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4 Office Alternativen für das iPad

12.05.2014 | 09:32 Uhr |

Wir stellen Ihnen vier leistungsfähige Alternativen zu den Office-Apps von Microsoft und zu Apple iWork vor. Unsere Kandidaten sind günstiger oder sogar kostenlos und bietet trotzdem nahezu alle Funktionen der Original-Office-Suite.

Seit Ende März gibt es Microsoft Office für das iPad. Für Benutzer, die bereits einen Office365-Account besitzen, sind die Word-, Excel- und Powerpoint-Apps eine gute Wahl. Ohne Office365-Abonnement dagegen sind die Apps nur Dokumenten-Viewer und somit für den Produktiveinsatz fast wertlos. In diesem Fall ist die in iOS7 enthaltene iWork-Suite die bessere Wahl. Doch es gibt durchaus brauchbare Alternativen zu Microsoft Office auf dem iPad und iWork. Wir stellen diese alternativen Apps vor, besonders unter den Gesichtspunkten Usability, Cloud-Support und Formattreue zu MS-Office-Dateiformaten.

Documents to Go Premium (10,49 Euro)

Documents to Go war lange Zeit der Favorit für die Bearbeitung von Microsoft-Office-Dokumenten auf Mobilgeräten. Die Premium-Version der iPad-App kann Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumente erstellen und bearbeiten. Wobei bei PowerPoint nur die Textbearbeitung möglich ist. Die Datei-Wiedergabetreue ist ausgezeichnet und mit Documents to Go bearbeitete Dokumente behalten dank DataVizs INTact Technologie ihr originales Format. Die App listet Veränderungen durch unterschiedliche Bearbeiter auf und zeigt eine Versions-Historie an; wenn Sie allerdings an einem gemeinschaftlichen Dokument arbeiten, werden alle Überarbeitungen in der gleichen Farbe dargestellt – an den Initialen des Autors an, welche am Ende der Editierung angefügt sind, sehen Sie, was verändert hat.

Documents to Go: Sehr gute Datenwiedergabetreue. Aber zu viele Toolbars.
Vergrößern Documents to Go: Sehr gute Datenwiedergabetreue. Aber zu viele Toolbars.

Auch wenn die Funktionalität einwandfrei ist, ist die Navigation innerhalb der Dokumente unnötig komplex. Ganze drei verschiedene, versteckte Toolbars erledigen die Formatierung und andere Aufgaben, wie zum Beispiel das Suchen, Ersetzen und das Teilen. Zudem gibt es einige überlappende Funktion zwischen diesen. Deswegen braucht eine einfache Funktion manchmal zwei oder drei Schritte, obwohl sie einfach in einem ausführbar wäre.

Ein weiterer Kritikpunkt an der Benutzeroberfläche ist, dass eine aktivierte Bildschirmtastatur die untere Formatierungsleiste verdeckt. Da nahezu jeder, der die Produktivität am iPad ernst nimmt, eine externe Tastatur verwendet, ist das kein größeres Problem, aber dennoch ein Ärgernis.

Documents to Go bietet einen soliden Cloud-Support, welcher sich mit Google Drive, Box, Dropbox, SugarSync, OneDrive und sogar iCloud Konten synchronisieren lässt. Data Viz bietet auch eine kostenlose Documents to Go Desktop-App an, so dass Sie Daten per Fernzugriff auf Ihrem Mac oder PC abrufen können.

HopTo (kostenlos)

HopTo ist ein ziemlicher Neuling in der Office-App-Schar. Seine Tab-Benutzeroberfläche fühlt sich mehr wie ein Webbrowser als wie ein klassisches Textverarbeitungsprogramm an. Aber seine Galerie mit allen Ihren Dokumenten, welche in drei verschiebbaren Reihen dargestellt werden, macht es zu einer der einfachsten Office-Apps in Sachen Navigation. Zudem ist es die einzige App in dieser Zusammenstellung, welche es Ihnen erlaubt, zwischen mehreren Dokumenten gleichzeitig hin und her zu wechseln.

HopTos verschiebbare Datengalerie macht die Bedienung kinderleicht.
Vergrößern HopTos verschiebbare Datengalerie macht die Bedienung kinderleicht.

In HopTo können Sie Word- und Excel-Dateien ansehen, bearbeiten und erstellen, aber PowerPoint-Präsentationen können Sie ausschließlich betrachten. In einer zukünftigen Version soll eine Bearbeitungsmöglichkeit hinzugefügt werden.

Das Wechseln in ein Dokument oder in eine Arbeitsmappe startet eine untere Toolbar, welche Standardformatierungsmöglichkeiten enthält. HopTos-CEO Eldad Eilam hat behauptet, dass HopTo eine „pixelgenaue“ Kompatibilität mit Office anbietet. Die Dateiwiedergabetreue und die Bearbeitungsnachverfolgung waren in den Tests in der Tat fehlerfrei. HopTo zeigt an einem Dokument vorgenommene Veränderungen an, aber es bietet dazu wenig Informationen und scheinbar keine Möglichkeit diese anzunehmen oder abzulehnen, was die gemeinschaftliche Arbeit an Dokumenten erschwert.

HopTo unterstützt nahezu jeden größeren Cloud-Service. Sobald Sie HopTo allerdings mit einem Cloud-Konto verbunden haben, gibt es keine Möglichkeit, um sich wieder auszuloggen. Die einzige Problemlösung ist es HopTo in Ihren iOS-Einstellungen zurückzusetzen, was alle Ihre Cloud-Konten beseitigt, worauf Sie diese neu verbinden müssen. Das ist zwar nicht so schlimm, dass Sie sich deshalb dagegen entscheiden sollten, aber es kann ermüdend sein wenn Sie häufig, beispielsweise zwischen Ihrem privaten und Ihrem beruflichen OneDrive-Konto wechseln müssen. HopTo bietet auch einen kostenlosen Fernzugriff, welcher Ihnen erlaubt auf Daten von Ihrem Mac oder Windows-PC zuzugreifen.

QuickEdit (kostenlos)

Die bekannte App Office2 HD wurde kürzlich von Citrix gekauft und in Sharefile Quickedit umbenannt. Sie ist eine passable Alternative mit exzellenter Office-Kompatibilität. Sie können damit Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumente ansehen, bearbeiten und erstellen. Bei den ersten beiden funktionierte es ordentlich, bei PowerPoint dagegen gab es ein paar kleinere Probleme.

QuickEdit bietet eine sehr gute Office-Kompatibilität, sofern Sie das langweilige Design nicht stört.
Vergrößern QuickEdit bietet eine sehr gute Office-Kompatibilität, sofern Sie das langweilige Design nicht stört.

Unglücklicherweise ist QuickEdits Benutzeroberfläche nicht sehr ansprechend. Wo HopTos einfaches User-Interface sich elegant anfühlt, wirkt QuickEdit, welches nur eine linksseitige Navigationsleiste und ein Dokumentenfenster beinhaltet, sehr einfach. Eine seitwärts scrollbare Toolbar am oberen Rand bietet die meisten der typischen Office-Formatisierungsmöglichkeiten, auch wenn die Funktion für die Erstellung und Bearbeitung von Excel-Tabellen fehlt.

QuickEdit überzeugt bei der Zusammenarbeit an Dokumenten. Die App zeigt Veränderungen mit den gleichen farbigen Überarbeitungsballons an, die auch Office benutzt, was es einfach macht verschiedene Autoren in einem Dokument zu finden. Sie weist auch die meisten File-Sharing-Möglichkeiten aller Apps in unserer Zusammenstellung auf: Quickedit bietet 1GB kostenlosen Sharefile-Speicherplatz. Außerdem unterstützt es fast viele Cloud-Speicherdienste, darunter Dropbox, Google Drive, MyDisk, Box und OneDrive. Zudem gibt es die Möglichkeit sich mit WebDAV-Konten zu verbinden.

Quickoffice (kostenlos)

Vor ein paar Jahren kaufte Google Quickoffice, das Unternehmen hinter der bekannten iPad- Office-Suite Quickoffice Pro HD . Die App hat durch den Wechsel allerdings nicht viel von ihrem Glanz verloren. Sie bietet immer noch mit den besten Support für das Betrachten, Erstellen und Bearbeiten von Word, Excel und PowerPoint-Dateien (sie unterstützt aber keine Google-Dokumente. Für diese benötigen Sie die separate Google-Drive-App).

Googles Quickoffice macht es leicht, dass mehrere Mitarbeiter gemeinsam an Dokumenten arbeiten.
Vergrößern Googles Quickoffice macht es leicht, dass mehrere Mitarbeiter gemeinsam an Dokumenten arbeiten.

Quickoffices Benutzeroberfläche ist aufgeräumt und intuitiv, mit einer einfachen Toolbar am oberen Rand, welche alle klassischen Office-Funktionen und Formatierungsmöglichkeiten bietet. Die Rückverfolgung von Veränderungen an Dokumenten ist besonders gut gemacht: Jedes Hinzufügen oder Entfernen ist mit einem Plus- oder Minus-Button gekennzeichnet. Wenn Sie auf den jeweiligen Button drücken, erscheint ein zeitgestempeltes Fenster mit dem Namen des Autors, dem veränderten Inhalt und die Möglichkeit die Veränderung anzunehmen oder abzulehnen.

Nach Googles Quickoffice-Kauf ging der umfangreiche Cloud-Support verloren. Während sich die App vorher mit vielen bekannten Cloud-Diensten, wie Dropbox und Evernote synchronisieren ließ, unterstützt sie jetzt nur noch GoogleDrive. Das könnte die Nutzbarkeit für manche einschränken. Wenn Sie allerdings kein Problem damit haben, Googles Cloud-Dienst zu nutzen, kann Quickoffice durchaus Ihre Office-Lücke füllen.

Dieser Artikel stammt von unserer Schwesterpublikation PC-World.

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