist die aktiviert, erstellt Magisto automatisch Filme aus den in der Galerie gespeicherten Aufnahmen – und die sind dann zumindest grundsätzlich öffentlich. Ist die Option gesetzt, sollten Sie sich also zwei Mal überlegen, was Sie mit dem betreffenden Gerät aufnehmen.

Die Handhabung ist gut dokumentiert, aber grundsätzlich selbsterklärend. Das Design der App ist ansprechend, es dauert allerdings manchmal, bis bestimmte Elemente – zum Beispiel Thumbnails der Galerie-Aufnahmen – sichtbar werden.

Fazit zum Test der Android-App „Magisto-Magischer Video Editor“

Magisto trifft viele Entscheidungen für den Videoschnitt selbst, die Einflussmöglichkeiten des Nutzers sind begrenzt. Dennoch entstehen oft sehenswerte Kurzfilme.

Pro: Bearbeitungsaufwand minimal

Contra: Videos werden auf Server des Dienstanbieters gespeichert.

Gesamtnote: 1,62

Funktionalität (45 %): 1,50

Bedienung und Support (40 %): 1,80

Design (15 %): 1,50

Deutschsprachig, kostenlos

 

VideoFX Music Video Maker

VideoFX Music Video Maker
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© Dirk Bongardt

Die Android-App „ VideoFX Music Video Maker “ hilft dem Nutzer beim Drehen von Videoclips, passend zu einem auf dem Gerät gespeicherten MP3-Song.

Weniger ein Editor als eine Mischung aus Kamera-, Effektgenerator- und Vertonungs-App ist die Android-App „VideoFX Music Video Maker“. Der Nutzer wählt wahlweise eine MP3-Datei von seinem Gerät als grundlegenden Song oder zeichnet die Musik per Mikrofon auf. Während der Aufnahme stehen etliche Echtzeit-Effekte zur Verfügung: Sepiatönung, farbige Lichter, eine Cartoon-Optik und viele mehr. Das fertige Musikvideo wird erst beim „Teilen“ in eine MP4-Datei umgewandelt, so lange kann das Video allerdings auch nur innerhalb der App betrachtet werden.

Ein Song, viele Einstellungen

Wählt der Nutzer eine MP3-Datei als Song aus, kann er die Video-Aufnahme beliebig oft unterbrechen und bei der nächsten Einstellung einen anderen Effekt verwenden. Die App schneidet die Einstellungen „hart“, also ohne Übergang, aneinander, die Musik läuft ohne hörbare Unterbrechung von Anfang bis Ende durch. Das Design ist schlicht, aber zweckmäßig, die Handhabung ist weitgehend selbsterklärend.

Einzig ärgerlich: Das im Play Store versprochene „Stop Motion Feature“, die Möglichkeit also, Trickfilme aufzuzeichnen, muss erst für 1,99 Euro freigeschaltet werden.

Fazit zum Test der Android-App „VideoFX Music Video Maker“

Eine Video-Kamera, ein Effektgenerator und eine Vertonungs-App in einem: Mit VideoFX lassen sich durchaus ansprechende Musikvideos drehen.

Pro: Filme aus beliebig vielen Einstellungen, anspruchsvolle Effekte

Contra: Funktionen teilweise erst nach In-App-Kauf verfügbar

Gesamtnote: 1,87

Funktionalität (45 %): 1,70

Bedienung und Support (40 %): 2,00

Design (15 %): 2,00

Englischsprachig, kostenlos

Qditor - Best Video Editor

Qditor - Best Video Editor
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© Dirk Bongardt

Mit der Android-App „ Qditor - Best Video Editor “ lassen sich Videoclips und Fotos zu einem Film zusammenschneiden und mit Effekten, Übergängen und Soundtracks versehen.

Ein Video-Editor der klassischen Sorte steckt in der Android-App „Qditor - Best Video Editor“. Der Nutzer kann Clips und Fotos auswählen, die auf seinem Gerät gespeichert sind, die Übergänge dazwischen mit animierten Effekten aufhübschen, und als Soundtracks Musikdateien von seinem Gerät auswählen.

Gestört hat uns im Test die teils missverständliche deutsche Übersetzung und die Tatsache, dass sich in der Gratis-Version nur Videos mit einer Gesamtlänge von weniger als 30 Sekunden speichern lassen.

Handhabung erfordert Einarbeitung

Das Bedienkonzept der App ist nicht anspruchsvoll, der Nutzer muss es aber erst einmal verstanden haben. Mit der untersten Symbolleiste wählt man den Hauptbereich, etwa „Auswahl der Medien“ oder „Beschriftung“. In der darüberliegenden Symbolleiste erscheinen dann die in diesem Bereich nutzbaren Funktionen. In der unteren Bildschirmhälfte ist außerdem eine dreigeteilte Timeline zu finden, auf der sich die ausgewählten Medien anordnen lassen. Die obere Symbolleiste bietet eine Speichern-Funktion, enthält das Einstellungen-Menü und andere grundlegende Funktionen. Nach etwas Übung lassen sich Videos durchaus komfortabel mit der App bearbeiten.

Fazit zum Test der Android-App „Qditor - Best Video Editor“

Qditor muss den Vergleich mit anderen Editoren nicht scheuen, die Resultate gefallen durchaus. Für den im Namen suggerierten „besten Platz“ hat's aber nicht gereicht.

Pro: Viele, regelmäßig ergänzte, Effekte

Contra: Kostenpflichtig, wenn Filme >30 Sekunden erstellt werden sollen

Gesamtnote: 1,96

Funktionalität (45 %): 1,80

Bedienung und Support (40 %): 2,00

Design (15 %): 2,30

Deutschsprachig, kostenlos

 

KlipMix - video maker free

KlipMix - video maker free
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© Dirk Bongardt

Ein sehr simpler Video-Editor steckt in der Android-App „ KlipMix - video maker free “. Mit ihm lassen sich Videoclips, Fotos und Musik zu einem Film kombinieren.

Zu den größten Stärken der Android-App „KlipMix - video maker free“ gehören zweifellos die einfache Handhabung und die schnellen Resultate. Der Nutzer wählt lediglich aus, welche Foto- und Video-Aufnahmen er zu einem Film kombinieren möchte, kann optional einen Song aus seiner Musiksammlung als Soundtrack festlegen und die Videoclips bei Bedarf noch etwas kürzen. Die App erstellt daraus dann einen Videoclip im MP4-Format.

Nur Grundfunktionen

Die Schattenseite der sehr einfachen, schnellen Handhabung: Die App bietet weder Übergänge noch Effekte, es lassen sich auch keine Titel, Intros oder Outros erstellen. Immerhin kann der Nutzer das Lautstärkeverhältnis zwischen Hintergrundmusik und Originalton einstellen und die einzelnen Clips auf Länge trimmen.

Positiv: Exportierte Videos haben kein Wasserzeichen. Das Design der App ist schlicht und zweckmäßig.

Fazit zum Test der Android-App „KlipMix – video maker free“

KlipMix eignet sich für Nutzer, die schnell mal ein paar Aufnahmen zusammenschneiden wollen, ohne tiefer in die Bedienung eines Video-Editors einzusteigen.

Pro: Sehr einfache Handhabung

Contra: Nur Grundfunktionen, keine HD-Ausgabe

Gesamtnote: 2,07

Funktionalität (45 %): 2,50

Bedienung und Support (40 %): 1,50

Design (15 %): 2,30

Englischsprachig, kostenlos

PowerDirector Videobearbeitung 

PowerDirector Videobearbeitung
Vergrößern PowerDirector Videobearbeitung
© Dirk Bongardt

Die Android-App „ PowerDirector Videobearbeitung “ ist ein leistungsstarker Video-Editor mit Effekten, Übergängen und Schriftzügen, der insbesondere auf Tablets eine gute Figur macht.

Hersteller Cyberlink hat sich mit Multimediasoftware für den PC einen Namen gemacht, was auch für die Android-App „PowerDirector Videobearbeitung“ Erwartungen weckt. Diesen Erwartungen wird die App auf den ersten Blick gerecht: Der Nutzer kann Aufnahmen und Fotos auf einer Timeline anordnen, deren Wiedergabedauer justieren, Titel ein- und ausblenden, Effekte und Übergänge anbringen, Audiodateien als Soundtracks einrichten und deren Lautstärke im Verhältnis zum Originalton regeln. Fertige Videos lassen sich in verschiedenen Auflösungen, bis hin zu Full HD, ausgeben.

Rechenintensiv

Auf den zweiten Blíck weist die App ein paar Schwächen auf. So ruckelte die Vorschau im Test auch auf einem Quadcore-Gerät unangenehm, und die erstellten Videos enthalten einen störend großen Hinweis auf die verwendete App. Letzteres lässt sich per In-App-Kauf (derzeit 3,58 Euro) allerdings abstellen. Das Design entspricht dem einer Videoschnittsoftware für den PC, und lässt sich insbesondere auf Tablets gut benutzen. Die App enthält eine grafische Hilfe in Gestalt eines Overlays, das die Funktion der einzelnen Bedienelemente darstellt.

Fazit zum Test der Android-App „PowerDirector Videobearbeitung“

Wer Videos bislang am PC bearbeitet hat, erspart sich die Umgewöhnung, wenn er den PowerDirector nutzt. Veröffentlichungsreif werden Videos allerdings erst nach In-App-Kauf.

Pro: Intuitive Handhabung, ähnelt Videoschnittsoftware für den PC

Contra: Keine Themes, die Effekte, Übergänge und Textflüsse automatisch hinzufügen

Gesamtnote: 1,76

Funktionalität (45 %): 1,80

Bedienung und Support (40 %): 1,70

Design (15 %): 1,80

Deutschsprachig, kostenlos

WeVideo-Videoeditor          

WeVideo-Videoeditor
Vergrößern WeVideo-Videoeditor
© Dirk Bongardt

Die Android-App „ WeVideo-Videoeditor “ bietet einen cloudbasierten Video-Editor, der eine Reihe von Themes bietet, um spezielle filmische Effekte zu erzielen.

Dramatische Schwarzweiß-Kontraste im Stile des Film Noir, die Farbfilme der 60-er Jahre und etliche weitere Motive bietet die Android-App „WeVideo-Videoeditor“. Der Nutzer ordnet die zu verwendenden Videoclips an, schneidet sie bei Bedarf, fügt Bildunterschriften hinzu und legt die Lautstärke des Originaltons fest. Die App lädt alle vom Nutzer gewählten Inhalte in die Cloud und erstellt dort daraus einen Videofilm, dessen Optik in Sachen Beschriftung, Farbe und Übergängen dem gewählten Motiv entspricht. Die fertige Videodatei kann der Nutzer auch lokal auf seinem Gerät speichern.

Übergänge und Effekte nur im Paket

Wer gern jede Einzelheit selbst festlegt, dürfte bedauern, dass Übergänge und sonstige Effekte nicht einzeln wählbar sind, sondern nach Auswahl des Motivs automatisch zugewiesen werden. Ein gewähltes Motiv wird immer auf den gesamten Film angewandt, eine Kombination mehrerer Motive ist nicht möglich. Die Handhabung ist dafür entsprechend einfach. Der Videoeditor eignet sich auch für eher langsame Geräte, da die eigentliche Videobearbeitung in der Cloud abläuft.

Fazit zum Test der Android-App „WeVideo-Videoeditor“

Diese App bietet Videobearbeitung in der Cloud und hält zahlreiche sehenswerte Motive bereit. Der Nutzer hat allerdings keine Kontrolle über jede Einzelheit .

Pro: einfache Handhabung, ansprechende Effekte und Übergänge

Contra: Upload in die Cloud mitunter zeitintensiv

Gesamtnote: 1,88

Funktionalität (45 %): 1,80

Bedienung und Support (40 %): 1,80

Design (15 %): 2,30

Deutschsprachig, kostenlos

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