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Linux-Server im Smartphone-Format

21.01.2016 | 10:44 Uhr |

Die amerikanische Firma iCracked stellt einen Linux-Server für die Hosentasche vor, der im Bedarfsfall auch als Powerpack das Smartphone aufladen kann.

Das Hauptgeschäft von iCracked ist die Reparatur von iOS-Geräten. Um die Effizienz seines weltweiten Netzwerks von Technikern zu verbessern, entwarf das Unternehmen den »Ocean« getauften kleinen Server. Mit der Größe eines iPhone 6 und 170 Gramm Gewicht eignet sich das jetzt vorgestellte Gerät ideal für den mobilen Betrieb. Die technischen Daten erlauben verschiedene Anwendungsszenarien, der verbaute Akku soll mit 4.200 mAh zwei Tage unter Volllast durchhalten.

Der Ocean basiert auf einem Allwinner A20 SoC mit zwei ARM-Cortex-A7-Kernen mit jeweils einem GHz Taktung sowie einem GByte DDR3 RAM und vier GByte Flashspeicher. Kontakt mit der Außenwelt nimmt der kleine Server über WLAN nach 802.11b/g/n und BlueTooth-4.0-BLE auf. Die Steuerung kann über SSH oder ein Webfrontend geschehen. Ein REST-API zum Zugriff auf die Daten steht ebenfalls zur Verfügung. Zur Erweiterung ist ein USB-3.0-Port verbaut.

Der Mini-Server, der mit 16, 32 oder 64 GByte internem SD-Speicher im Angebot ist, wird mit vorinstalliertem Debian 8.1 »Jessie« ausgeliefert, kann aber mit jeder beliebigen anderen ARM-basierten Linux-Distribution oder mit Android betrieben werden. Anwendungsfälle sieht das Unternehmen beispielsweise im Betrieb als kleiner Webserver, zur mobilen Entwicklung von Webapps mit Frameworks wie Node.js oder Ruby on Rails, als Router oder als Verwaltungszentrale einer Heimautomatisierung mit Geräten aus dem Internet der Dinge. Das Gerät kann zudem zur App-Entwicklung im Bereich BLE dienen, indem es sich wie ein iBeacon , Eddystone oder weitere Bluetooth-LE-Geräte verhält.

Einen Zusatznutzen bietet das Gerät, indem es als Powerblock zum Aufladen eines Android- oder iOS-Smartphones genutzt werden kann. Ein iPhone 6 soll damit rund eineinhalb Ladungen erhalten können. Ob das Webinterface oder die REST-API zum Zugriff auf die Daten des Geräts als Open Source freigegeben werden, wird derzeit noch diskutiert. Potenzielle App-Entwickler würde man mit der Freigabe bestimmt eher anlocken als ohne.

Die Preise für die Varianten des Ocean liegen bei 147 US-Dollar für die 16-GByte-Version, für 32-GByte werden 179, für 64-GByte 199 US-Dollar fällig. Das kleinere Modell soll ab Februar ausgeliefert werden, die beiden größeren im April. [ Quelle: pro-linux.de ]

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