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Xbox Live Vision Kamera

08.11.2006 | 10:31 Uhr |

Seit kurzem können auch Xbox-360-Besitzer ihr Konterfei im Fernseher bewundern, ein Feature, das Playstation-2-Fans dank Eyetoy schon seit Jahren begeistert nutzen. Die Xbox-Kamera lässt sich aber noch für weitere Dinge einsetzen.

Die Kamera bietet eine maximale Auflösung von 640x480 Pixel (30 fps) und wird mit den beiden Titeln "Totem Ball" sowie "UNO" ausgeliefert. Beide Spiele müssen zunächst über den Xbox-Live-Marktplatz heruntergeladen werden, wobei Totem Ball sowieso kostenlos ist - aber ohne Kamera keinen Sinn macht, da es nur mit der Kamera gespielt werden kann. Für UNO liegt der Verpackung der Kamera ein Gutscheincode bei. Nach dessen Eingabe erhält man auch den Kartenspiel-Klassiker gratis.

Die Einrichtung der Kamera selbst ist kinderleicht, sie muss lediglich mit einem freien USB-Anschluss der Konsole verbunden werden, den Rest erledigt die Xbox 360 automatisch. Ist die Kamera aktiv, leuchtet ein grüner Ring, der die Linse umfasst. Nach dem Aufbau fällt allerdings auf, dass die Kamera zu leicht geraten ist. Ist das Verbindungskabel zur Konsole nur etwas gebogen, kippt die Kamera bereits nach vorne.

Nach dem Anschluss der Kamera präsentiert sich das Dashboard der Konsole in einem neuen Look, dabei wird das aufgezeichnete Bild transparent als Hintergrundbild eingeblendet, ein "Wasserfilter" reagiert bei Bewegungen vor der Kamera. Dieser Effekt kann aber abgeschaltet werden.

Über das Xbox-Menü lassen sich diverse Einstellungen vornehmen, etwa welche Beleuchtung im Zimmer vorherrscht. Die Bildqualität ist recht gut, lediglich die Fokussierung gestaltet sich ein wenig fummelig, hierfür muss an der Linse der Kamera gedreht werden.

Recht viel Spiele gibt es derzeit für das Gerät noch nicht, genauer gesagt gibt es nur einen Titel: Totem Ball. Kurz zur Story: Das Volk der Ptolmec haben gleichzeitig das Schießpulver und das Grillen entdeckt (!). Das Ergebnis war, dass durch die darauf folgende Explosion alle Musik-Totems im Dschungel verstreut wurden. Da das Völkchen aber nicht auf seine Musik verzichten möchte, müssen Sie, der Spieler, diese Totems wieder beschaffen. Die Steuerung erfolgt über die Kamera, dabei sind links und rechts am Bildschirm Wasserfälle zu sehen, in denen Plattformen "schwimmen". Diese Plattformen können Sie mit Ihren Händen nach oben oder nach unten bewegen, sind beide Plattformen oben, bewegt sich die Figur nach vorne, sind die Plattformen unten, bewegt sich die Figur zurück. Gedreht wird sie, indem eine Plattform oben und eine unten ist. Dabei nehmen Sie eine recht unbequeme Haltung ein, da die Arme während des Spiels dauerhaft zur Seite gestreckt werden müssen. Dies mag die Schultermuskeln trainieren, ist auf Dauer aber ziemlich anstrengend.

Im Test versagte die Kamera einige Male ihren Dienst, wobei sie die Position der rechten Hand nicht eindeutig erkennen wollte. Dabei war das Spielzimmer aber auch nur mäßig beleuchtet. Mit mehr Hintergrundlicht kam es kaum noch zu Problemen.

Insgesamt macht Totem Ball durchaus kurze Zeit Spaß, auf Dauer ist es aber schnell eintönig, da die Steuerungsmöglichkeiten doch recht eingeschränkt sind. Hier sollte Microsoft (oder ein anderer Hersteller) schnell nachbessern und Titel analog zu Sonys Eyetoy veröffentlichen, bei denen die Spieler unterschiedliche Bewegungen zur Steuerung des Spielgeschehens durchführen dürfen.

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