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AMD will alle Grafik-Entwicklungswerkzeuge freigeben

18.12.2015 | 11:27 Uhr |

AMD hat die GPUOpen-Initiative angekündigt, in deren Rahmen alle Entwicklungswerkzeuge und Bibliotheken für die Grafikchips unter freie Lizenzen gestellt werden sollen.

Vor einigen Tagen stellte AMD auf einer Pressekonferenz seine Strategie zu den Radeon-Grafikchips für das kommende Jahr vor. Die Radeon Technologies Group (RTG) gab auf dieser Veranstaltung bekannt, generell frühere Fehler vermeiden, offener werden und ihre Pläne früher publizieren zu wollen. Als Teil dieser Pläne wurde jetzt die künftige Linux-Treiber-Architektur und die zugehörigen Entwicklerwerkzeuge vorgestellt .

Die Qualität der Linux-Treiber wurde jetzt auch von AMD selbst als ungenügend erkannt. Im Laufe dieses Jahres entwickelte die RTG daher einen neuen Treiber AMDGPU , der von Anfang an als freie Software veröffentlicht wurde. AMDGPU ist der Kernel-Treiber, aber damit nur ein Teil der Gesamtlösung. Diese Gesamtlösung wird weiterhin einen freien und einen proprietären Treiber umfassen. Letzterer wird als Nachfolger der Catalyst/fglrx-Treiber optimierte Implementationen unter anderem von OpenGL und Multimedia-Funktionen enthalten. Auch wenn der freie Treiber alle grundlegenden Funktionen abdeckt, wird er von AMD also weiter als Produkt zweiter Klasse behandelt.

Die größere Neuigkeit ist allerdings die bevorstehende Öffnung der Entwicklerwerkzeuge. Diese wurde jetzt unter der Bezeichnung GPUOpen angekündigt. Alle Software Development Kits (SDKs) und Bibliotheken der RTG, darunter TressFX, LiquidVR und CodeXL sollen unter der GPUOpen-Initiative gebündelt und als freie Software veröffentlicht werden. Laut der Ankündigung soll sämtliche Software unter die MIT-Lizenz gestellt werden, was ihre Verwendung ohne jegliche Einschränkungen ermöglicht.

Veröffentlicht werden soll der Code auf Github. Die entsprechenden Repositorien sollen im Januar 2016 angelegt werden. AMD gab außerdem Hinweise, dass das erst der Anfang sei und zusätzliche Effektbibliotheken und Code-Beispiele, die teils noch in Entwicklung sind, später freigegeben werden könnten. Da bereits feststeht, dass der Vulkan-Treiber unter einer freien Lizenz stehen wird , ist zu vermuten, dass das geplante GPUOpen-Portal künftig die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen zu AMD-Grafiktreibern sein wird. [ Quelle: pro-linux.de ]

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