12.12.2007, 13:55

Hermann Apfelböck, Andreas Kroschel, Christian Löbering

Windows XP Tricks

7. 2000, XP, Vista: In das Speichermanagement eingreifen

Mit den Versionen 2000 und XP wurden die Cache-Verwaltung und das Speichermanagement der Windows-Systeme so effizient, dass Tuning-Versuche mit Ramdisks oder iRam-Karten größtenteils kontraproduktiv ausfallen. So gehören auch angeblich erfolgreiche Eingriffe im einschlägigen Schlüssel „Hkey_Local_Machine\ System\ CurrentControlSet\ Control\ Session Manager\ Memory Management“ ins Reich der Windows-Mythen. Gibt es überhaupt noch Möglichkeiten das Speichermanagement zu optimieren?
Ja. Wenn Sie den richtigen Ort für die RAM-Auslagerung (virtueller Speicher, Pagefile) wählen, können Sie Ihr System optimieren. Voraussetzung ist, dass mindestens zwei eigenständige Festplatten eingebaut sind. Die Auslagerungsdatei Pagefile.SYS nur auf eine andere Partition auf derselben Platte zu verschieben, ist nicht sinnvoll. Das Pagefile gehört am besten auf die schnellste Platte – außer sie ist bereits mit System und Anwendungen ausgelastet.
Tipp 1: Wenn Sie erfahren wollen, wie sich auf Ihrem PC die Festplattenlasten verteilen, können Sie unser kleines Batchscript pcwDiskUse.CMD verwenden. Es nutzt für seine Statistik das Windows-Programm Fsutil.EXE.
Tipp 2: Die Auslagerungsdatei auf mehrere Platten zu verteilen bringt nichts. Windows schreibt auszulagernde RAM-Daten nämlich so lange in die erste verfügbare Pagefile.SYS, bis sie ihre maximale Größe erreicht hat. Erst danach kommt die zweite dran. Windows nutzt also keinesfalls beide Datenträger simultan. Ein großes Pagefile auf der schnellsten unbelasteten Platte ist also die beste Wahl.
Die Pagefile-Konfiguration finden Sie unter „Systemsteuerung, System, Erweitert, Systemleistung, Erweitert, Virtueller Arbeitsspeicher“. Fast einfacher ist die Alternative, mit Regedit den Eintrag „PagingFiles“ unter Hkey_Local_Machine\System\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management zu ändern.
8. 2000, XP: De-Installationsordner von Updates löschen
Im Windows-Ordner liegen hunderte MB an Daten in Verzeichnissen, deren Namen mit „$NTUninstall“ beginnen. Dabei handelt es um die De-Installationsordner von Windows-Updates. Können Sie diese Ordner ohne Risiko löschen?
Ja. Wenn Ihr System fehlerfrei läuft, besteht kein Bedarf mehr an diesen Ordnern. Denn Sie werden die Updates dann nicht mehr de-installieren – und Sie sollten das auch nicht tun. Die Ordner speichern jeweils die Systemdateien vor einem Update, also den früheren Zustand. Sie können diese Ordner gefahrlos löschen, allerdings bleiben dann noch die De-Installations-Einträge unter „Systemsteuerung, Software“ bestehen.
Um die Ordner inklusive der Einträge in der Systemsteuerung sauber zu tilgen, verwenden Sie am besten unser Tool pcwKillUninstall. Sie rufen es per Doppelklick auf, markieren alle Ordner, die Sie löschen möchten, und klicken auf „Markierte löschen“.
9. XP, Vista: Ordner „Eigene Dateien“ verschieben
Der Ordner „Eigene Dateien“ nimmt viel Platz auf der Systempartition ein. Aus logischen Gründen oder aus Platzgründen möchten Windows-Anwender ihre Benutzerdaten auf eine andere Partition verschieben. Aber finden die Anwendungen nach diesem Umzug den neuen Ordner wieder?
Ja. Jedenfalls dann, wenn Sie die richtige Umzugsmethode wählen. Am besten klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Desktop-Icon „Eigene Dateien“ und wählen „Eigenschaften“ (unter Vista analog die Einträge „Dokumente“, „Bilder“, „Musik“ im Startmenü). Dann können Sie dort einen neuen Zielordner auswählen und den gesamten Inhalt der „Eigenen Dateien“ dorthin verschieben. Im Vergleich zum manuellen Verschieben werden hier nämlich die jeweiligen Registry-Zuordnungen unter „Shell Folders\Personal“ und „User Shell Folders\Personal“ im Schlüssel „Hkey_Current_User\ Software\ Microsoft\ Windows\ CurrentVersion\ Explorer\“ angepasst. Über diese Registry-Einträge finden alle Anwendungen den Ordner problemlos wieder.
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