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Wortmann Terra Anima 1750

13.01.2006 | 13:00 Uhr |

Schweres Spiele-Notebook mit guter Ausstattung zu einem verhältnismäßig günstigen Preis.

Wer auf einem Notebook auch aktuelle Spiele in voller Effektpracht genießen will, kommt derzeit um Nvidias Grafikchip Geforce Go 7800 GTX nicht herum. Allerdings sind Mobilrechner mit diesem High-End-Chip meist sehr teuer. Wortmann setzt im Terra Anima 1750 den ATI-Grafikchip Mobility Radeon X800XT ein und will damit eine günstige Alternative für spielfreudige Anwender bieten.

In den meisten Spiele-Benchmarks erreichte der Mobility Radeon X800XT im Wortmann Terra Anima 1750 ganz locker flüssige Bildraten: In Far Cry zum Beispiel kam das Notebook selbst in der nativen Displayauflösung (1440 x 900 Bildpunkte) mit aktivierter Kantenglättung auf 63 Bilder pro Sekunde. Bei niedrigeren Auflösungen bremst der Prozessor den Grafikchip aus – um den X800XT voll auszulasten, können Sie bei den meisten Spielen die Grafikeffekte hochdrehen. Die aktuelle Referenz in Sachen Grafikpracht, den Grusel-Shooter F.E.A.R., bewältigte das Wortmann Terra Anima 1750 noch mit 40 Bildern pro Sekunde bei einer Auflösung von 1024 x 768 – hier besteht beim Spielen schon deutliche Ruckelgefahr. Im Schnitt lag das Terra Anima 1750 rund 25 Prozent hinter einem Notebook mit Geforce Go 7800 GTX wie dem Dell XPS M170 , in dem der Grafikchip aber von einem deutlich stärkeren Prozessor - dem Pentium M 780 (2,26 GHz) – unterstützt wird. Läuft das Notebook im Akkubetrieb, kann der Grafikchip zum Strom sparen die Taktraten für Chip und Speicher deutlich absenken – von 445 auf 210 MHz (Kern) beziehungsweise von 1000 auf 364 MHz: Entsprechend bricht aber auch die 3D-Leistung um rund 60 Prozent ein: Spielen Sie mit diesen Einstellungen im Akkubetrieb, müssen Sie Auflösung oder Grafikeffekte reduzieren, um flüssige Bildraten zu erhalten.

Selbst wenn man nicht spielt, fällt die Akkulaufzeit des Wortmann Terra Anima 1750 mit knapp über zwei Stunden sehr schwach aus – obwohl Wortmann dann den Prozessor per Bios-Einstellung auf maximal 1,04 GHz drosselt. Allerdings ist das Wortmann Terra Anima 1750 auch nicht für unterwegs gemacht: Es wiegt 4,32 Kilogramm, dazu kommen noch 880 Gramm des Netzteils.

Die Ausstattung entspricht vollkommen dem Einsatzzweck als Desktop-Ersatz: Bei den Schnittstellen findet sich sogar ein serieller Anschluss. Externe Monitore kommen per DVI-Port ans Notebook, Wortmann legt auch einen VGA-Adapter bei. Außer der Web-Cam, die oben in den Displayrahmen integriert ist, fällt als Besonderheit ein dedizierter digitaler Audioausgang auf. Auch eine Buchse für ein TV-Kabel besitzt das Terra Anima 1750 – die passende TV-Karte war in unserem Testmodell nicht enthalten, lässt sich aber nachrüsten.

Der stabilen Tastatur spendiert Wortmann einen Ziffernblock. Das Display überzeugte mit einer augenfreundlichen Auflösung, gutem Kontrast und war ausreichend hell. Allerdings fiel die Helligkeit von der Mitte besonders nach links deutlich ab. Bei der Lautstärke-Messung erweis sich das Wortmann Terra Anima 1750 selbst unter Last als überraschend leise für ein Notebook mit High-End-Grafikchip. Zum Öffnen des Notebooks muss man zwei Hände bemühen, da der Displaydeckel zwei Verschlussriegel besitzt – der linke lässt sich arretieren, damit sich der Deckel nicht versehentlich beim Transport öffnet. Das Gehäuse war nicht überall solide verarbeitet – es ließ sich zum Beispiel am PC-Card- und am Laufwerksschacht sehr leicht eindrücken, auch die Displayscharniere wirkten nicht besonders stabil.

Fazit: Das Wortmann Terra Anima 1750 ist ein sehr gut ausgestattetes Spiele-Notebook – erst bei top-aktuellen Spielen in voller Grafikpracht reicht die Leistung nicht mehr aus. Unterwegs lässt es sich angesichts des Gewichts und der kurzen Akkulaufzeit kaum einsetzen, als Desktop-Ersatz macht es aber dank der großen und stabilen Tastatur, der vielen Schnittstellen und des überzeugenden Displays eine gute Figur.

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