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Wortmann Terra Mobile 6010

31.08.2007 | 11:00 Uhr |

Viele Profi-Anwender wollen zwar neue Notebook-Technik, verzichten aber gerne auf Windows Vista: Diesen Wunsch will das Wortmann Terra Mobile 6010 erfüllen - es lockt mit aktuellen Centrino-Komponenten und einem günstigen Preis.

Verarbeitung: Das grau-blaue Gehäuse des Wortmann Terra Mobile 6010 ist recht solide verarbeitet, nur beim Anheben knarzt es ein bisschen. Weniger überzeugte uns der Displayrahmen - auf der rechten Seite löste er sich schon bei geringem Druck vom Panel. Durch den Akkuwulst hinten steht das Notebook leicht geneigt auf dem Schreibtisch.

Tempo: Das Wortmann Terra Mobile 6010 gehört zu den langsameren Santa-Rosa-Notebooks - was natürlich relativ ist, denn in den Leistungstest lag es auf dem Niveau von Mobilrechnern mit einem Core 2 Duo T5500. Wortmann liefert das Terra Mobile 6010 mit Windows XP aus, was tempo-technisch Vor- und Nachteile bringt: Die Festplatte nimmt unter XP mehr Tempo auf als unter Vista. Der Prozessor Core 2 Duo T7100 (1,8 GHz) blieb dagegen bei Mehr-Kern-Anwendungen hinter den Kollegen zurück, die unter Vista laufen - im Cinebench um rund zehn Prozent. Beim Einzelkern-Test gab es dagegen keinen Unterschied zwischen XP und Vista. Beim im Chipsatz integrierten Grafikchip GMA X3100 ist das Betriebssystem egal, wenn man spielen will: Für aktuelle Spiele ist er zu langsam, für ältere reicht's aber noch.



Ausstattung: Das Wortmann Terra Mobile 6010 bietet den gewohnten Standard aktueller Notebooks - Festplatte mit 160 GB, DVD-Brenner für alle Formate. Bei den Kommunikations-Komponenten liegt der Mobilrechner voll auf Business-Kurs mit Gigabit-Ethernet, 11n-WLAN und Bluetooth. Beim Schnittstellen-Angebot scheint Wortmann aber eher den Privatkunden im Visier zu haben: TV-out, Firewire oder drei Audioanschlüsse sind im Business-Bereich selten anzutreffen, dafür haben "echte" Business-Notebooks einen Dockinganschluss - beim Terra Mobile 6010 lässt sich auf der linken Seite nur ein externer Port-Replikator anstöpseln. Nettes Detail am Rande: Ein freier Mini-Card-Steckplatz trägt die Aufschrift "Robson" - er ist aber leer, da Wortmann auf Intel Turbo Memory verzichtet, das unter Windows XP nicht funktioniert.

Mobilität: Lobenswert - Wortmann stattet das Terra Mobile 6010 standardmäßig mit einem 9-Zellen-Akku (78 Wh) aus. Der üppige Akku macht das Notebook zwar etwas schwerer, es bleibt aber mit 2,86 Kilogramm durchaus tragbar. Im Akkutest schaffte es über sechs Stunden Laufzeit - sehr gut. Dabei profitierte es erneut von Windows XP - mit 12 Watt verbrauchte das Wortmann Terra Mobile 6010 rund zwei Watt weniger als vergleichbar ausgestattete Mobilrechner mit Windows Vista.

Ergonomie: Das Display genügt für Office-Tätigkeiten, Multimedia-tauglich ist es nicht. Die Leuchtdichte reicht für Innenräume aus, draußen muss man schon ein sehr schattiges Plätzchen erwischen, um auf dem Display noch etwas erkennen zu können - obwohl es mit einer matten Beschichtung versehen ist und daher kaum spiegelt. Beim Kontrast maßen wir einen knapp ausreichenden Wert - Schwarz stellt das Terra Mobile 6010 sehr dunkel dar, Weiß erscheint allerdings leicht gräulich. Farben wirken natürlich, aber nicht besonders strahlend. Außerdem ist das Wortmann-Notebook höchstens für Einzelkämpfer geeignet - wenn man nicht aus zentraler Position auf das Display blickt, bekommt man nur blasse Farben und eine wenig kontrastreiche Darstellung zu sehen. Der laute Lüfter ist kein Ruhmesblatt für ein Business-Notebook: Zwar schaltet er nur unter voller Last hoch, dann lässt er sich aber mit maximal 1,7 Sone sehr deutlich vernehmen.

Handhabung: Das Touchpad-Feld unterscheidet sich farblich nicht von der Handballenauflage. Das mag schick wirken, hilft aber bei der Maussteuerung nicht, da es durch sein zähes Material den Finger spürbar bremst. Auch die lauten Touchpad-Tasten, die nur auf deutlichen Druck reagieren, sind wenig ergonomisch. Die Tastatur federte beim Schreiben spürbar und vermittelte dadurch ein schwammiges Tippgefühl.

Fazit: Das Wortmann Terra Mobile 6010 ist ziemlich günstig - dafür bekommt man aber nur ein "halbes" Business-Notebook. Bei der Akkulaufzeit überzeugte es restlos, andere wichtige Kriterien für ein Profi-Notebook wie Verarbeitung, Lautheit und Handhabung vernachlässigt es dagegen.

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