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Xbox 360: Viva Pinata im Test

28.11.2006 | 11:05 Uhr |

Für Microsofts Spielekonsole Xbox 360 kommen pünktlich vor Weihnachten eine Menge Spiele in den Handel. Wir haben die Aufbausimulation Viva Pinata getestet.

Bei Kindergeburtstagen in den UA oder Mexiko sind Pinatas der Hit: Kleine Tierfiguren aus Pappmaschee, gefüllt mit allerlei süßen Leckereien. Dieses wird an einem Baum aufgehängt und die Kleinen müssen mit verbundenen Augen und mit einem Stock bewaffnet versuchen, das Pinata-Tierchen zu zerschlagen. Und genau diese Viecher sind die Hauptpersonen in der Aufbausimulation Viva Pinata von Rare .

Zu Beginn des Spiels erhalten Sie einen kleinen Garten, den es zu Verschönern gilt. Pinatas sind nämlich recht wählerisch, was ihre zukünftige Behausung angeht. Haben Sie erst einmal per Schaufel und Rasen-Samen Ihre Parzelle kultiviert, trudeln auch schon die ersten Tiere ein, um die Umgebung genauer unter die Lupe zu nehmen. Netter Effekt: Zunächst sind die Pinatas schwarz-weiß gefärbt, entscheiden Sie sich, zu bleiben, werden sie bunt.

Das Spiel läuft im Großen und Ganzen wie eine herkömmliche Aufbausimulation a la "Zoo Tyconn" ab. Damit sich Ihre Schützlinge wohl fühlen, müssen eine Reihe von Umständen wie Wohnraum, Umgebung oder die Anwesenheit von anderen Pinatas gegeben sein. Sind die Tierchen rundum glücklich, können sie sich auch vermehren - eine bequeme Einnahmequelle.

Daneben gibt es noch eine Reihe diverser Shops und anderer Charaktere, die Ihnen beim Aufbau Ihres Gartens unter die Arme greifen. So lässt sich im Verlauf des Spiels Personal einstellen, das lästige Tätigkeiten wie etwa das Gießen der Pflanzen abnimmt. In Shops können Sie beispielsweise bestimmte Pflanzen oder Leckerlis für die Pinatas erwerben.

Was sich zunächst sehr simpel anhört, ist es auch - zumindest zu Beginn. Schnell siedeln sich die ersten Pinatas an, doch ruckzuck verliert man die Übersicht, wenn man nicht aufpasst. Und es erfordert eine Menge Einarbeitungszeit und Liebe zum Detail, damit der eben aufgebaute Garten nicht im Chaos endet. Denn so kunterbunt und kindgerecht die Spielewelt daher kommt, so seltsam mutet es an, wenn sich Pinatas gegenseitig bekämpfen und - sollte eines kaputt gehen/sterben - die von dem unterlegenen Pinata zurück gelassenen Bonbons aufessen. Manchmal wird im normalen Spielverlauf nicht klar, weshalb sich nun die einen oder anderen Pinatas gegenseitig bekämpfen, eingreifen lässt sich dann nur mit einem beherzten Schlag mit der Schaufel.

Für (kleinere) Kinder ist das Spiel auf Grund seiner Komplexität also nur mit Einschränkung zu empfehlen, auf die ersten Erfolgserlebnisse würden unweigerlich herbe Rückschläge folgen.

Für Spieler, die sich gerne in Games hineinfummeln, bietet Viva Pinata hingegen wochen- wenn nicht gar monatelangen Spielspaß. So gibt es einiges zu entdecken und das Spiel belohnt unkonventionelle Vorgehensweise. Und wer weiß schon, was die eine oder andere Kreuzung oder die Vergabe von bunten Süßigkeiten so alles zur Folge hat?

Es gibt aber nicht nur "süße" Pinatas, sondern auch "saure" Vertreter dieser Spezies. Diese kreuzen in Ihrem Garten auf, fressen bestimmte Pflanzen oder belästigen andere Pinatas. Sie können diese sauren Gesellen unter bestimmten Umständen aber "umdrehen" und unter Vergabe bestimmter Gegenstände oder Pflanzen zu einem "süßen" Pinata machen, das in Ihren Garten einzieht. Insgesamt gibt es über 60 verschiedene Pinatas, die angelockt werden können. Sollten Sie es schaffen, alle Pinatas in Ihrem Garten zu vereinen, dürfen Sie sich zu Recht stolz fühlen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg.

Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Pinatas oder Gegenstände auch mit anderen Spielern per Xbox Live tauschen. Dabei erhält jedes Pinata, das Sie aufgezogen haben, ein individuell erstellbares "Brandzeichen" sowie eine Kennung, wer es aufgezogen hat und wo es geschlüpft ist.

Viva Pinata ist für Aufbau-Fans, die sich gerne in einen Titel hineinkämpfen, uneingeschränkt zu empfehlen. Bis alle Rätsel gelöst, die unterschiedlichen Farbkombinationen der Tierchen erforscht und alle Pinatas im Garten zufrieden und bereit zur Paarung sind, dürften Monate vergehen. Spieler, die auf den schnellen Erfolg aus sind, sollten die Finger von dem Titel lassen. Das Spiel ist ab 1. Dezember im Handel erhältlich und kostet rund 60 Euro.

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