10.04.2008, 18:18

Andreas Kroschel, Thorsten Eggeling, Christian Löbering

XP-Lücken schließen und Hardware-Fehler enttarnen

5. Speicherverwaltung auf Vordermann bringen

Wenn Ihr Windows-System mit der Zeit immer langsamer wird, liegt das meist daran, dass über die Jahre viel Software (de-)installiert wurde und auch das allgemeine Datenaufkommen auf den Festplatten stark schwankt. Wenn Sie auf Ihr System am Anfang nur eine Handvoll Anwendungen installieren und mit dieser statischen Konfiguration arbeiten, wird es über die Jahre auch kaum langsamer.
Festplatte defragmentieren: Nach einer bestimmten Benutzungsdauer werden große Dateien nicht mehr zusammenhängend auf die Platte geschrieben – das nennt man Fragmentierung, und die kostet Leistung.
Der übliche Weg, diesem Problem beizukommen, ist das Defragmentieren der Partition. Die Windows-Defragmentierung liefert aber oft gerade auf NTFS-Partitionen kein zufriedenstellendes Ergebnis, da sie den freien Speicherplatz nicht vollständig zusammenfasst. Besser ist es, Sie installieren Sie etwa Perfect Disk. Nachdem Sie das Tool gestartet haben, sehen Sie eine Liste Ihrer Laufwerke. Markieren Sie zum Beispiel Ihre Systempartition, und klicken Sie dann links auf „Analysieren“. Nachdem die Analyse abgeschlossen ist, schlägt das Tool Ihnen gegebenenfalls eine spezielle Defragmentierungs-Art vor, die Sie dann auch ausführen sollten. Bei der Systempartition ist ein Neustart erforderlich, da die Systemdateien bei laufendem System geblockt sind. Den Vorgang wiederholen Sie für jedes Laufwerk.

Nützlich: Über „Autopilot-Planung“ können Sie veranlassen, dass das Tool automatisch beim Start des Bildschirmschoners mit dem Defragmentieren loslegt.
Registry defragmentieren: Nachdem Sie die Daten auf Ihrer Festplatte richtig angeordnet haben, können Sie nun noch die Lücken aus den Registry-Dateien entfernen.
Die Registry besteht unter XP aus den Dateien SOFTWARE, SECURITY, SYSTEM, SAM und default im Verzeichnis Windows\System32\Config und der NTUSER.DAT im Benutzerverzeichnis %userprofile%. Jede dieser Dateien entspricht einem Zweig in der Registry (Hive), und jedes Mal, wenn Sie eine Software de-installieren, werden Einträge aus den entsprechenden Hives gelöscht. Das Problem dabei: Der Speicherplatz wird nicht freigegeben, so dass die Registry immer größer wird.
Mit der Freeware NT-Regopt können Sie die Registry unter Windows 2000 und XP defragmentieren und die Dateien wieder verkleinern, indem die Leerräume entfernt werden. Nach Abschluss der Defragmentierung müssen Sie den Rechner neu starten.
Auslagerungsdatei verschieben: Wenn Sie mehrere Festplatten eingebaut haben, ist es nützlich, die Auslagerungsdatei von der Systempartition auf eine Partition einer anderen Festplatte zu verschieben. Dadurch verteilen sich die Zugriffslasten besser. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf den Arbeitsplatz, und wählen Sie „Eigenschaften, Erweitert“ (Vista: „Eigenschaften, erweiterte Systemeinstellungen“). Im Bereich „Systemleistung“ (Vista: „Leistung“) gehen Sie auf „Einstellungen“, öffnen die Registerkarte „Erweitert“ und klicken auf „Ändern“.
Markieren Sie nun eine Partition auf der zweiten Festplatte. Aktivieren Sie „Benutzerdefinierte Größe“, geben Sie als Anfangsgröße etwa die Größe Ihres Arbeitsspeichers und als Maximalgröße das Doppelte in MB an. Nach einem Klick auf „Festlegen“ wird die neue Auslagerungsdatei definiert. Markieren Sie Ihr Systemlaufwerk, aktivieren Sie „Keine Auslagerungsdatei“, und klicken Sie erneut auf „Festlegen“. Nach einem Neustart sind die Änderungen gesetzt.
Schneller herunterfahren: Wenn Windows zum Herunterfahren unzumutbar lange braucht, dann liegt das häufig an schlampig programmierten Anwendungen oder Treibern. Diese geben geöffnete Dateien im Benutzerprofil nicht wieder frei, obwohl das Programm längst beendet wurde. Die Folge: Das System wartet geduldig darauf, dass diese Datei endgültig geschlossen wird. Erst nach einem sehr langen internen Timeout erzwingt Windows das Entladen und kann endlich herunterfahren.
Die englischsprachige Microsoft-Software User Profile Hive Cleanup Service beschleunigt diesen Vorgang. Der Name ist irreführend, da das Gratis-Tool nicht etwa den Registry-Hive „Hkey_Current_User“ aufräumt. Es arbeitet viel einfacher: Sobald ein Anwender sich abmelden möchte oder Windows beendet werden soll, fordert der Cleanup-Dienst alle ungenutzten Ressourcen zwangsweise zurück. Somit kann das Profil sofort entladen werden, und Windows fährt wieder in angemessener Zeit herunter.
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