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Kamera-Test

20 spiegellose Systemkameras im Vergleich

27.12.2014 | 14:31 Uhr |

Alle großen Hersteller haben mindestens eine Systemkamera im Sortiment und bringen regelmäßig neue Modelle. Um sich in diesem hart umkämpften aber rückläufigen Markt hervorzutun, müssen die Hersteller mit neuen Funktionen wie WLAN punkten. Wir haben uns 20 aktuelle Systemkameras angesehen.

Laut einer Meldung des Interessenverbands der japanischen Fotoindustrie CIPA (Camera and Imaging Products Association) haben die japanischen Kamerahersteller – darunter Canon, Nikon, Panasonic und Sony – zwischen Januar und Dezember 2013 nur etwa 700.000 spiegellose Systemkameras nach Europa ausgeliefert. Im Vergleich zum Vorjahr ist das mehr als 20 Prozent weniger.

Neben der immer populärer werden-den Smartphone-Fotografie ist auch die derzeitige Preisentwicklung nach oben ein möglicher Grund für die rückläufigen Verkaufszahlen.

Dieser Artikel stammt aus der FotoWelt 1/2014

Die Highlights der Photokina, die Tricks der Profis, 20 Systemkameras im Test - das und mehr lesen Sie in der neuen FotoWelt 1/2014 !

Oberklasse ist im Kommen

Bei unserem Test fiel uns erneut der enorme Preisanstieg im Vergleich zu den letzten Jahren auf: Standard-Kits mit einem Objektiv liegen mittlerweile im Schnitt bei 800 Euro. Nur zwei Modelle im Test – die Fujifilm X-A1 und die Panasonic Lumix DMC-GF6– waren für unter 600 Euro UVP erhältlich. Acht Systemkameras kosten sogar über 1000 Euro!

Doch lohnen sich diese Mehrkosten? Kommt drauf an. Bei den günstigeren Modellen müssen Sie auf jeden Fall Abstriche beim Gehäusematerial machen: Ob jedoch ein Plastikbomber weniger gut in der Hand liegt als ein edles Metallgehäuse, hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Wirklich klapprig oder billig anmutend war keines der Gehäuse im Test.

2014Kein günstiges Hobby: Spiegellose Systemkameras kosten
(noch) relativ viel Geld. So hat beispielsweise die Fujifilm X-T1
eine UVP von 1599 Euro.
Vergrößern 2014Kein günstiges Hobby: Spiegellose Systemkameras kosten (noch) relativ viel Geld. So hat beispielsweise die Fujifilm X-T1 eine UVP von 1599 Euro.
© Verena Ottmann

Auflösung meint nicht Qualität

Die meisten Testkandidatinnen setzen einen 16-Megapixel-Sensor ein. Hier tanzen nur fünf Geräte aus der Reihe: Die Samsung Galaxy NX, die Samsung NX 30 und die Samsung NX300 mit jeweils 20 Megapixeln sowie die Sony Alpha A6000 und die Sony NEX-7 mit stolzen 24 Megapixeln, was aber noch kein Indiz für gute Bildqualität ist.

Was die Größe der Bildsensoren angeht, so setzen Olympus und Panasonic seit Jahren auf das Micro-Four-Third-Format, bei dem spezifizierte Sensoren von 17,3 x 13,0 Millimetern Größe zum Einsatz kommen. Fujifilm, Samsung und Sony verbauen dagegen die größeren APS-C-Sensoren mit etwa 23,5 x 15,6 Millimeter Fläche.

Einen Rückschluss auf die Bildqualität beziehungsweise auf die effektive Auflösung oder das Rauschverhalten kann man aber auch daraus nicht ziehen. Der ist eher herstellerspezifisch möglich: Unsere Tests zeigten, dass vor allem Sony-Geräte mit ihren Kit-Objektiven Probleme hatten, die Pixel der Sensoren auch für Bildinfos zu nutzen. Die Folge ist ein niedriger Wirkungsgrad, im Fall von Sony um die 50 Prozent. Dafür erwies sich der Hersteller als Vorbild hinsichtlich geringen Bildrauschens: Alle Sony-Modelle hatten hier sehr gute Testwerte. Was man von einigen Fujifilm-Kameras, etwa der X-T1 und der X-E2, nicht sagen kann. Dafür weiß der Hersteller hinsichtlich des Dynamikumfangs größtenteils zu überzeugen.

Die 10 leichtesten Systemkameras

Alle Technischen Daten der Systemkameras aus unserem Test
im Überblick.
Vergrößern Alle Technischen Daten der Systemkameras aus unserem Test im Überblick.

Unterschiedliche WLAN-Funktionen

Ein Trend, der sich bei Systemkameras seit einiger Zeit bemerkbar macht, ist WLAN. Zwar gab es bereits 2005 Kompaktkameras mit integriertem WLAN-Chip. Durch die rapide Verbreitung von Smartphones und Tablets in den letzten Jahren macht die WLAN-Verbindung jedoch erst jetzt richtig Sinn. In unserem Testfeld sind lediglich sechs Geräte nicht mit WLAN ausgestattet. Allerdings kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen hinsichtlich der WLAN-Funktionalität:

Fujifilm bietet seine Fujifilm Camera Application für Android-Geräte kostenlos im Google Play Store an. Sie können dann bis zu 30 Bilder auf einmal kabellos aufs Smartphone oder Tablet bringen und GPS-Daten zu Ihren Aufnahmen abspeichern. Mit Fujifilm Camera Remote lässt sich die Kamera über das Mobilgerät fernsteuern, und Sie können die Bilder dort auch betrachten.

Olympus benötigt für die WLAN-Verbindung die kostenlose Smartphone-App Olympus Image Share . Während der WLAN-Konfiguration scannen Sie mit ihr einen QR-Code auf dem Kamera-Display ab, um die Verbindung zwischen den bei-den Geräten herzustellen. Sie können nun die Kamera fernsteuern, Fotos auf Ihr Smartphone importieren oder neuen Bildern Geo-Daten hinzufügen.

Bei Panasonic laden Sie die Panasonic Image App per NFC: Sie halten einfach das Handy an die Kamera und gelangen so direkt zum App Store. Nach der Installation können Sie mit der App Ihre Bilder kabellos auf einen PC im gleichen WLAN oder in die Cloud übertragen. Außerdem lassen sich Systemkameras wie die GF6 und die G6 vom Smartphone oder Tablet aus bedienen.

Samsung bietet einen ähnlichen Funktionsumfang wie Panasonic und benötigt dafür die Samsung Smart Camera . In ihr sind wiederum die Apps AutoShare, MobileLink und Remote Viewfinder vereint, mit denen Sie die Kamera vom Smartphone aus steuern und Daten übertragen können.

Sony benutzt die WLAN-Verbindung seiner Kameras lediglich dazu, Apps aus dem hauseigenen PlayMemories-Store auf die Kamera zu laden. Die angebotenen Apps finden Sie im Menü unter Applikation und dann im Unterpunkt PlayMemories Camera Apps. Um eine App herunterzuladen, benötigen Sie ein Konto beim Sony Entertainment Network.

Eine Besonderheit bei der Ausstattung bietet die Samsung
NX30: Ihr Sucher lässt sich ausfahren und schwenken.
Vergrößern Eine Besonderheit bei der Ausstattung bietet die Samsung NX30: Ihr Sucher lässt sich ausfahren und schwenken.
© Verena Ottmann

Mehr HD-Displays und Extras

Nahezu alle Systemkameras unseres Testfelds haben ein 3-Zoll-Display – seit einigen Jahren ist diese Größe nun schon Standard. Einzige Ausnahmen bilden die Samsung NX300 und die Samsung Galaxy NX, deren Bildschirm 3,3 Zoll respektive 4,7 Zoll in der Diagonale messen.

Doch während sich bei der Displaygröße nicht viel getan hat, steigt die Auflösung der Bildschirme stetig an: Das dadurch schärfere und detailreichere Bild ist vor allem dann hilfreich, wenn das Display als Sucher zum Einsatz kommt wie bei den Fujifilm-Modellen X-A1, X-M1 und X-T1, der Panasonic Lumix DMC-GF6 und DMC-GX1X, den PEN-Modellen E-P5 und E-PL5 von Olympus sowie der Samsung NX300. Nur zwei Panasonic-Kameras im Test – die Lumix DMC-GX1X und die Lumix DMC-G3 – arbeiten noch mit der veralteten Auflösung von 460.000 Bildpunkten. Die meisten anderen Modelle setzen 920.000 oder sogar 1.040.000 Pixel ein.

Ein weiterer Display-Trend ist die Möglichkeit, den Bildschirm aufzuklappen und bei einigen Kameras auch zusätzlich noch zu drehen. In unserem Testfeld bieten lediglich die Fujifilm X-E2, die Panasonic Lumix DMC-GX1X und Samsung Galaxy NX diese Option nicht. Ein Novum in punkto Sucher bietet Samsung bei der NX30: Ihr Sucher ist schwenkbar.

Do-it-yourself: Kamera-Zubehör im Eigenbau

Fazit: Abwägen, was wichtig ist

Aktuelle Systemkameras richten sich an Anwender, die zumindest über Grundkenntnisse in der Fotografie verfügen. Denn Einsteiger in diese Kameraklasse sowie Fotoneulinge werden kaum 800 Euro und mehr für eine Systemkamera ausgeben. Für dieses Geld bekommen Sie aber eine schnelle Kamera mit vielen Funktionen und überwiegend guter Bildqualität. Günstigere Modelle verzichten dagegen auf Extras wie WLAN, kommen mit Kunststoffgehäuse und sind meist langsamer, was die Arbeitsgeschwindigkeit und den Serienbildmodus angeht. Daher sollten Sie vor dem Kauf abwägen, welche Ausstattungsmerkmale Ihnen wichtig sind.

Noch ein Tipp: Zur Photokina haben alle Hersteller neue Kameramodelle vorgestellt. Das bedeutet, dass die Vorgängergeräte günstiger werden, die darin verbaute Technik aber noch lange nicht veraltet ist. Falls Ihnen also die aktuellen Systemkameras zu teuer sind, lohnt sich ein Blick auf die Vorgängergeneration.

So testen wir Systemkameras

FotoWelt bewertet Systemkameras anhand von Bildqualität, Ausstattung, Handhabung und Service. Um die Bildqualität zu bewerten, setzen wir das Programm DC Tau von Anders Uschold ein, das uns diese Ergebnisse liefert:

Auflösung/Wirkungsgrad: Um zu sehen, wie es um die Auf-lösung einer Digitalkamera bestellt ist, messen wir den Wirkungsgrad und berechnen daraus die effektive Auflö-sung. Dabei gilt: Je höher der Wirkungsgrad ist, desto nä-her liegt die effektive Auflösung eines Testgeräts an der theoretisch möglichen. Und je höher die effektive Auflösung ist, desto schärfer werden die Bilder.

Verzeichnung: Je kürzer die Brennweite ist, desto stärker verzeichnet ein Objektiv in der Regel. In Bildern hat dies zur Folge, dass gerade Linien – etwa bei Bauwerken – am Bildrand „verbogen“ dargestellt werden. Das Testergebnis gibt die Verzeichnung in Prozent an. Ein positiver Mess-wert deutet auf eine kissenförmige Verzeichnung, ein negativer Messwert beschreibt eine tonnenförmige Verzeich-nung. Der Bestwert ist 0.

Ein-/Ausgangsdynamik: Um Motive mit hohem Kontrast optimal abbilden zu können, sollte der Dynamikumfang ei-ner Systemkamera möglichst hoch sein: Modelle mit hoher Eingangsdynamik stellen diese Motive mit allen Details dar. Eine hohe Ausgangsdynamik bedeutet dagegen, dass eine Kamera den Übergang zwischen hellen und dunklen Bild-bereichen mit vielen Helligkeitsstufen darstellen kann. Die Eingangsdynamik kann bestenfalls zehn Blenden betragen, die Ausgangsdynamik 256 Helligkeitsstufen.

Bildrauschen: Wir messen Bildrauschen bei allen vorhan-denen ISO-Einstellungen. Je kleiner der Messwert, desto weniger Bildrauschen produziert eine Kamera.

Scharfzeichnung: Die Scharfzeichnung sorgt dafür, dass Aufnahmen knackig scharf sind. Ränder und harte Über-gänge im Bild dürfen dabei jedoch nicht ausfransen. Wir geben die Scharfzeichnung in Prozent an. Werte bis 20 Prozent sind sehr gut, ab 50 Prozent sind meist ausge-franste Ränder im Bild zu sehen.

Randabdunklung: Das Ergebnis gibt an, um wie viele Blen-den die Helligkeit von der Bildmitte zum Rand nachlässt. Der Bestwert ist 0.

Die Testergebnisse:

Die Fujifilm X-M1
Vergrößern Die Fujifilm X-M1
© Verena Ottmann

1. Platz - Fujifilm X-M1: Der APS-C-Sensor der X-M1 mit 16,3 Megapixeln macht mit seiner X-Trans-Struktur einen Tiefpassfilter überflüssig. Durch das wertige Metallgehäuses gehört die Kamera nicht zu den leichtesten, ist liegt aber gut in der Hand. Dank schnellem Autofokus und extrem kurzer Auslöseverzögerung ist sie perfekt für spontane Schnappschüsse. Mit einem lichtstarken Objektiv wie dem Fujinon XC16–50mm können Sie auch bei schlechten Lichtverhältnissen Aufnahmen noch gut aus der Hand schießen. Der Videoknopf liegt ungünstig unter der Daumenmulde, so dass leicht aus Versehen die Videoaufnahme gestartet wird. Diese Funktion lasst sich leider nicht deaktivieren. Bei allen ISO-Einstellungen entsteht sehr wenig Bildrauschen, und auch der mittlere Wirkungsgrad ist hoch. Einziger Mini-Kritikpunkt: Die Kamera überschärft in der Bildmitte etwas zu stark. Der Dynamikumfang ist dagegen wieder sehr hoch.

Testnote: gut (1,90)

Preis (UVP des Herstellers): 799,- Euro

Die Fujifilm X-A1
Vergrößern Die Fujifilm X-A1
© Verena Ottmann

2. Platz - Fujifilm X-A1: Der Wirkungsgrad sowie der Dynamikumfang sind bei der Fujifilm X-A1 sehr hoch. Punktabzug gibts dagegen beim Bildrauschen: Während die Ergebnisse bei ISO 100 und ab ISO 800 gut bis sehr gut ausfallen, sind sie bei ISO 200 und 400 etwas erhöht. Grund dafür ist die aggressive Scharfzeichnung der Kamera. Das 3-Zoll-Display lässt sich vorne und oben kip-pen. Es löst mit 920000 Pixeln sehr hoch auf. Einen extra Sucher bietet die Kamera nicht. Dank zweier Navigationsräder geht das Einstellen der Bild-parameter flott. Zudem gibt’s eine belegbare Fn-Taste, die Sie mit einer oft gebrauchte Funktion direkt belegen können. Wer’s besonders schnell ha-ben will, dem bietet die Q-Taste direkten Zugriff auf alle wichtigen Einstellungen. Die Arbeitsgeschwindigkeit der X-A1 beeindruckt uns, vor allem der Serienbildmodus mit 5,6 Bildern pro Sekunde. Aber auch die Auslöse-verzögerung und die Zeit zwischen zwei Aufnahmen sind kurz.

Testnote: gut (2,04)

Preis (UVP des Herstellers): 599,- Euro

Die Olympus OM-D E-M10
Vergrößern Die Olympus OM-D E-M10
© Verena Ottmann

3. Platz - Olympus OM-D EM-10: Sie bedienen die OM-D E-M10 über das 3-Zoll-Touch-Diplay und zwei Drehräder auf der Gehäuseoberseite. Das Display lässt sich nach vorne aufklappen und oben drehen. Seine Auflösung ist mit 1.037.000 Bildpunkten überdurchschnittlich hoch. Mit 489 Gramm ist die E-M10 das bisher leichteste Modell der OM-D-Serie, macht aber dank ihres Gehäuses aus einer Magnesium-Legierung einen wertigen Eindruck. Einzig das neue Motorzoom-Objektiv M.Zuiko Digital 14–42mm 1:3,5–5,6 reagiert etwas schwerfällig. Die Auflösung der Olympus OM-D E-M10 verläuft über den gesamten Brennweitenbereich nahezu konstant hoch. Im Schnitt ergibt das einen hohen Wirkungsgrad von 77,1 Prozent, was einer Auflösung von 9,1 Megapixeln entspricht. Auch hinsichtlich ihres Rauschverhalten kann die Kamera überzeugen. Nur ausreichend ist jedoch die Ausgangsdynamik der E-M10. Dafür ist die Eingangsdynamik wieder sehr hoch.

Testnote: gut (2,13)

Preis (UVP des Herstellers): 799,- Euro

Die Olympus OM-D E-M5
Vergrößern Die Olympus OM-D E-M5
© Verena Ottmann

4. Platz - Olympus OM-D EM-5: Die Systemkamera mit staub- und spritzwassergeschützem Gehäuse erzielte einen sehr hohen Wirkungsgrad, der umgerechnet einer Auflösung von 8,7 Megapixeln entspricht. Lobenswert auch das Rauschverhalten: Selbst bei ISO 6400 sind die Bildfehler vernachlässigbar. Die Eingangsdynamik ist sehr hoch, die Ausgangsdynamik dagegen etwas zu niedrig. Das 3-Zoll-Touchdisplay lässt sich nach oben und vorne aufklappen. Zum Ausrichten des Motivs können Sie zudem den elektronischen Sucher nutzen. Der Blitz liegt als Aufsteckversion bei. Eine Besonderheit ist der mechanische Bildstabilisator, der sehr gut funktioniert. Neben den bereits bekannten Filtern bietet die OM-D zwei neue Optionen: den „Dramatischen Effekt“, der den Kontrast und die Farben einer Aufnahme verstärkt, sowie den „Gemälde“-Modus, der ein Motiv in Wasserfarben taucht. Ebenfalls neu sind die Optionen „Bulb“ und „Time“, um die Belichtung zu steuern

Testnote: gut (2,31)

Preis (UVP des Herstellers): 1.299,- Euro

Die Sony A6000
Vergrößern Die Sony A6000
© Verena Ottmann

5. Platz - Sony A6000: Die Sony A6000 besitzt ein 3-Zoll-Display, das sich um etwa 90 Grad nach oben kippen lässt. Seine Auflösung beträgt 921.600 Pixel, ist also Standard. Kein Standard ist der elektronische Sucher mit einer Auflösung von 1.440.000 Bildpunkten. Der Videoauslöser ist etwas ungünstig positioniert. Positiv sind die frei belegbaren Tasten, über die Sie schnell Zugriff auf wichtigsten Bildparameter bekommen. Der Hybrid-Autofokus der Sony, der je nach Motiv und Licht auf eine Phasen- oder Kontrastdetektion zurückgreift, lässt keine Wünsche offen. Bis ISO 400 produziert die Sony A6000 nur sehr wenig Bildrauschen. Ab ISO 800 werden die Bildfehler jedoch stärker. Die Auflösung lässt zum Bildrand hin sehr stark nach. Die Eingangsdynamik ist sehr hoch, die Ausgangsdynamik hoch. Dem mitgelieferten Kit-Objektiv weisen wir einen Randabfall von 0,7 bis 0,8 Blenden nach – zu viel. Außerdem verzeichnet es im Weitwinkel zu stark.

Testnote: gut (2,34)

Preis (UVP des Herstellers): 799,- Euro

Die Sony NEX-6
Vergrößern Die Sony NEX-6
© Verena Ottmann

6. Platz - Sony NEX-6: Die Systemkamera kann auf die so genannte PlayMemories-Plattform von Sony zugreifen: einen Cloud-Service, der auch Apps zum Download an-bietet. Dazu ist ein Konto beim Sony Entertainment Network nötig. Das Anlegen ist jedoch etwas fummelig: Da die Kamera kein Touchdisplay be-sitzt, müssen Sie das Steuerkreuz verwenden. Die Bedienung der Kamera-funktionen ist aber tadellos. Die Sony NEX-6 löst sehr schnell aus, der Autofokus ist auch beim Filmen eine wahre Freude. Die Testbilder weisen nur wenig Bildrauschen auf. Zudem erzielt das Gerät eine hohe Eingangsdynamik; die Ausgangsdynamik ist etwas schlechter. Außerdem zeigt das Kit-Objektiv bei kurzer und langer Brennweite einen deutlichen Hellig-keitsverlust um 0,8 Prozent in den Ecken. Die Auflösung lässt im Weitwinkel ab der Bildmitte stark nach. Die Folge ist ein befriedigender Wirkungsgrad, der einer Auflösung von 5,2 Megapixeln entspricht.

Testnote: gut (2,38)

Preis (UVP des Herstellers): 1.199,- Euro

Die Panasonic Lumix DMC-GF6
Vergrößern Die Panasonic Lumix DMC-GF6
© Verena Ottmann

7. Platz - Panasonic Lumix DMC-GF6: Das Gehäuse der Lumix DMC-GF6 ist aus Metall gefertigt, weshalb die Systemkamera mit 426 Gramm zwar nicht gerade zu den Leichtgewichten gehört, dadurch aber gut in der Hand liegt. Hinsichtlich Bildrauschens weiß sie zu überzeugen. Die Auflösung fällt zum Bildrand hin stark ab. Im Schnitt ergibt das aber immer noch einen hohen mittleren Wirkungsgrad, der umgerechnet einer Auflösung von 7,8 Megapixeln entspricht. Im Weit-winkel- und im Telebereich verzeichnet das Kit-Objektiv stark tonnenför-mig. Die Ausgangsdynamik könnte zudem höher sein. Dafür bekommt die Eingangsdynamik wieder gute Noten. Mit der Panasonic Image App lässt sich die Lumix DMC-GF6 einfach vom Smartphone oder Tablet aus fernsteuern. Mit dem berührungsempfindlichen 3-Zoll-Display, das sich um 180 Grad nach oben klappen und etwa 45 Grad nach vorne kippen lässt, sind Sie auch bei schwierigeren Motiven flexibel.

Testnote: gut (2,43)

Preis (UVP des Herstellers): 549,- Euro

Die Fujifilm X-E2
Vergrößern Die Fujifilm X-E2
© Verena Ottmann

8. Platz - Fujifilm X-E2: Fujifilm bestückt die X-E2 mit einem OLED-Sucher, der mit 2,35 Megapixeln auflöst. Der Autofokus nutzt die Phasendetektion, was der Geschwindigkeit zugute kommt. Das 3-Zoll-Display löst mit 1.040.000 Pixeln auf. Bewegen kann man es jedoch nicht – bei einer Kamera dieser Preisklasse sollte das Standard sein. Dafür spendiert Fujifilm der E2 ein geniales Bedienkonzept mit zwei Drehrädern auf der Kameraoberseite, über die Sie die Belichtungszeit einstellen und die Belichtungskorrektur nutzen. Die Blende regeln Sie direkt übers Objektiv. Die Auflösung der Fujifilm X-E2 verläuft etwas ungleichmäßig von der Bildmitte zum Rand. Dafür ist sie sehr hoch, so dass die Kamera einen hohen mittleren Wirkungsgrad erzielt, der einer Auflösung von 9,5 Megapixeln entspricht. Ähnlich gut fällt der Dynamikumfang aus. Das Bildrauschen ist gut bis befriedigend: Vor allem bei ISO 200 und 400 hat die Kamera mit Bildfehlern zu kämpfen.

Testnote: gut (2,45)

Preis (UVP des Herstellers): 1.299 Euro

Die Olympus PEN E-P5
Vergrößern Die Olympus PEN E-P5
© Verena Ottmann

9. Platz - Olympus PEN E-P5: Die Kamera löst superschnell aus und ist nach einer Aufnahme praktisch sofort wieder einsatzbereit. Das kommt vor allem dem Serienbildmodus zugute, der immerhin neun Bilder pro Sekunde aufnimmt. Eine Besonderheit ist auch der so genannte Fast AF: Er erlaubt es, mit dem Finger einen sehr kleinen AF-Punkt zu wählen, worauf die Kamera blitzschnell auslöst. Und auch die Live-Bulb-Funktion für eine Belichtung in Echtzeit ist wieder mit an Bord. Olympus verpasst der PEN E-P5 ein berührungsempfindliches 3-Zoll-Display, das sich nach vorne und oben aufklappen lässt. Die Systemkamera erzielt sehr gute Ergebnisse bei den Rauschmessungen. Auch die Eingangsdynamik ist sehr hoch. Nicht ganz so gut fällt jedoch die Ausgangsdynamik aus. Dagegen ist der Wirkungsgrad wieder etwas besser, insgesamt befriedigend, was einer Auflösung von 5,3 Megapixeln entspricht.

Testnote: gut (2,46)

Preis (UVP des Herstellers): 1.099,- Euro

Die Panasonic Lumix DMC-G6
Vergrößern Die Panasonic Lumix DMC-G6
© Verena Ottmann

10. Platz - Panasonic Lumix DMC-G6: Die Panasonic Lumix DMC-G6 besitzt ein HD-Touchdisplay, dass sich aufklappen und drehen lässt. Außerdem kommt sie mit einem WLAN-n-Chip sowie NFC. Sie gehört mit 551 Gramm zu den schwereren Systemkameras. Umso enttäuschender ist, dass Panasonic für das Gehäuse einen recht billig anmutenden Kunststoff verwendet. Die DMC-G6 löst superschnell aus und ist praktisch sofort wieder schussbereit. Die Auflösung lässt zum Bildrand hin stark nach. Dennoch erzielt die Systemkamera einen hohen mittleren Wirkungsgrad, der knapp 7 Megapixeln entspricht. Beim Bildrauschen zeigt sich die Lumix von ihrer besten Seite. Die Eingangsdyna-mik ist sehr hoch, die Ausgangsdynamik noch gut. Kritischer ist die Randabdunkelung zu bewerten. Das Kitobjektiv verliert zwischen 0,7 und 0,8 Blenden von der Mitte zum Rand. Zudem ermitteln wir bei kurzer Brenn-weite eine starke tonnenförmige Verzeichnung um –0,9 Prozent.

Testnote: gut (2,49)

Preis (UVP des Herstellers): 729,- Euro

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