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Headset

Creative Sound Blaster Tactic3D Wrath Wireless im Test

05.10.2012 | 12:12 Uhr |

Ein Headset spendiert beim Gaming, Filme kucken und Musik hören einen intensiven und satten Klang, ohne seine Mitmenschen zu stören. Doch oft verhindert das Anschluss-Kabel ausladende Bewegungen oder es verdreht sich. Creative lässt es einfach weg und funkt die Audiosignale drahtlos.

Zugegeben, ein drahtloses Headset ist keine Weltneuheit - aber komfortabel ist es allemal. Hierbei überträgt der Sender die Daten entweder über Funk oder Bluetooth. Besonders bei Smartphones fristen die drahtlosen Headsets ein berechtigtes Dasein. Aber wer mehr als nur telefonieren und keine Kompromisse eingehen möchte, der holt sich keine kleinen Ohrstöpsel, sondern wuchtige Ohrmuscheln, die die Ohren komplett umschließen.

Creative will es im wahrsten Sinne des Wortes krachen lassen und integriert neben den beiden 50 Millimeter großen Audiotreibern auch noch die Klangtechnik THX TruStudio Pro, die Raumklänge aus 5.1- oder 7.1-Soundsystemen weiter übertreffen soll. Hier liegt der Fokus wieder auf eine möglichst realistische Darstellung der Töne mit Hilfe von Surround-Effekten. Ein zusätzliches Schmankerl ist die kabellose Datenübertragung über Funk. Erfahren Sie im Test, auf was Sie sich gefasst machen müssen.

Ausstattung: Komfortabel und ordentlich verarbeitet

Der USB-Sender verfügt über einen eigenen
Soundchip.
Vergrößern Der USB-Sender verfügt über einen eigenen Soundchip.
© Creative

Der Kopfbügel ist genau wie die Ohrmuscheln gut gepolstert und sorgt dank der Verstellmöglichkeiten an den Hörern für angenehmen Tragekomfort. Die Muscheln selbst sind dabei auch noch leicht beweglich. Aufgesetzt schirmt das Headset Umgebungsgeräusche gut ab und sitzt auch ansonsten recht stramm. Die Kopfhörer selbst gefallen mit einem schwarz-roten Design und roter Betriebs-Beleuchtung. Auf der rechten Ohrmuschel steht Ihnen direkt eine Lautstärkeregelung, der Power-Knopf und ein Stummschlate-Button zur Verfügung.

Ebenfalls auf der rechten Seite lässt sich das abnehmbare Mikrofon über einen herkömmlichen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss anbringen. Das Mikrofon selbst ist flexibel und mit einem Windschutz umgeben - so wie wir es uns ausrichten, verbleibt es auch in dieser Position. Der Micro-USB-Anschluss auf der Unterseite der Ohrmuschel versorgt den Lithium-Ionen-Akku mit Strom, auch während des Betriebs. Nach Herstellerangaben hält eine Akkuladung für acht Stunden Dauereinsatz.

An sich ist das Tactic3D Wrath recht schwer aber robust gebaut. Denn im Inneren sorgt ein Stahlkern für den nötigen Halt. Des Weiteren klappert nichts und wir können auch keine großen Spaltmaße ausmachen. Der Funksender besitzt die Größe eines klassischen USB-Sticks und muss an den PC oder die Soundquelle mit USB-2.0-Steckplatz gesteckt werden, um die Daten zu übertragen. Der Stick selbst verfügt über einen Soundchip und macht damit eine Soundkarte überflüssig. Eine LED zeigt den Betrieb an und kaum eingesteckt erkennt das Betriebssystem (Windows 7) den Empfänger ohne der Installation von irgendwelchen Treibern und liefert den Sound über das 2,4-GHz-Funkfrequenzband an die Kopfhörer. Selbst über drei Räume hinweg (rund 10 Meter) verlieren wir nicht die Wiedergabe.

Im Inneren des Headsets sorgen zwei 50-Millimeter Audiotreiber für die richtigen Töne. Rein von der Bauweise her handelt es sich um Stereo-Sound, doch den Raumklang will Creative virtuell durch die Technik THX TruSound Pro simulieren.

Technische Daten

Creative Sound Blaster Tactic3D Wrath Wireless

Fernbedienung

Am Ohrhörer

Kabellänge

1,5 Meter

Regler

Lautstärke, Mikrofonstummschaltung

Surround

Nur virtuell

USB-Soundchip

Ja

Anschluss

USB

Bauweise

Geschlossen

Frequenzgang

20 - 20000 Hz

Lautsprecher

Stereo

Mikrofon-Stummschaltung

Ja

Mikrofon abnehmbar

Ja

Mikrofonarm flexibel

Ja

Übertragung

Funk (2,4 GHz)

Praxis-Check: Wuchtige Klänge, unsaubere Höhen

In Spielen ist der Klang beeindruckend satt und wuchtig. Explosionen und Schüsse in Battlefield 3 hören sich beängstigend realistisch an, die Kugeln pfeifen uns dank dem virtuellen Surround-Klang scharf um die Ohren. Sehr schön! Nur von den Höhen sind wir etwas enttäuscht: Sie klingen unsauber und nicht so prägnant wie wir es erwarten. Die Musik-Wiedergabe über das Headset ist recht basslastig und auch hier bemerken wir wieder das Problem mit den Höhen. Die Sprachwiedergabe über Skype ist dafür kristallklar, auch wenn hier die Bässe wieder leicht überwiegen. Des Weiteren versteht unser Gegenüber jedes Wort von uns. So, wie es eben sein soll.

Aber der Sound lässt sich dank der Treiber-Software auch ziemlich präzise konfigurieren und sogar in Profilen speichern. So legen Rollenspieler eher wert auf verständliche Höhen, wohingegen Shooter-Fans eher auf krachende Explosionen stehen. Dafür stehen bereits Voreinstellungen namens Recon3D zur Verfügung, um jeden Spieler-Typ abzudecken. So bekommen wir auch das Problem mit den Höhen geregelt, denn die Einstellmöglichkeiten erweise sich als umfangreich und intuitiv.

Während des Betriebs verlieren wir kein einziges Mal das Signal zum Empfänger, aber in Momenten ohne Ton vernehmen wir ab und zu ein leises Knistern, dass sich bei einem zunehmend leeren Akku steigert. In diesem Fall blinken auch die LEDs auf der Außenseite der Ohrmuscheln und ein Piepsen weist uns darauf hin, dass wir für Energienachschub sorgen sollen. Insgesamt sind wir mit der Laufzeit aber zufrieden. Mit einem USB-Netzteil lassen sich die Kopfhörer aber auch auch ohne einen PC aufladen, im Lieferumfang gibt es das aber nicht.

Fazit zum Creative Sound Blaster Tactic3D Wrath Wireless: Fetter Sound

Wuchtiger Sound und hoher Tragekomfort, dafür teuer in der
Anschaffung.
Vergrößern Wuchtiger Sound und hoher Tragekomfort, dafür teuer in der Anschaffung.
© Creative

Wenn eins auf den Sound aus dem Tactic3D Wrath zutrifft, dann ist es folgendes Adjektiv: fett. Denn die Klänge sind satt, wo sie es sein sollen und wummern im Trommelfell. Besonders Explosionen wirken fast schon realistisch, nicht zuletzt wegen des virtuellen Raumklangs. Die solide Verarbeitung gefällt uns und wir haben das Gefühl, ein hochwertiges Headset in den Händen zu halten beziehungsweise auf dem Kopf zu tragen. Der hohe Tragekomfort ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen.

Die Signalübertragung funktioniert einwandfrei und hat uns während des Tests nicht enttäuscht, genau wie der Akku. Die Höhen fallen dagegen eher negativ auf und wirken unsauber, genau wie die Musikwiedergabe, die mit zu starken Bässen dröhnt - aber mit etwas Feintuning in der Tactic3D-Systemsteuerung lässt sich die Wiedergabe verbessern. Allerdings kostet Sie das Sound-Erlebnis rund 130 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) und ist damit leider nur etwas für gut betuchte Enthusiasten.

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