Router-Upgrade

Sechs schnelle WLAN-Router im PC-WELT-Test

Mittwoch den 21.03.2012 um 11:45 Uhr

von Thomas Rau

Bildergalerie öffnen Rasend schnelle Router im Vergleich
© Bild: Linksys E4200
Mehr Tempo fürs WLAN: Wer High-Speed-Internet voll ausnutzen will oder HD-Filme im Netzwerk verteilt, braucht einen schnellen Router. Wir haben 6 aktuelle Geräte getestet.
Nie waren WLAN-Router so schnell wie die Geräte der aktuellen Generation. Sie sollen schließlich nicht nur für die fetten Bandbreiten ausreichen, die Internetanschlüsse per VDSL oder Kabel bereitstellen. Sondern auch problemlos im Heimnetzwerk 3D- und Full-HD-Videos befördern. Wenn es bei Tempo oder Reichweite klemmt, ist der Umstieg auf einen neuen Router sinnvoll, selbst wenn Sie Ihr altes Gerät günstig im Paket mit dem Internetanschluss erworben haben.

PC-WELT hatte sechs WLAN-Router im Test: Alle übertragen auf zwei Funkfrequenzen, nämlich 2,4 GHz und 5 GHz. Außerdem liefern sie auf mindestens einer Frequenz maximal 450 MBit/s – das ist die derzeit schnellste Ausbaustufe des WLAN-Standards 802.11n. Außer der Fritzbox 3370 können alle Router im Test auf beiden Frequenzen gleichzeitig übertragen, beim AVM-Router geht nur entweder 2,4 oder 5 GHz.

Günstig ist das schnelle WLAN-Vergnügen nicht: Die Herstellerpreise für die aktuelle Technik bewegen sich zwischen 100 und 190 Euro, die Straßenpreise liegen mit 80 bis 150 Euro etwas niedriger. Nicht alle Hersteller springen schon auf den WLAN-Schnellzug auf: Sitecom und Zyxel konnten nicht am Test teilnehmen, weil ihre schnellen WLAN-Router noch auf wichtige Software-Updates warteten. D-Link brachte seinen schnellen DIR-857 für 170 Euro erst nach Redaktionsschluss auf den Markt.

Tempo: Glauben Sie den Herstellern kein Wort!
Wie immer übertreiben die Hersteller bei den Geschwindigkeiten ihrer Geräte schamlos. Netgear und Trendnet beispielsweise nennen eine maximale Datenrate von 900 MBit/s: Theoretisch ist das korrekt, denn sowohl der WNDR4500 wie der TEW-692GR übertragen per MIMO-Technik drei Datenströme gleichzeitig pro Frequenz, also maximal je 450 MBit/s auf 2,4 und 5 GHz. Doch in der Praxis sind die beiden Router von solchem Tempo ebenso weit weg wie etwa der N750 von Belkin, der laut Hersteller 450 MBit/s auf 5 GHz und 300 MBit/s auf 2,4 GHz übertragen kann. Denn selbst unter weitgehend optimalen Bedingungen geht die Funkübertragung nie ohne Fehler ab. Das erneute Senden drückt die Datenrate ebenso wie die Tatsache, dass die übertragenen Datenpakete nicht nur reine Nutz- sondern auch Protokolldaten umfassen, die einen fehlerfreien Empfang gewährleisten sollen.

Noch dazu nutzen die meisten Router auf der 2,4-GHz-Frequenz ab Werk nur 20 MHz breite Funkkanäle: Damit ist auch theoretisch eine Datenrate von höchstens 217 MBit/s möglich. Die schmalen Kanäle sind dennoch sinnvoll, denn auf dieser Frequenz funken die meisten WLANs: Router, die 40-MHz-Kanäle über 2,4 GHz nutzen, stören die anderen Funknetzwerke empfindlich. Auf der weniger belegten 5-GHz-Frequenz, die zudem noch mehr Funkkanäle bietet, können die Router die breiten 40-MHz-Kanäle nutzen, ohne als Störenfriede aufzufallen, und erzielen dadurch einen deutlich höheren Datendurchsatz.



Mehr Geschwindigkeit durch drei Datenströme
In unserem Test kamen die Router auf maximale Datenraten zwischen 199 und 163 MBit/s bei gleichzeitiger Übertragung auf beiden Frequenzen. Über die Frequenz 2,4 GHz lag das Top-Tempo bei rund 90 MBit/s, bei 5 GHz gingen die schnellsten Router mit rund 160 MBit/s durchs Ziel.

Die Router bleiben also weit hinter den Tempo-Versprechungen der Hersteller zurück. Der Umstieg auf die neue Technik lohnt sich trotzdem: Die aktuellen Geräte sind dank der drei parallelen Datenströme deutlich schneller als die Vorgänger-Generation, die nur zwei übertragen konnten und über 5 GHz kaum mehr als 100 MBit/s schafften.

Schnelle Gegenstellen sind noch Mangelware
Für die schnellen Router mangelt es derzeit aber noch an passenden Gegenstellen: Denn um die volle Datenrate zu übertragen, muss natürlich auch der WLAN-Adapter an Notebook oder PC drei Datenströme gleichzeitig empfangen können. Im Testfeld bieten derzeit nur Belkin und Trendnet einen passenden USB-Adapter an, Netgear will erst Ende März 2012 einen 450-MBit/s-Adapter liefern. Ebenfalls Mangelware sind passende Notebooks: Denn im Laptop müssen drei WLAN-Antennen stecken, und sein WLAN-Modul muss drei gleichzeitige Datenströme verwerten können. Für den Test verwendeten wir als Gegenstelle das Business-Notebook Dell Latitude E6320, das drei Antennen besitzt und sich gegen Aufpreis mit dem passenden WLAN-Modul Intel Centrino Ultimate-N 6300 ausstatten lässt.

Mittwoch den 21.03.2012 um 11:45 Uhr

von Thomas Rau

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