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4K - Maximale Brillanz für Ihre Bilder

17.10.2014 | 11:09 Uhr |

Ultrahochauflösende Bilder sind selbst für wenig anspruchsvolle Fotografen keine Utopie mehr; jede Systemkamera ist dazu in der Lage. Anders bei Videos: Hier kommt 4K erst langsam in die Gänge

HD, Full HD, 3D und jetzt Ultra-HD oder 4K – die Zukunft von Film und Fernsehen hatte in den letzten Jahren viele Gesichter und hat sie noch. Das jüngste ist eben jenes ominöse 4K, eine Videoauflösung, die alles bisher Gekannte in den Schatten stellt. Etwa 4.000 Pixel in der Breite stehen zur Verfügung, wobei es allerdings bezüglich der exakten Anzahl Unterschiede gibt. Dazu später mehr. Zunächst stellt sich die Frage, was überhaupt die Vorteile gegenüber dem von den meisten Betrachtern ja schon als ziemlich brillant empfunden Full-HD sind.

Welche Kamera passt zu Ihnen?

Vierfache Auflösung

Sowohl in der Breite als auch in der Höhe bietet 4K die doppelte Auflösung im Vergleich zu Full-HD, also 3.820 x 2.160 Pixel im Vergleich zu 1.920 x 1.080 Pixel. Das bedeutet bezogen auf die Gesamtmenge der Pixel die vierfa-che Auflösung und damit nochmals ein deutliches Plus an Farbraum, Brillanz, Tiefe, Dynamik – kurz: Einfach ein noch bessere Bild. Sogar ein HDR-Modus ist implementiert. Soweit, so gut. Allerdings ist zunächst einmal die Frage zu klären, über was genau man hier eigentlich redet. Denn oft werden 4k sowie UltraHD (UHD) synonym verwendet, was in Bezug auf Fernseher und Peripherie auch korrekt ist. Allerdings kann der Ultra-HD-Standard, so wie ein die Hersteller von Consumer Electronics definieren, auch in Form von 8K UHD auftauchen, also mit vierfacher 4K-Auflösung. Parallel dazu existiert die Definition des Digital Cinema Initiatives-Konsortiums. Hier ist die native Auflösung 4.096 x 2.160 Pixel, weil das Seitenverhältnis 19:10 beträgt. Im Gegensatz dazu arbeitet Ultra-HD mit einem 16:9-Seitenverhältnis. Youtube wiederum bietet auch die Möglichkeit, im 4:3-Format zu streamen, also mit einer Auflösung von 4.096 x 3.072 Pixeln.

Das Schema zeigt sehr deutlich, welchen Quantensprung Ultra HD bedeutet. Die Full HD-Auflösung ist rot dargestellt, der Unterschied zur HD (gelb) ist erkennbar, aber fällt weit weniger deutlich aus als zwischen Full HD und Ultra HD 4K(blau) bzw. 8K (grün).
Vergrößern Das Schema zeigt sehr deutlich, welchen Quantensprung Ultra HD bedeutet. Die Full HD-Auflösung ist rot dargestellt, der Unterschied zur HD (gelb) ist erkennbar, aber fällt weit weniger deutlich aus als zwischen Full HD und Ultra HD 4K(blau) bzw. 8K (grün).

Mehr Farbe

Der Ultra-HD-Standard umfasst auch einen größeren Farbraum als Full-HD (Rec. 2020), denn während Full-HD et-wa 55 Prozent des Referenzfarbraums abdeckt, sind es bei UHD etwa 75 Prozent. Die Pixel sind übrigens quadratisch bei einer Bit-Tiefe von 10 oder 12 Bit.

Als maximale Framerate stehen 120 Bilder pro Sekunde zur Verfügung, das bedeute extrem flüssige und schnelle Bildwechsel. Rec. 2020 wird sowohl vom H.264/MPEG-4 AVC- als auch von Googles HEVC-Codec unterstützt; Youtube verwendet letzteren zum Streamen.

Bezahlbare Geräte

Während in der Anfangszeit UHD-Fernseher noch sehr teuer waren, sind die Geräte inzwischen erschwinglich geworden. Geräte der Premium-Marken wie Samsung, Philips oder LG gibt es theoretisch bereits ab knapp 800 Euro, für etwa 900 Euro bekommen Sie den brandneuen Philips 42PUS7809, der zudem dann auch noch 3D und Ambilight bietet. Nicht ganz so erfreulich ist die Situation bei Projektoren, denn hier beginnt das Angebot bei etwa 3.500 Euro für das preiswerteste Modell von JVC. Bei Blu-ray-Playern wiederum muss man unterscheiden, was die Geräte leisten sollen. Modelle mit 4K-Upscaling sind ab etwa 120 Euro erhältlich, rechnen aber nur Full-HD-Inhalte auf UHD hoch. Für Player, die nativ UHD wiedergeben könne, müssen Sie eher 400 Euro oder mehr veranschlagen, wenn denn irgendwann Geräte verfügbar sind. Panasonic hat zwar mit dem BDT700 ein Modell auf den Markt gebracht, dass technisch 4K nativ wiedergeben kann, aber im Moment fehlt es schlicht an Datenträgern mit nativen Inhalten. Denn aktuell ist ein 4K-Standard für Blu-rays noch nicht zertifiziert, angeblich gibt es noch Diskussionen um Layer, technische Details und die zu verwendenden Codes. Gerüchte besagen zudem, dass mit Sony, in den letzten Jahren eine der treibenden Kräfte hinter Blu-ray, aus finanziellen Gründen das Interesse an physischen Datenträgern verlieren könnte, was die Entwicklung von 4K-Discs mindestens ausbremsen würde.

UHD am TV schauen

Haben Sie den Flachbildfernseher bereits im letzten Jahr (2013) erworben, gehört er zur ersten Generation von Ultra-HD-Geräten. Sie sind zwar auf 4K-Inhalte ausgelegt, haben jedoch einige Eigenheiten: Oft können die Mediaplayer des TVs Inhalte von einem externen Speicher maximal in Full-HD darstellen. Wenn Sie eine USB-Festplatte mit einem Ultra-HD-Video anschließen, erkennt der Fernseher zwar die Platte, nicht aber die Inhalte. Im Gegensatz dazu haben aktuelle Ultra-HD-TVs mit Inhalten von externen Medien in der Regel keine Abspielprobleme. Ihre Prozessoren, Schnittstellen und Mediaplayer sind stark genug für 4K-Inhalte.

Sie können aber einen Rechner oder ein Notebook als Abspieler nutzen – er übernimmt dann die Aufgabe des Mediaplayers im Fernseher. Die PCs dürfen nicht zu alt sein und müssen über aktuelle Grafikkarten mit HDMI-Ausgang verfügen – etwa aus den Serien GTX 600 und 700 von Nvidia oder R9 von AMD. Gleichzeitig benötigt der Rechner einen Mediaplayer, der Ultra-HD-Inhalte abspielen kann, etwa den VLC Player. Den Rechner verbinden Sie per HDMI mit dem TV und stellen die richtige Auflösung unter Windows oder im Grafikkartentreiber ein. Dann sollte dem Filmgenuss nichts im Wege stehen.

HDMI bleibt auch bei Version 2.0 HDMI. Wenn die Abschirmung des Kabels gut genug ist, können Sie es auch für 4K weiterverwenden. Dieses Exemplar beispielsweise schafftdie nötige Datenrate.
Vergrößern HDMI bleibt auch bei Version 2.0 HDMI. Wenn die Abschirmung des Kabels gut genug ist, können Sie es auch für 4K weiterverwenden. Dieses Exemplar beispielsweise schafftdie nötige Datenrate.
© Oelbach

Ein kleiner Fallstrick

Wichtig ist, dass wer zukunftsfähig sein will, irgendwann sowohl einen Player als auch einen Fernseher benö-tigt, die neuen HDMI 2.0 Standard un-terstützen, weil HDMI 1.4 ohne techni-sche Tricksereien UHD nicht übertragen kann; die Bandbreite von10,4 GBit/s reicht nicht aus. UltraHDbenötigt 18 GBit/s. Damit sind dieganz preisgünstigen Fernseher ausdem Rennen, Modelle mit HDMI 2.0kosten ab etwa 1.100 Euro aufwärts.Die billigeren Modelle komprimierendas Signal sozusagen, allerdings nichtverlustfrei. Immerhin benötigen Sie, wenn Sie hochwertige Kabel ihr Eigennennen, hier beim Umstieg auf 4K keine neuen. Physikalisch gibt es keinenUnterschied und die übertragbare Da-tenrate ist vor allem abhängig von derQualität der Abschirmung.

Waren UHD-TVs vor ein bis zwei Jahren nur im oberen Preissegment erhältlich, kostet selbst ein solches Modell mit gebogenem Panel „nur“ gut 2.000 Euro, wohlgemerkt als 55-Zöller.
Vergrößern Waren UHD-TVs vor ein bis zwei Jahren nur im oberen Preissegment erhältlich, kostet selbst ein solches Modell mit gebogenem Panel „nur“ gut 2.000 Euro, wohlgemerkt als 55-Zöller.
© Samsung

Und die Inhalte?

Bei Datenträgern gilt auch hier das Problem der noch nicht verabschiedeten Spezifikationen für die 4K-Blu-ray. Die 4K-remastered Blu-rays, die man inzwischen kaufen kann, beinhalten ja nur Full HD-Material, dass von einem 4K-Master heruntergerechnet wurde, also qualitativ hochwertig ist, aber eben nicht 4K aufgelöst. Immerhin – Originale mit Ultra HD-Auflösung existieren also und Netflix will darauf basierend auch 4K-Material zum Streamen anbieten. Bei Youtube finden sich ebenfalls zahlreiche Videos, zudem existieren spezielle Seiten wie etwa 4ktv.de, die diverses Material bereithalten, vieles davon sind Trailer oder nicht kommerzielle Videos.

Und so haben dann auch Sie noch die Möglichkeit, Ihr 4K-Material selber zu produzieren. Tatsächlich benötigen Sie dafür nämlich keine sündhaft teuren Kameras. Abgesehen davon, dass es mit Apertus ein Open Source-Projekt für eine UHD-Kamera gibt, beherrschen inzwischen auch einige wenige hochwertige Fotokameras das hochauflösende Videoformat. Darunter befinden sich die Sony Alpha 7 und auch die brandneue Panasonic FZ-1000. Zudem bieten beide Hersteller auch bezahlbare 4K-Camcorder für Endkunden an.

Theoretisch ist Panasonics Blu-ray-Player BDT700 wohl in der Lage, 4K-Videos nativ wiederzugeben. Alleine fehlt es an den passenden Datenträgern.
Vergrößern Theoretisch ist Panasonics Blu-ray-Player BDT700 wohl in der Lage, 4K-Videos nativ wiederzugeben. Alleine fehlt es an den passenden Datenträgern.
© Panasonic

Videoschnitt

Das Schneiden von 4K-Videos erfordert keineswegs High-End-Software; Klassiker wie PowerDirector von Cyberlink oder Magix Video Deluxe beherrschen den Umgang mit hoch auflösendem Filmmaterial ebenfalls. Wer eine professionellere Lösung sucht, sollte einen Blick auf Lightworks werfen, hier dann allerdings auf die Pro-Version. Sinnvoll ist in dem Kontext ein Monitor mit 4K-Auflösung. Die beginnen preislich bei etwa 500 Euro, wobei Sie hier auf einen Display-Port-Anschluss achten sollten, denn bei HDMI 2.0-Grafikkarten sieht es momentan noch mau aus.

Ultra-HD oder 4K bedeutet qualitativ noch eine deutliche Verbesserung gegenüber Full-HD. Die benötigten Geräte werden allmählich bezahlbar, aber noch gibt es zu viele Fallstricke, gerade, was die Anschlüsse und deren Zu-kunftsfähigkeit angeht. HDMI 2.0 ist unerlässlich, und Sie müssen explizit darauf achten, dass dieser Anschluss bei Fernseher und Co auch verbaut ist. Allerdings ist keine Eile geboten. Denn es existieren zwar Filme und auch die Möglichkeit, Inhalte selber zu produzieren. Aber noch ist das Angebot eben überschaubar.

Das benötigen Sie für 4K

Filmwiedergabe

  • UHD-Fernseher: Stellen Sie sicher, dass das Gerät über HDMI 2.0-Anschluss verfügt

  • 4K-Bu-ray-Player: Achten Sie hier ebenfalls auf HDMI 2.0 und native 4K-Unterstützung (kein Upscaling) – hier sollten Sie mit dem Kauf allerdings auf jeden Fall noch warten, bis die 4K-Blu-ray standardisiert ist.

Filmaufnahme

  • 4K-Videokamera oder Digitalkamera mit 4K-Videoaufzeichnung, z.B. die Panasonic DMC-FZ1000. Aber Achtung: Die günstigeren Videokameras und auch die Fotokameras zeichnen nur mit 25 Frames per Second auf, erst die Profi-Kameras schaffen 60 fps

  • Class 10 SDHC- oder SDXC-Karte, teilweise auch XQD-Karte bei den professionellen Kameras. 32 GB reichen etwa für 30 Minuten Aufzeichnung bei 25 Bildern/Sekunde.

Videoschnitt

  • Gängige Videoschnittlösung in einer aktuellen Version, z.B. Video Deluxe oder PowerCinema.

  • Leistungsfähiger PC mit Quadcore-CPU, mindesten 8 GB RAM, genügen Festplattenplatz und flotter Grafikkarte, etwa ab GeForce GTX 750 oder Radeon R9 270 aufwärts.

  • 27– oder 30,5-Zoll-Monitor mit 4K-Auflösung. Sowohl bei Monitor als auch bei Grafikkarte auf einen Display-Port achten.

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