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Qemu 2.5 veröffentlicht

18.12.2015 | 11:15 Uhr |

Die Qemu-Entwickler haben ihren freien CPU- und System-Emulator Qemu in der Version 2.5 veröffentlicht. Qemu kann verschiedene, auch ältere Prozessoren emulieren und wird oft im Zusammenhang mit den Hypervisoren KVM und Xen eingesetzt.

In der aktuellen Qemu-Version 2.5 werden Guard-Pages an das Ende des Gast-Arbeitsspeichers angefügt. Mit ihnen möchten die Entwickler das Hostsystem gegen von Gastsystemen ausgehende Buffer-Overflow-Attacken schützen. Für ARM-Architekturen unterstützt Qemu 2.5 Semihosting auf AArch64, den i.MX31 SoC und AHCI für ZynqMP- und Allwinner A10-Plattformen. Der Virt-Maschine verpassten die Entwickler eine zweite PCIe MMIO Region, die 512 GB im vom Nutzer adressierbaren High-Memory-Bereich ansprechen kann.

In der Kategorie der x86-Architekturen warnt Qemu, wenn ein CPU-Modell mit nicht unterstützten Funktionalitäten ausgewählt wird, und schaltet diese ab. Die Haswell- und Broadwell-CPU-Modelle kommen nun mit Advanced Bit Manipulation (ABM). ABM, POPCNT sowie SSE4a sind in den Standard-CPU-Modellen qemu32 und qemu64 deaktiviert, weil sie von vielen Hosts nicht unterstützt werden. Cache Information Passthrough ist in Qemu 2.5 standardmäßig abgeschaltet und aus den Modellen für AMD-Prozessoren wurde RDTSCP entfernt, weil es von aktuellen KVM-Versionen nicht an Gäste auf AMD-Hosts weitergegeben wird. Es werden mit clflushopt, clwb und pcommit mehrere neue Intel-Memory-Instructions unterstützt.

Im Zusammenspiel mit KVM sind mit der neuen Qemu-Version Hyper-V-kompatible Crash-Berichte möglich und mit Xen lassen sich Intel Integrated GPUs an die Gäste durchreichen. Virtio-gpu unterstützt einen 3D-Modus und vhost-user Live-Migrationen und Multi-Queue. Für virtio-pci konnten die Entwickler die Geschwindigkeit steigern, wenn KVM und ein Kernel 4.4 eingesetzt werden. Virtio-Geräte lassen sich auf einen PCI-Express-Bus pflanzen und im virtio 1-Modus ist SCSI-Passthrough für virtio-blk abgeschaltet. Es gibt eine neue Syntax, um TLS für VNC-Server zu aktivieren. Weitere Neuerungen, etwa für Blockgeräte, PowerPC-, MIPS-, s390- und SPARC-CPU-Modelle, Shared-Memory, Monitoring, Migration und Netzwerk, sind im Changelog aufgelistet.

Qemu ist in C implementiert und steht unter der GPL. Die aktuelle Version 2.5 ist auf qemu.org verfügbar. [ Quelle: pro-linux.de ]

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