Aufgedeckt: Die Netzwerkeinstellungen nehmen Sie unter Windows für gewöhnlich in den Eigenschaften der „Netzwerkumgebung“ vor. Das ist aber nicht der einzige Weg: Das Utility Netsh.EXE ( Windows 2000, XP) bietet kompletten Zugriff auf alle Netzwerkeinstellungen, sei es zu Diagnosezwecken oder zur Neukonfiguration der Netzwerkkarte.
Wer sich mit dem Befehl „netsh.exe help“ die Einstiegsseite zur Hilfe anzeigen lässt, wird zunächst über die Syntax stolpern, die keinem anderen Befehlszeilen-Tool von Windows gleicht. Die Netsh-Kommandos verästeln sich in Unterbefehle und bilden ein wahres Labyrinth, in dem sich einige komfortable Funktionen verbergen.
Das haben Sie davon: Ein kompliziertes Tool mit ungewohnter Syntax – warum sollten Sie stattdessen nicht die bequemen grafischen Menüs wählen? Weil Sie bestimmte Aufgaben nur mit Netsh.EXE komfortabel erledigen. Beispiel: Mit Ihrem Notebook hängen Sie zu Hause in einem anderen Netzwerk als im Büro. Mit Netsh schalten Sie die Netzwerkkonfiguration bei Bedarf um.
Melden Sie sich mit Administratorrechten an, und nehmen Sie über die Eigenschaften der „LAN-Verbindung“ alle Netzwerkeinstellungen für den Betrieb im heimischen Netz vor. Speichern Sie diese Konfiguration in eine Textdatei:
netsh.exe interface dump >%win dir%\heimnetz.txt
Gehen Sie dann wieder in die Netzwerkeinstellungen, und stellen Sie dort alles für den Betrieb des PCs im Büronetzwerk ein. Speichern Sie auch diese Konfiguration mit
netsh.exe interface dump >%win 2000, XP dir%\büronetz.txt
Ab sofort können Sie je nach benötigten Einstellungen die Konfiguration flott umschalten. Das Kommando
netsh.exe -f %win dir%\heimnetz.txt
aktiviert beispielsweise die Einstellungen für das Heimnetz.
Damit Sie sich nicht immer auf die Kommandozeile begeben müssen, richten Sie sich mit Hilfe von Links einen komfortablen Umschalter ein. Erstellen Sie auf dem Desktop eine Verknüpfung, und tragen Sie als Ziel das komplette Kommando „netsh.exe -f %windir%\heimnetz.txt“ ein. Geben Sie dem Link einen aussagekräftigen Namen, etwa „Heimnetz“. Erstellen Sie dann eine weitere Verknüpfung, der Sie als Ziel den Befehl „netsh.exe -f %windir%\büronetz.txt“ und den Namen „Büronetz“ geben.
Ein Doppelklick auf einen der Links aktiviert die jeweils angegebenen Netzwerkeinstellungen, ohne dass Sie die Konfiguration noch selbst bearbeiten müssen. Es dauert lediglich einige Sekunden, bis die Einstellungen aktiv sind.
Achtung: Wenn Sie unter Windows 2000 und XP nur in einer der beiden Netzwerkkonfigurationen ein „Standard-Gateway“ nutzen, müssen Sie die betreffende Konfigurationsdatei nachbearbeiten. Falls Sie beispielsweise im Heimnetz kein Gateway verwenden, öffnen Sie die Datei Heimnetz.TXT mit einem Text-Editor und tragen unterhalb von „# Schnittstellen-IP-Konfiguration für LANVerbindung“ diese neue Zeile ein:
set address name = "LAN Verbindung" gateway = none
Sie bewirkt,dass das Standard-Gateway beim Einlesen geleert wird.
Es gibt noch etwas zu beachten: Das Service Pack 1 (SP1) für Windows XP hat einen Bug im Datei-Export von Netsh.EXE behoben. Wenn Sie Windows XP ohne SP1 betreiben, müssen Sie die gesicherten Konfigurationsdateien für Ihre Netzwerke nachbearbeiten: Öffnen Sie die Dateien Büronetz.TXT und Heimnetz.TXT mit einem Text-Editor, und suchen Sie die Zeilen, die mit „set dns“ und „add dns“ beginnen. Löschen Sie am Ende der Zeilen jeweils den Eintrag „register=PRIMARY“. Denn „PRIMARY“ ist kein gültiger Scriptbefehl.
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