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Withings Pulse im Test

25.10.2013 | 15:25 Uhr |

Touch-OLED, Pulsmesser, Höhenmeter und eigene Smartphone App – der Withings Pulse ist weit mehr als ein gewöhnlicher Schrittzähler. Ob das schwarze Gadget sein Geld wert ist, lesen Sie im Test.

Ähnlich wie der Fitbit One, den wir ebenfalls getestet haben, ist der Withings Pulse ein nicht einmal daumengroßes Gerät, das Sie an den Gürtel geknipst oder in der Hosentasche den Tag über mit sich führen. Der Pulse zählt Ihre Schritte, die zurückgelegten Höhenmeter und die verbrannten Kalorien. Diese zeigt er auf einem kleinen Touch-OLED (128 x 32 Pixel) an. Zudem bereitet er die Daten online in einer persönlichen Statistik auf und motiviert Sie, die 10.000-Schritt-Marke jeden Tag zu knacken.

Android oder iOS sind Pflicht

Für den Withings Pulse benötigen Sie zwingend ein Android- oder iOS-Gerät zur Synchronisierung Ihrer Daten. Die Android- und iOS-App von Withings gibt es kostenlos bei Google Play und im App Store. Das Smartphone oder Tablet benötigt iOS 5 oder Android 2.3.3 und mindestens Bluetooth 2.0 für die Synchronisierung der Daten. Damit ist der Pulse weniger anspruchsvoll als etwa der Fitbit One – letzterer arbeitet nur mit einigen wenigen ausgewählten Geräten mit Bluetooth 4.0 zusammen. Die Synchronisierung erfolgt bei Withings manuell über ein drei Sekunden langes Drücken der Power-Taste und funktionierte im Test stets sehr gut. Eine Synchronisierung mit dem PC ist nicht vorgesehen; es liegt daher auch kein Bluetooth-Dongle bei wie beim Fitbit One.

Pulse für Sportler

Bei der ersten Anmeldung müssen Sie ein kostenloses Konto mit einer Mai-Adresse anlegen. Außerdem geben Sie Ihre Körpergröße, Ihr Gewicht und einen Namen ein. Einmal eingerichtet, müssen Sie sich aber um nichts mehr kümmern. Der Pulse zählt automatisch Ihre Schritte mit und erkennt auch eigenständig, wenn Sie Joggen. Dann zeichnet er einige zusätzliche Statistiken auf: Wie viele Minuten und wie viele Meter Sie joggend zurückgelegt haben etwa. Schade: Auch nach mehrmaligen Testläufen interpretierte der Pulse nur rund die Hälfte unserer Jogging-Zeit als solche und die andere als Gehen – trotz einer Geschwindigkeit von über 10 km/h. Gerade für Sportler interessant ist die Möglichkeit, seinen Puls mit dem Schrittzähler zu messen. Dazu genügt es, einen Finger auf den Kontakt auf der Rückseite des Pulse zu legen und etwas abzuwarten. Die Messung ist nicht so exakt wie das klassische Fühlen mit dem Finger, aber als Richtwert akzeptabel. Leider muss man den Pulse dazu aus seiner Hülle schälen, wenn man diese nutzt.

Die Statistiken, die der Pulse online aufbereitet - nicht öffentlich natürlich. Sie müssen sich einloggen. Am Rand erkennbar: Die optional erhältliche Waage von Withings kann die Statistiken mit weiteren Daten ergänzen.
Vergrößern Die Statistiken, die der Pulse online aufbereitet - nicht öffentlich natürlich. Sie müssen sich einloggen. Am Rand erkennbar: Die optional erhältliche Waage von Withings kann die Statistiken mit weiteren Daten ergänzen.

Withings Pulse als Schlafwächter

Am Abend steckt man den Pulse in das mitgelieferte Armband mit Klettverschluss. Im Touchscreen-Menü aktiviert man außerdem den Schlafmodus, was recht flott von der Hand geht. Der Withings Pulse überwacht dann den Schlaf und berichtet am Morgen über die einzelnen Schlafphasen und die benötigte Zeit zum Einschlafen. Die Prozentangabe gibt an, wie viel Sie in Relation zur empfohlenen Schlafzeit von acht Stunden geschlafen haben. In unserem Test hat der Pulse aber leider nicht erkannt, dass wir mehrfach nachts aufgewacht und eine Weile wachgelegen sind. Nach einer viel zu kurzen Nacht präsentierte der Pulse uns stattdessen ein Traumergebnis von 94%. Einzig auf die Anzeige der benötigten Zeit zum Einschlafen scheint Verlass zu sein.

Das sind die Stärken von Withings Pulse

Als Schrittzähler – und das ist schließlich die Kerndisziplin – arbeitet Withings Pulse dafür sehr genau. Auf einer Test-Strecke von 350 Schritten hat er sich um nicht einmal 5 % vertan. Auch die aufgezeichneten zurückgelegten Höhenmeter scheinen stets plausibel zu sein. Ebenfalls sehr lobenswert: Der Akku des Gadgets hält, was Withings verspricht. Satte zwei Woche bei fast täglichen Synchronisierungen und mehrfachen Blicken auf das Display pro Tag geht dem Pulse nicht die Puste aus.

Fazit

Als Schlafwächter und Jogging-Begleiter macht der Pulse keine allzu gute Figur. Umso mehr tut er sich beim Schritte-Zählen und der Akkulaufzeit hervor. Sein großer Vorteil gegenüber dem Fitbit One ist außerdem seine Genügsamkeit, was den Bluetooth-Standard des gekoppelten Smartphones betrifft. Dass Withings nicht die Trophäen-Keule schwingt und den Nutzer etwa virtuell zum 50.000 Schritt gratuliert, mag dem Einen nur Recht sein, dem Anderen zur Motivation fehlen. Ähnlich verhält es sich bei der Facebook- und Twitter-Anbindung – Withings hält sich hier sehr zurück. Der Pulse kostet mit 99,95 Euro ähnlich viel wie die Konkurrenz und ist etwa im Shop von Withings erhältlich. Wer in der Hauptsache einen schicken Schrittzähler samt Datenaufbereitung, Smartphone-App und einiger netter Zusatzfeatures haben möchte, liegt beim Pulse von Withings richtig. Die Schlafwache und Joggingbegleitung sollten Sie aber nicht allzu ernst nehmen.

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