Alle Experten sind sich einig: Auf jeden PC gehört ein Virenscanner, und ohne solchen Schutz ins Internet zu gehen, sei sträflicher Leichtsinn. Dürfen Sie trotzdem darauf verzichten?
Ja. Ein Virenscanner soll verhindern, dass schädlicher Code seine Wirkung entfaltet – vorausgesetzt, dass er den Befall erkannt hat. Das hebt Scanner aus dem Rest der Sicherheitswerkzeuge heraus: Er gehört nicht zu den Vorsorge-Tools, sondern kommt in einer Situation zum Einsatz, die gar nicht erst hätte eintreten dürfen.
Im Umkehrschluss bedeutet das: Sie brauchen keinen Scanner, wenn Sie durch andere Vorsichtsmaßnahmen sicherstellen, dass kein Schädling auf den PC gelangt. Theoretisch ist das machbar: Wenn Sie Software und System auf dem neuesten Stand halten, keine Anhänge in Mails unbekannter Herkunft öffnen, Share- und Freeware sowie Updates nur von renommierten Websites beziehen sowie niemals als Administrator online gehen, bekommt der Virenscanner auf Ihrem System nichts zu tun. Erfahrene Anwender können daher tatsächlich auf seine Dienste verzichten. Er würde Sie wohl darüber informieren, wenn er Malware im Browser-Cache findet oder eine verseuchte Mail auf Ihre Platte gelangt. Da Sie diese Dateien jedoch nie ausführen würden, brauchen Sie auch die Warnung nicht.
Um nicht ständig daran erinnert zu werden, dass Sie keinen Virenscanner besitzen, empfiehlt es sich, zum Beispiel in XP unter „Systemsteuerung, Sicherheitscenter“ unter „Virenscanner“ die Schaltfläche „Empfehlungen“ zu klicken und folgende Option zu aktivieren: „Ich verfüge über ein Antivirusprogramm, das ich persönlich überwache“.
20. Die Windows-Firewall abschalten
Eine aktive Windows-Firewall oder ein alternativer Paketfilter wie Zone Alarm gehören wie der Virenscanner zur Standardausstattung. Dürfen Sie auf die Firewall verzichten?
Ja. Wenn Sie über einen DSL-Router mit integrierter Firewall online gehen, ist die Desktop-Firewall entbehrlich. Sie würde Sie lediglich vor anderen Nutzern im hauseigenen LAN schützen. Bedenken Sie aber, inwiefern diese Maßnahme für Sie doch nützlich sein könnte: Eltern etwa sollten keinesfalls ihre Kinder unterschätzen, Mitarbeiter in kleinen Büros nicht die „netten“ Kollegen. Ist Ihr PC der einzige, der am Router hängt, brauchen Sie keinen zusätzlichen Paketfilter – egal, was Ihnen die Hersteller weismachen wollen.
21. Windows-Update ohne Aktivierung
Mit einschlägigen Tools lässt sich Windows XP und Vista auch ohne Aktivierung zur Arbeit überreden – ob legal oder nicht, sei dahingestellt. Darf ein Benutzer in diesem Fall das Windows-Update benutzen, ohne Microsoft auf sich aufmerksam zu machen?
Ja. Gefährlich ist nur eins – Windows ohne Patches und Service Packs zu betreiben. Die Systeme weisen eine beachtliche Anzahl höchst kritischer Fehler auf, und die entsprechenden Exploits kursieren im Netz. Auch Raubkopierern steht das Windows-Update offen – Microsoft tut ihnen nichts: Statt eine Armee von Anwälten gegen illegale Kopien aufzustellen, dachte sich die Firma mit der Prüfung auf Original-Microsoft-Software (WGA) sogar einen komplexen Mechanismus aus, illegalen Nutzern ausschließlich die Sicherheits-Updates anzubieten und von den sonstigen Downloads fernzuhalten.
Mit anderen Worten: Microsoft geht nicht nur nicht aktiv gegen illegale Kopien vor, sondern übernimmt sogar noch die Verantwortung dafür, dass diese Raubkopien keine Sicherheitslücken aufweisen, die dem Rest der Web-User schaden könnten.
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