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360-Grad-Panoramen im Web: Eintauchen in fremde Welten

24.09.2013 | 12:09 Uhr |

Einmal am Mount Everest stehen, über den Grand Canyon oder die Skyline von Singapur fliegen, Pinguine in der Antarktis beobachten oder vom Eiffelturm herabblicken: Jeder Mensch hat seine persönlichen Reiseträume. Virtuell am Bildschirm lassen sie sich sofort erfüllen.

Wer den großen Stadtrundgang durch New York machen, die höchsten Wasserfälle der Welt in Venezuela besuchen oder einfach nur Deutschland aus der Luft betrachten will, braucht nichts weiter als eine schnelle Internetverbindung und einen aktuellen Webbrowser. Zudem sollt der Computer über eine gute Grafikkarte und ausreichend Rechenleistung verfügen, damit sich die 360-Grad-Panoramen ohne ruckeln ansehen lassen. Und dann heißt es: Zurücklehnen und genießen!

Virtuell über die Erde fliegen

Satellitenaufnahmen in Google Maps und Google Earth sind ebenso faszinierend wie Google Street-View-Ansichten , auch wenn einige von ihnen kurios und umstritten sind. Zum Glück zeigen 360-Grad-Panoramen nur selten willkürlich fotografierte Menschen. Sie faszinieren vielmehr mit beeindruckenden Landschafts-, Natur- und Städteaufnahmen in professioneller Qualität. Die 360-Grad-Panoramen sind also kein Ersatz für Satellitenbilder und Street View, sondern eine hervorragende Ergänzung.

Innerhalb der 360-Grad-Panoramen bewegt sich der Nutzer per Mausklicks oder per Tastendruck. Dabei entsteht für ihn der Eindruck, er befände sich in einer dreidimensionalen Szenerie. In Wirklichkeit werden die Fotos mit spezieller Technik so aufgenommen und mit Hilfe von Spezial-Software zu einem Panorama verarbeitet.

Unsere Bildergalerie liefert einige Beispiele für besonders sehenswerte 360-Grad-Panoramen. Außerdem stellen wir Ihnen die dazugehörigen Websites vor, auf denen Sie viele weitere Rundum-Aufnahmen finden.

360-Grad-Panoramen in Deutschland

Die Technik hinter der Panoramafotografie

Professionelle 360-Grad-Panoramen werden meistens aus der Luft aufgenommen. Das geschieht in vielen Fällen vom Hubschrauber aus – ein gutes Beispiel sind die Panoramen von Airpano.com . Mittlerweile kommen aber auch kleine Drohnen zum Einsatz: also ferngesteuerte Fluggeräte, die mit einer speziellen Kameraplattform ausgestattet sind. Durch geschicktes Fliegen der Drohne und beinah beliebige Einstellwinkel der Kameraplattform entgeht dem Panoramafotograf so kaum ein Detail.

Jörg-Uwe Jahn aus dem Thüringischen Neustadt an der Orla ist ein Experte auf diesem noch recht neuen Gebiet der Fotografie. Auf seiner Website Allround-Pictures.com kann man einige Beispiele für den Einsatz von Drohnen in der Panorama-Fotografie bewundern. „Mit unserer Drohne können wir nicht nur Landschaften, Städte und einzelne Objekte aus einer gänzlich neuen Perspektive ablichten“, berichtet Jahn im Gespräch mit PC-WELT. „Auch für die Event-Fotografie bieten sich völlig neue Möglichkeiten“, weiß der gelernte Fotograf.

Neben den Luftaufnahmen existieren aber auch zahlreiche 360-Grad-Panoramen, die von einem festen Standpunkt am Boden, von einem Gebäude oder einem anderen erhöhten Standort aus aufgenommen wurden. Erstellen lassen sich die Panoramen mit einem Stitcher-Programm, beispielsweise dem knapp 80 Euro teuren PTGui .

Video-Workshop: 360-Grad-Panorama selbst erstellen

360-Grad-Panoramen mit gyroskopischem Effekt am iPad

Noch eindrucksvoller als am Computer erscheinen manche Panoramen auf dem iPad. Und zwar dann, wenn sie die Sensoren dieses mobilen Gerätes nutzen. Fachleute sprechen dabei vom gyroskopischen Effekt, wenn die Dreh- oder Neigungsbewegung des iPad die Bewegung durch das 360-Grad-Panorama steuert. Dreht der Nutzer das Tablet nach links, wandert auch der Blick im Panorama nach links – dreht er sich nach rechts, geht der Blick nach rechts. Und wird das iPad nach unten oder oben geneigt, fällt die Ansicht Richtung Boden oder steigt gen Himmel. Wollen Sie es selbst ausprobieren? Beispiele für iPad-taugliche gyroskopische 360-Grad-Panoramen finden Sie in unserer Galerie.

Landschafts-, Natur- und Städteaufnahmen sind nicht die einzigen Einsatzgebiete für 360-Grad-Panoramen. Neben der bereits erwähnten Event-Fotografie werden die Panoramen auch immer öfter verwendet, um Unternehmen und Produkte ins rechte Licht zu rücken. So liegen virtuelle Firmenrundgänge und die Präsentation von Waren in Rundum-Ansichten derzeit im Trend. Ein gutes Beispiel ist die Hotelkette Best Western , die 360-Grad-Rundgänge durch viele ihrer Hotels und deren Zimmer ermöglicht – und laut einer Studie damit fast 50 Prozent mehr Online-Buchungen erreichte.

Die ersten Panoramabilder vom Mars

Ein ganz besonderes 360-Grad-Panorama kann man seit Anfang April bewundern. Der Forschungsroboter Curiosity der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA lieferte unzählige Aufnahmen des Planeten Mars. Die qualitativ hochwertigen Bilder hat der estländische Fotograf Andrew Bodrov zu einem faszinierenden 360-Grad-Panorama des Planeten   zusammengesetzt.

Hier gilt das Gleiche wie bei allen Panoramen: hinein zoomen, das Panorama abfahren und damit in die ferne Welt eintauchen.

 

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