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Geballte Grafikpower

Zwei Asus Strix GTX 980 OC im 2-Way-SLI-Test

04.11.2014 | 11:48 Uhr |

Anspruchsvolle Gamer verlangen stets flotte Bildraten bei maximalen Details und höchsten Auflösungen – und genau da macht ein Verbund aus zwei Grafikkarten auch am meisten Sinn. Wir haben zwei übertaktete GTX 980 von Asus im 2-Way-SLI-Test.

In unserem Einzeltest der Asus Strix GTX 980 OC konnte sich die Grafikkarte bereits als eine Top-Gaming-Grafikkarte beweisen. Und normalerweise ist die Grafikpower einer einzelnen GTX 980 bereits vollkommen ausreichend für alle aktuellen Spiele, selbst in 2560 x 1600/1140 Pixeln. Doch für einen gut betuchten sowie anspruchsvollen Nutzerkreis ist das immer noch nicht genug: Hier soll Gaming in 4K, 3D und auf mehreren Monitoren an der Tagesordnung sein – und das, ohne auch nur das kleinste Grafik-Detail dabei einzubüßen. Deshalb haben wir zwei der übertakteten Asus-Grafikkarten in unsere Testplattform gepackt und jagen sie durch einen gnadenlosen Testparcours!

Übrigens: Für die Höllenmaschine 6 setzen wir sogar auf einen Verbund aus drei Asus Strix GTX 980 OC, also einem 3-Way-SLI. Um noch höhere Taktraten zu erreichen, ersetzen wir die DirectCU-II-Kühlung mit einer maßgefertigten Wasserkühlung. Mehr Informationen gibt es unter www.pcwelt.de/hm06! Dort finden Sie auch alle Informationen, wie Sie den Traumrechner im Wert von über 20.000 Euro gewinnen können.

Das Grafikkarten-Testverfahren der PC-WELT

Welche Hardware wir für unsere Grafikkarten-Tests verwenden, wie wir die Tests durchführen und welche Gewichtungen wir in den jeweiligen Kategorien vornehmen, entnehmen Sie dem Artikel   „Wie PC-WELT Grafikkarten testet“.

2-Way-SLI = doppelte Leistung?

Solche Enthusiasten bauen sich deshalb nicht nur eine High-End-Grafikkarten in den Rechner, sondern gleich mehrere. Bei AMD hört diese Verbundschaltung auf den Namen „Crossfire(X)“, bei Konkurrent Nvidia auf „SLI“ (Scalable Link Interface). In der Theorie erhalten Spieler bei einem zweifachen Verbund fast die doppelte Grafik-Leistung, doch bei drei oder vier Modellen im Verbund skaliert die Leistung nicht linear, sprich der Verbund erreicht keine drei- oder vierfachen Leistungswerte. Das ist unter anderem auf die aufwendigere Koordination der GPUs untereinander zurückzuführen.

Die technischen Daten des Grafikchips im
Überblick.
Vergrößern Die technischen Daten des Grafikchips im Überblick.

Technische Daten im Überblick

Natürlich wollen wir hier nicht alle technischen Neuerungen und alle Daten der Maxwell-GPU GM204 noch einmal durchkauen. Dennoch möchten wir Ihnen noch einmal vor Augen führen, was für eine Kombination für die Berechnung der Grafik-Effekte sorgt. Jeder Grafikkarte stehen 4 GB GDDR5-RAM zur Verfügung, den die beiden Grafikchips jeweils über ein 256 Bit breites Speicher-Interface ansteuern. Denn entgegen der häufigen Behauptung addiert sich der Grafikspeicher in einem Grafikkarten-Verbund nicht. Der Grafikprozessor arbeitet mit einer Standard-Taktfrequenz von 1178 und einem Boost-Takt von 1279 MHz, was einer Übertaktung ab Werk von vier bis fünf Prozent gegenüber der Referenz entspricht. Welche technischen Feinheiten Nvidia mit dieser GPU-Generation eingeführt hat, lesen Sie in unserem Test der Nvidia Geforce GTX 980.

Die beiden Lüfter des Asus-Kühldesigns „DirectCU II“ arbeiten semi-passiv, das heißt sie springen erst bei einer gewissen Auslastung und Temperatur des Grafikchips an und verstummen erst wieder, wenn der Chip wieder kühler ist. Wir betreiben die beiden Grafikkarten mit Hilfe einer SLI-Brücke im 2-Way-SLI. Die Karten arbeiten bei voller x16-Geschwindigkeit über die beiden entsprechenden PCI-Express-3.0-Slots unseres Test-Mainboards Rampage IV Black Edition von Asus.

Die beiden Lüfter des Direct-CU-II-Designs arbeiten
semi-passiv und drehen nur bei entsprechender Auslastung des
Grafikchips.
Vergrößern Die beiden Lüfter des Direct-CU-II-Designs arbeiten semi-passiv und drehen nur bei entsprechender Auslastung des Grafikchips.
© Asus

Leistungs-Tests mit Spielen und Benchmarks

Um auch wirklich die an die Leistungsgrenzen des SLI-Verbunds zu kommen, nutzen wir ein breite Palette an Benchmarks und aktuellen PC-Games. Dazu zählen Tests in den Auflösungen 1920 x 1080 und 2560 x 1600 Pixel. Bei den Spielen nutzen wir ressourcen-hungrige Titel wie „Metro: Last Light“, „Battlefield 4“ oder „Company of Heroes 2“. Beim 3DMark lassen wir die Karten unter anderem auch durch den neuen „Fire Strike Ultra“ laufen, bei dem es sich um den 4K-Test des bekannten Benchmarks handelt. Hinzu kommen auch Computing-Tests, um beispielsweise die Leistungsfähigkeiten beim maschinellen Sehen, bei Physik-Berechnungen oder Videoverarbeitung sowie Bitcoin-Mining zu beurteilen. Des Weiteren finden Tests über die Schnittstellen Direct Compute und OpenCL statt. Die Ergebnisse haben wir Ihnen in den folgenden Tabellen übersichtlich dargestellt.

SPIELE-LEISTUNG

2x Asus Strix GTX 980 OC SLI

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Preset): Ice Storm / Cloud Gate / Sky Diver / Fire Strike / Fire Strike Extreme / Fire Strike Ultra (4K)

194 485 / 39 809 / 42 590 / 18 308 / 9 645 / 5 336  Punkte

Battlefield 4 (Ultra-Voreinstellungen, 4x MSAA): 1920 x 1080 / 2560 x 1600 Pixel

153 / 104 Bilder/s

Battlefield 4 (Ultra-Voreinstellungen, 4x MSAA): Aktiviertes DSR, 3840 x 2160 Pixel

51 Bilder/s

Tomb Raider (höchste Voreinstellungen, FXAA, 16x AF): 1.920 x 1.080 / 2.560 x 1.600 Pixel

180 / 108 Bilder/s

Company of Heroes 2 (Maximale Grafikdetails, AA "hoch"): 1.920 x 1.080 / 2.560 x 1.600 Pixel

53 / 32 Bilder/s

Metro - Last Light (Sehr hohe Grafikdetails, SSAA, sehr hohe Tesselation, 16x AF): 1.920 x 1.080 / 2.560 x 1.600 Pixel

85 / 53 Bilder/s

COMPUTING- / MULTIMEDIA-LEISTUNG

2x Asus Strix GTX 980 OC SLI

Compubench 1.5

Maschinelles Sehen (Gesichtserkennung / Optischer Fluss)

148,4 / 23,0 Megapixel/s

Physik (Wasseroberflächen-Simulation / Partikel-Simulation)

1757,5 Bilder/s / 1265,5 Millionen Interaktionen/s

Path Tracing

10 Bilder/s

Typische Videobearbeitung

122,5 Bilder/s

Bitcoin-Mining (Integer-Leistung)

581,6 Mhash/s

OpenCL-Leistung (Luxmark 2.0, Sala-Benchmark)

6352 Tausend/Samples pro Sekunde

Direct Compute (Comutemark, 1920 x 1080, Preset: Complex, Gesamtpunktzahl)

2550 Punkte

Die Ergebnisse sind fast durchgehend beeindruckend, denn nur bei „Company of Heroes 2“ geht dem Grafikkarten-Verbund fast die Puste aus – allerdings würde der Ein oder Andere 32 Bilder pro Sekunde noch als spielbar einstufen. Allerdings haben wir noch eine besondere Messung durchgeführt. Dazu zählt die Bildratenmessung bei aktiviertem DSR, der verbesserten Downsampling-Technik „Dynamic Super Resolution“ von Nvidia. „Battlefield 4“ stellen wir auf die 4K-Auflösung 3840 x 2160 Pixel, während wir die restlichen Grafik-Details auf „Ultra“ bei vierfachem MSAA belassen. Trotz dieser gewaltigen Rechenlast messen wir absolut flüssige 51 Bilder pro Sekunde – beeindruckend! allerdings skaliert die Leistung nicht überall so schön: Im Direct-Compute-Test kommen wir so ziemlich auf das Ergebnis aus dem Einzeltest.

Die Auswertung des 3DMark ist eindeutig: Die Ergebnisse
der beiden Grafikkarten sind zu 99 Prozent besser als alle anderen
bisher durchgeführten Benchmarks.
Vergrößern Die Auswertung des 3DMark ist eindeutig: Die Ergebnisse der beiden Grafikkarten sind zu 99 Prozent besser als alle anderen bisher durchgeführten Benchmarks.
Der Compubench 1.5 ist ein aufwendiger Computing-Test, der
mehrere Faktoren prüft.
Vergrößern Der Compubench 1.5 ist ein aufwendiger Computing-Test, der mehrere Faktoren prüft.

Umwelt-Eigenschaften im Detail

Genau wie im Einzeltest beträgt der tatsächliche Boost-Takt der GPU satte 1316 MHz. Und das nicht nur teilweise, sondern durchgehend bei maximaler Auslastung des Grafikchips. Bei der Messung der Leistungsaufnahme der gesamten Testplattform konnten wir die erste Grafikkarte komplett, und die zweite zu 78 Prozent auslasten. Dabei klettert das Strommessgerät auf satte 555 Watt – klar, Energiesparer entscheiden sich aber auch definitiv nicht für einen Grafikkarten-Verbund. Allerdings ist die Leistungsaufnahme sogar noch geringer als bei der Dual-GPU-Grafikkarte AMD Radeon R9 295X2, die sich 563 Watt gönnt! Hier beweist Nvidia wieder einmal die Energieeffizenz der Maxwell-GPUs. Die semi-passive Kühlung arbeitet stellenweise komplett lautlos, lauter als im Einzeltest drehen die Lüfter ebenfalls nicht – sehr schön!

Battlefield 4 mit 4K-Downsampling in 3840 x 2160 Pixel -
und flüssigen 51 Bilder pro Sekunde! Ein Klick rechts unten auf
"Zum Original-Bild" zeigt Ihnen die echte Auflösung.
Vergrößern Battlefield 4 mit 4K-Downsampling in 3840 x 2160 Pixel - und flüssigen 51 Bilder pro Sekunde! Ein Klick rechts unten auf "Zum Original-Bild" zeigt Ihnen die echte Auflösung.

Test-Fazit zum Asus Strix GTX 980 OC 2-Way-SLI

Leistung, Leistung und noch mehr Leistung – das erwartet Sie bei einem SLI-Verbund der neusten Grafik-Oberklasse von Nvidia. Und auch die Leistungsaufnahme ist dabei nicht so horrend wie bei vergleichbaren Modellen – auch wenn sie im Vergleich zum Einzelbetrieb immer noch sehr hoch ist. Eine Limitierung durch das vergleichsweise kleine Speicher-Interface müssen Sie größtenteils nicht befürchten. Eine Hürde ist natürlich der Preis: Eine der hier getesteten Grafikkarten kostet im Preisvergleich rund 580 Euro, für zwei Modelle sind wir damit schon bei etwa 1160 Euro! Unser Tipp: Wenn es wirklich ein SLI mit den neuen Karten sein soll, dann kaufen Sie sich erst eine und die zweite dann etwas später, da die Preise wie immer fallen werden. Denn auch eine einzelne GTX 980 bietet genug Leistung. Und Sie vermeiden Probleme wie fehlende oder fehlerhafte SLI-Profile und Mikro-Ruckler.

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