06.10.2012, 08:55

Thorsten Eggeling

Umstieg auf eine SSD

3. Für wen eignen sich SSDs?

SSDs sind in Gigabyte pro Euro gerechnet zurzeit noch relativ teure Speichermedien. Ein 2-TB-Modell kostet aktuell über 4000 Euro. Das ist für einen Desktop-PC eindeutig zu teuer. Im erschwinglichen Bereich um die 200 Euro liegen SSDs mit einer Kapazität von 128 GB. 60-GB-Modelle gibt es schon für unter 100 Euro.
60 oder 120 GB Festplattenspeicher sind für eine Windows-Installation recht knapp bemessen. Ein frisch installiertes 64-Bit-Windows beansprucht alleine schon etwa 10 GB an Platz. Mit ein paar Programmen und einigen Multimedia- Dateien sind 60 GB dann schnell gefüllt. Wer tatsächlich mit wesentlich weniger als 120 GB auskommt, hat nicht viele Programme installiert und bringt aus diesem Grund eine herkömmliche Festplatte auch nicht an ihre Leistungsgrenzen.Anwender, die zahlreiche Programme zur Foto-, Audio- und Videobearbeitung oder schwergewichtige Entwicklungsumgebungen installiert haben, würden von einer SSD am meisten profitieren. Hier reicht aber die Speicherkapazität nicht aus. Aus diesem Dilemma gibt es allerdings mehrere Auswege. Die Lösungen reichen zwar nicht ganz an die Leistung heran, die bei der Installation auf einer einzelnen SSD möglich ist, bieten aber einen guten Kompromiss bei Geschwindigkeit und verfügbarer Kapazität.
Hybridfestplatte: Wer mehr Platz benötigt, kann zu einer Hybridfestplatte greifen. Diese vereinigt eine herkömmliche Festplatte und SSD in einem Gehäuse. Die Flash-Bausteine dienen als Zwischenspeicher (Cache) für häufig genutzte Daten. Mit dieser Kombination lässt sich das System zwar nicht so stark beschleunigen wie bei der alleinigen Verwendung einer SSD, aber Lesezugriffe erfolgen bis zu 33 Prozent schneller. Bei Schreibzugriffen gibt es keine Beschleunigung. Die 2,5- Zoll-Hybridfestplatte Seagate Momentus XT 750 GB kostet derzeit etwa 176 Euro, das 500-GB-Modell gibt es für rund 110 Euro (Stand 1. Februar 2012). Einen Test der Seagate Momentus XS finden Sie bei den Kollegen der TecChannel.
Hauptplatine mit Intel-Z68-Chipsatz: Wer einen PC mit einem Intel-Z68-Chipsatz besitzt, kann eine SSD ganz oder teilweise als Cache benutzen (Smart Response Technology, SRT). Dabei ist eine durchschnittliche Beschleunigung von bis zu 40 Prozent bei Schreib- und Lesezugriffen möglich. Die Technik ist zurzeit zwar auf den Z68-Chipentscheidende satz beschränkt, hängt jedoch nicht von der Hardware ab. Der Cache wird ausschließlich per Software über den Festplattentreiber realisiert. Wie sich der SSD-Cache einrichten lässt, lesen Sie in Punkt 6.
Festplatte und SSD mit Software-Cache: Auch andere Hersteller als Intel haben Cache- Software für ein Gespann aus Festplatte und SSD im Angebot. Diese liefern aber fast nur an Unternehmenskunden, die ihre Server mit SSDs beschleunigen wollen. Eine Ausnahme ist die OCZ Synapse Caching SSD, die zusammen mit der Cache-Software Dataplexvon Nvelo ausgeliefert wird. Das 64-GB-Modell kostet etwa 100 Euro, das 128-GB-Modell 175 Euro (Stand 1. Februar 2012). Derzeit lässt sich die Software nicht ohne SSD erwerben. Die SSD/Dataplex-Kombination kann Lese- und Schreibzugriff fast auf SSDNiveau beschleunigen. Verglichen mit einer Festplatte alleine, wird die Geschwindigkeit mehr als verdoppelt. Auch hier finden Sie einen ausführlichen Test finden auf TecChannel.de.
SSD beim Notebook nachrüsten - so geht's
 
4. Windows auf einer SSD installieren
Eine frische Windows-7-Installation auf einer neuen SSD ist in der Regel die beste Option. Anders als beim Umzug werden Sie dabei unnötigen Ballast los, und das System ist optimal eingerichtet. Bevor Sie mit der Installation loslegen, prüfen Sie die Einstellungen für den Festplatten-Controller im BIOS. Hier sollte „AHCI“ oder „RAID“ aktiviert sein. Bei einigen Hauptplatinen finden Sie stattdessen auch die Einstellung „Enhanced“. Achten Sie außerdem darauf, dass die SSD mit einem SATA-600-Anschluss auf der Hauptplatine verbunden ist.
Booten Sie den PC von der Windows-7-Installations- DVD und installieren Sie Windows 7 wie gewohnt. Anschließend sollten Sie – wie noch in Punkt 6 beschrieben – prüfen, ob alle Einstellungen für die SSD optimal sind.
Wenn später einmal der Speicherplatz auf der SSD knapp zu werden droht, können Sie eine zusätzliche Festplatte verwenden. Auf dieser installieren Sie dann etwa Spiele, die sehr viel Platz beanspruchen, oder Sie legen hier besonders große Dateien ab. Bei Notebooks können Sie auch eine externe Festplatte benutzen. Sollte der PC über einen USB- 3.0-Anschluss verfügen, lassen sich darüber auch große Dateien recht schnell übertragen.
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