Der SATA-II-Standard sieht vor, dass Laufwerke Hot-Plug- oder Hot-Swap-fähig sind. Demnach sollte es gefahrlos möglich sein, eine SATA-II-Platte bei laufendem Betrieb an- oder abzustecken. Ist das tatsächlich richtig?
Ja und nein. Nicht alle Punkte einer Spezifikation müssen erfüllt sein, damit ein Controller oder eine Festplatte das SATA-II-Siegel bekommt. Ob eine Komponente tatsächlich Hot-Plug-fähig ist, erfahren Sie auf der jeweiligen Hersteller-Site. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Festplatte und Controller dem eSATA-Standard (External Serial ATA) genügen.
Selbst dann dürfen Sie die System-Festplatte aber natürlich nicht im laufenden Betrieb abziehen. Auch bei reinen „Daten“-Trägern kann es beim Abstecken zu Datenverlust kommen, wenn der Schreib-Cache aktiv ist. Falls Sie eine SATA-Platte häufig an- und abstecken möchten, sollten Sie daher den Cache des Laufwerks deaktivieren (
siehe Tipp 14). Falls Sie eine SATA-Platte nur einmalig akut abziehen müssen: Warten Sie ab, bis alle Schreibvorgänge abgeschlossen sind.
17. Den Prozessor mit Bordmitteln stressen
Sie erhalten unerklärliche Blue Screens, oder Sie haben das Kühlsystem geändert. Jetzt sollten Sie sicherstellen, dass der Prozessor auch hohen Dauerstress ohne Ausfall und Überhitzung durchsteht. Dürfen Sie die CPU testweise zu Höchstleistungen zwingen?
Ja. Sie sollten nicht davor zurückschrecken, den Prozessor einige Minuten richtig hochzuheizen, schließlich muss er solchen Belastungen auch im Alltagsbetrieb standhalten. Für den Test sind Sie jederzeit gerüstet – es reicht das Windows-Zubehör Calc.EXE in der „Ansicht, Wissenschaftlich“. Geben Sie hier eine mindestens sechsstellige Zahl ein, und klicken Sie dann auf die Taste „n!“ (für Fakultät). Der Rechner multipliziert also jetzt „1 x 2 x 3 [...] x n“, wobei „n“ für die eingegebene Zahl steht.
Ob die CPU diesen Stress packt oder einen Blue Screen produziert, ist auch ohne weitere Hilfsmittel offensichtlich. Besser informiert sind Sie, wenn Sie gleichzeitig die CPU-Temperatur messen. Sofern Ihrer Hauptplatine kein entsprechendes Tool auf CD beilag, eignet sich meist auch Speedfan 4.32. Dass die CPU-Temperatur zunächst deutlich ansteigt, ist zu erwarten; sie sollte sich aber bei einem gewissen Maximum einpendeln.
18. Den Rechner bei Gewitter benutzen
Einschlagende Blitze, explodierende Bildschirme, gegrillte Hauptplatinen und Wohnungsbrand – das droht angeblich, wenn man bei Gewitter den PC benutzt. Können Sie diese Schreckensszenarien ignorieren?
Ja und nein. Hier klaffen Theorie und Praxis stark auseinander. Da viele Häuser über Blitzableiter verfügen, ist die Gefahr eines direkten Blitzeinschlages gering. Trotzdem kann auch ein entfernter Einschlag zu einer Überspannung im Stromnetz führen – speziell in ländlichen Gegenden, wo die Leitungen noch überirdisch verlaufen. In städtischen Regionen sind Schädigungen von Elektronik durch Blitzeinschlag selten. Sie können das Restrisiko weiter verringern, indem Sie eine Steckerleiste mit Überspannungsschutz verwenden.
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