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Zotac Geforce GTX 650 Ti Boost im Test

03.04.2013 | 11:30 Uhr |

Nvidia verpasst der Geforce GTX 650 Ti nicht nur sprichwörtlich einen Boost und möchte die erst kürzlich vorgestellte Radeon HD 7790 links überholen. Denn Grafikkarten um die 150 Euro sorgen für einen guten Absatz, wodurch das Segment sehr umkämpft ist. Erfahren Sie mehr im Test!

Grafikkarten für erschwingliche 150 Euro sind beim Endkunden sehr beliebt und gewähren Herstellern oft einen guten Absatz. Deshalb bemühen sich AMD und Nvidia umso mehr, um in diesem Segment zu punkten. Eigentlich hatten die beiden Grafik-Konzerne bereits Mittelklasse-Grafikkarten im Portfolio, doch AMD legte vor zwei Wochen mit der Radeon HD 7790 nach - die Karte gefiel mit toller Preis-Leistung. Nvidia schiebt nun die Geforce GTX 650 Ti Boost hinterher, um dem roten Konkurrenten das Feld nicht kampflos zu überlassen.

Ausstattung: technisch fast eine GTX 660

Technische Daten im Überblick.
Vergrößern Technische Daten im Überblick.

Eine komplett neue GPU verbaut Nvidia nicht, stattdessen setzt der Hersteller weiterhin auf die bewährte 28-Nanometer-GPU GK106. Im Gegensatz zur normalen GTX 650 Ti ergeben sich folgende Änderungen am Chip: Der Chiptakt steigt auf 980 MHz, das Speicherinterface fasst nun 192 statt 128 Bit und der Videospeicher verdoppelt sich auf 2 GB. Dadurch liegt die Boost nun gleichauf mit der hierarchisch nächst höheren GTX 660. Unser Test-Sample von Zotac ist nicht übertaktet, hat dafür aber ein eigenes Kühldesign.

Im Vergleich mit dem ärgsten Konkurrenten, der Radeon HD 7790, besitzt die Boost etwas weniger Shader-Einheiten und einen niedrigeren Grafikprozessor-Takt. Dafür verfügt die Nvidia-Karte über einen größeren Speicher ab Werk und ein breiteres Interface. In folgender Tabelle haben wir die technischen Daten verschiedener Referenz-Designs gegenübergestellt.

Technische Daten: Referenz-Grafikkarten im Vergleich

Nvidia Geforce GTX 650 Ti Boost

AMD Radeon HD 7790

Nvidia Geforce GTX 650 Ti

Nvidia Geforce GTX 660

Grafikchip

GK106

Bonaire

GK106

GK106

Fertigung

28 Nanometer

28 Nanometer

28 Nanometer

28 Nanometer

Chipfläche

221 mm²

160 mm²

221 mm²

221 mm²

Chiptakt

925 MHz

1000 MHz

928 MHz

980 MHz

Shader-Einheiten

768

896

768

960

Textur-Einheiten

64

56

64

112

Videospeicher

2 GB GDDR5

1 GB GDDR5

1 GB GDDR5

2 GB GDDR5

Speichertakt (effektiv)

6000 MHz

4500 MHz

5400 MHz

6000 MHz

Speicheranbindung

192 Bit

128 Bit

128 Bit

192 Bit

Speicherbandbreite

144 GB/s

96 GB/s

86,4 GB/s

144 GB/s

Maximaler TDP (Herstellerangaben)

134 Watt

85 Watt

110 Watt

140 Watt

Preis

165 Euro

139 Euro

140 Euro

140 Euro

Nvidia-Techniken, Schnittstellen & Lieferumfang

Ab Werk lassen sich vier Monitore anschließen.
Vergrößern Ab Werk lassen sich vier Monitore anschließen.
© Zotac

Zu den besonderen Features der GTX 650 Ti Boost zählen unter anderem Adaptive VSync , PhysX, Nvidia (3D) Vision Surround und GPU Boost - als erste GTX 650 überhaupt. Letztere Technik hat Nvidia mit der GTX 680 eingeführt: Der Grafikprozessor passt die Taktraten am den aktuellen Stromverbrauch an, um mehr Leistung ab Werk zu gewährleisten. Schade ist allerdings, dass es sich dabei nicht um die Version 2.0 handelt, die bei der GTX Titan zum Einsatz kommt. Denn bei der neueren Version kommt es auch darauf an, welche Temperatur der Chip aktuell aufweist, um gegebenenfalls noch etwas mehr Leistung zu bieten.

An Schnittstellen gibt es keine großen Überraschungen, sondern puren Standard: einen Displayport, einmal HDMI und zweimal DVI, um ab Werk bereits vier Monitore anschließen zu können. Der Lieferumfang des Boardpartners Zotac fällt ungewohnt karg aus. In der Packung liegt nur ein Adapter, das hauseigene Monitoring-Tool Boost Premium befindet sich auf der Treiber-CD. Ein Spiel gibt es in diesem preissensitiven Segment nicht.

AUSSTATTUNG

Zotac Geforce GTX 650 Ti Boost (Note folgt)

Video-Anschlüsse

Displayport

1

Mini-Displayport

0

HDMI

1x

Mini-HDMI

0

DVI

2

VGA

0

beigelegte Adapter

1x DVI-auf-VGA, 1x Strom

beigelegte Programme

Zotac Boost Premium

beigelegte Spiele

nicht vorhanden

Anzahl der gleichzeitig anschließbaren Bildschirme

4

TECHNISCHE DATEN

Zotac Geforce GTX 650 Ti Boost

Grafikprozessor (Takt)

Nvidia Geforce GTX 600

GPU-Takt

993 MHz

Anschluss

PCI Express x16 3.0

Anzahl der Shader

768

Shader-Takt

993 MHz

DirectX-Version

11.1

Speicher-Größe

2048 MB

Speicher-Typ

GDDR5-RAM

Speicher-Takt

1502 MHz

Speicher-Busbreite

192 Bit

Grafikkarten-Bios

80.06.59.00.11

Grafikkarten-Treiber

Forceware 314.22 (9.18.13.1422)

Kartenlänge

26,0 Zentimeter

Kartenbreite

2 Steckplätze

Stromanschluss

1x 6polig

GPGPU- / Multimedia-Leistung im Test

Gute Direct-Compute-Leistung.
Vergrößern Gute Direct-Compute-Leistung.

Mit unseren beiden Benchmarks Luxmark 2.0 und Computemark decken wir die beiden am weitesten verbreiteten Programmier-Schnittstellen für Multimedia- und GPGPU-Berechnungen ab: OpenCL respektive Direct Compute. Letztere ist fester Bestandteil von Microsofts DirectX 11. Luxmark bescheinigt der Boost eher eine schwache OpenCL-Leistung im Vergleich zur 7790, die 993 Tausend / Samples pro Sekunde leistete. Besser steht es um die Computing-Performance über Direct Compute: Hier stehen 883 (Radeon HD 7790) gegen 932 Punkte der GTX 650 Ti Boost. Schön beim Test mit Computemark ist, dass der Benchmark die Direct-Compute-Schnittstelle mit verschiedenen Verfahren und Durchläufen testet, um ein möglichst genaues Leistungsbild zu erhalten.

MULTIMEDIA-LEISTUNG

Zotac Geforce GTX 650 Ti Boost (Note folgt)

Direct Compute (Computemark, 1920 x 1080 Pixel, Preset: Complex)

932 Punkte

OpenGL-Leistung (Cinebench 11.5)

323 Tausend Samples/Sekunde

Nach Angaben von Nvidia soll eine Boost eine HD 7850 leistungsmäßig schlagen.
Vergrößern Nach Angaben von Nvidia soll eine Boost eine HD 7850 leistungsmäßig schlagen.
© Nvidia

Spiele-Leistung: fast durchgängig flüssig

Leicht bessere Ergebnisse als bei der HD 7790.
Vergrößern Leicht bessere Ergebnisse als bei der HD 7790.

Im synthetischen Benchmark 3DMark muss sich die Boost durch alle drei Szenarien kämpfen. Dabei sollten die ersten beiden Stationen Ice Storm und Cloud Gate die Grafikkarte nicht vor allzu große Herausforderungen stellen. Denn die ersten zwei Tests sind eigentlich da, um die Leistung von Smartphones und Tablets (Ice Storm) und die von Mittelklasse-PCs und Laptops (Cloud Gate) zu prüfen. Fire Strike ist der Top-Benchmark und für High-End-Systeme gedacht. Insgesamt erreicht die Boost über alle drei Stationen etwas bessere Ergebnisse als die HD 7790 - himmelweit voneinander entfernt sind sie aber nicht!

In den Spielen ergibt sich ein erfreulich flüssiger Spielspaß, selbst unter unseren getesteten hohen Grafikdetails. In jedem Spiel ist die GTX 650 Ti Boost fast immer um 10 Bilder pro Sekunde schneller als die HD 7790, außer im Strategiespiel Anno 2070. Die Geschwindigkeit in Spielen lassen eine sowieso schon schwache GTX 650 noch kleiner aussehen, eine GTX 650 Ti ist ebenfalls langsamer als die aufgebohrte Boost - was zu erwarten war.

SPIELE-LEISTUNG

Zotac Geforce GTX 650 Ti Boost (Note folgt)

Battlefield 3: Ultra-Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

39 Bilder/s

Anno 2070: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

46 Bilder/s

Tomb Raider: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

34 Bilder/s

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Ice Storm)

113 256 Punkte

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Cloud Gate)

18 605 Punkte

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Fire Strike)

3772 Punkte

So tunen Sie Ihre Nvidia-Geforce-Grafikkarte

Umwelt & Gesundheit: ziemlich stromhungrig

Ein 6poliger Anschluss ist für den Betrieb nötig.
Vergrößern Ein 6poliger Anschluss ist für den Betrieb nötig.
© Zotac

Für eine zugegeben recht kleine Grafikkarte messen wir einen recht hohen Stromverbrauch von fast 250 Watt unter Last, was eindeutig zu viel ist! Die HD 7790 nimmt viel weniger Leistung auf bei gleicher Auslastung des Systems. Das Kühldesign von Zotac führt die Bezeichnung Dual Silencer, was übersetzt bedeutet "zwei Schalldämpfer". Die beiden Lüfter fallen im Test nicht negativ auf. Zusätzlich sind noch Kupfer-Heatpipes und ein Aluminium-Kühlkörper verbaut, um die Hitze des Chips effektiv abzuführen. Wir messen maximal 67 Grad Celsius, was auf jeden Fall in Ordnung geht. Doch in Relation zur HD 7790 von Sapphire ist die Temperatur um sieben Grad höher. Dafür ist die Betriebslautstärke etwas leiser bei Last. Für den reibunglosen Betrieb ist ein 6poliger Stromanschluss des Netzteils nötig.

UMWELT UND GESUNDHEIT

Zotac Geforce GTX 650 Ti Boost (Note folgt)

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf

92 Watt

Stromverbrauch des Test-PCs: Last

246 Watt

Betriebsgeräusch: Leerlauf

0,6 Sone

Betriebsgeräusch: Last

1,7 Sone

Temperatur: Leerlauf

29° Celsius

Temperatur: Last

67° Celsius

Fazit zur Zotac Geforce GTX 650 Ti Boost

In Sachen Leistung hat Nvidia im besonders preissensitiven Bereich wieder etwas die Nase vorn, allerdings sind die Karten auch teurer. Dafür bietet die Nvidia-Grafikkarte aber attraktive Techniken für Spieler, wie zum Beispiel Adaptive VSync oder PhysX, die es bei AMD nicht gibt. Etwas enttäuscht sind wir über den doch recht hohen Stromverbrauch der Boost, eine HD 7790 steht in diesem Punkt deutlich besser da. Letztendlich ist die Geforce GTX 650 Ti Boost aber doch die bessere Wahl, wenn es um das preisbewusste Spielen geht. Lobenswert ist in unserem Fall die erweiterte Herstellergarantie von 5 Jahren, die Zotac gewährt. Zu beanstanden ist allerdings der spartanische Lieferumfang des Zotac-Modells.

Service

Zotac Geforce GTX 650 Ti Boost (Note folgt)

Garantiedauer

60 Monate

Service-Hotline / deutsch / Wochenenddienst / Erreichbarkeit / durchgehend / per E-Mail erreichbar

04175/802668 / ja / nein / 9 Stunden / ja / ja

ALLGEMEINE DATEN

Zotac Geforce GTX 650 Ti Boost

Testkategorie

Grafikkarten

Grafikkarten-Hersteller

Zotac

Internetadresse von Zotac

www.zotac.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

169 Euro

Zotacs technische Hotline

04175/802668

Garantie des Herstellers

60 Monate

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