Windows Phone mit 8-Megapixel-Cam

HTC 7 Mozart im Test

Donnerstag, 09.12.2010 | 14:15 von Yvonne Göpfert
Das HTC 7 Mozart übertrumpft alle Windows Phones mit seiner 8-Megapixel-Kamera. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Wir verraten die Macken des HTC 7 Mozart.
HTC Mozart
Vergrößern HTC Mozart
© 2014

Monolith in Metallic-Schimmer Das HTC 7 Mozart ist aus einem Guss. Hierzu musste ein Aluminiumblock herhalten, aus dem der kleine Mozart gefräst wurde. Das kennen wir schon von älteren HTC-Modellen, beispielsweise dem HTC Legend. Damit jedoch auch die Antenne noch Empfang hat, kommt HTC nicht umhin, auch ein wenig Kunststoff zu verbauen. Insgesamt schadet das jedoch weder der Wertigkeit noch dem Aussehen.

Hochsensibles 3,7-Zoll-Display Der Hosentaschen-Liebling bietet ein 3,7 Zoll großes LC-Display, das mit 800 x 480 Pixeln auflöst. Die kratzfeste Glasscheibe arbeitet kapazitiv - das heißt, Befehle werden per Berührung statt durch leichtes Drücken ausgelöst.

8-Megapixel-Kamera und Motivprogramme Das Highlight auf dem HTC 7 Mozart stellt die 8-Megapixel-Kamera dar. Das Display dient als Sucher für die Cam. Sieben Motivprogramme etwa für Sport- und Makrofotografie sowie stimmungsvolle Beleuchtungssituationen sollen das Maximum an Bildqualität herausholen. Der Dual-LED-Blitz spendet mehr Leuchtkraft als die wesentlich häufiger in Handys verbauten einfachen LED-Lichter. Das zeigt sich beispielsweise dann, wenn man nur 1,5 Meter von seinem Motiv entfernt blitzt: Das Motiv ist überbelichtet. Bei Tageslichtaufnahmen wirken die Farben natürlich, die Schärfe ist gut. Nur selten kommt es zu Blau- oder Grünstich.

HTC bemüht sich, Schwächen bei der Bildqualität per Software auszugleichen: der HTC Fotoverbesserung. Sie entfernt Pickel aus Gesichtern oder erhöht Kontrast und Schärfe. Außerdem hellt sie dunkle Bereiche im Bild auf. Eine schöne Zusatz-Software, mit der sich HTC von den anderen Windows-Phone-7-Herstellern abzusetzen versucht. Videos lassen sich in 720p aufnehmen und direkt auf Videoportale laden. Helligkeitsschwankungen während der Aufnahme nimmt die Kamera allerdings übel. Und auch der Ton könnte lauter sein.

Zune - iTunes à la Micrososoft Dank integriertem Dolby Mobile werden Songs auf dem HTC Mozart in Surround Sound abgespielt. Die mitgelieferten Ohrhörer liefern dabei ganz passablen Klang. Der Zune-Musikabspieler synchronisiert die Musik- und Videobibliothek zwischen PC und Handy und packt die Daten auf den 8 GB großen internen Flash-Speicher. Die Zune-Software für den PC ist allerdings etwas unübersichtlich. Ein Datentausch via USB, bei dem das Handy als Massenspeicher erkannt wird, wäre die schickere und einfacher Alternative.

Hauptmenü: gekachelt, nicht verziert Die drei obligatorischen Windows-Phone-Buttons für Zurück, Home und Suchen liegen als Soft-Touch-Tasten unter dem Bildschirm. Im Wesentlichen erfolgt die Steuerung jedoch per Finger auf dem Display. Verschiedene Kacheln dienen bei Windows Phone 7 als Zugang zu Programmen und Anwendungen. Die persönliche Anpassung des Startbildschirms ist flugs erledigt. Sämtliche E-Mail-Konten sind gleich eingerichtet und Stück für Stück als neue Kachel auf dem Display abgelegt. Die Kacheln sind schnell nach Nutzungshäufigkeit sortiert. Allerdings kann die Reihe ganz schön lang werden, insbesondere dann, wenn man auch noch viele Market-Place-Anwendungen herunterlädt und auf den Startbildschirm packt.

Soweit ist Microsofts neues Betriebssystem also geglückt. Doch man merkt auch, dass es fertig sein musste, bevor seine Zeit wirklich gekommen war. So wird die Möglichkeit vermisst, Telefonnummern, Links oder Textpassagen zu kopieren. Multitasking gibt es nur eingeschränkt. Flash funktioniert nicht mit dem Internet Explorer, der als Browser dient. Der Datenabgleich muss über die Zune-Software erfolgen, die man sich eigens auf den PC spielen muss. Tethering, also die Möglichkeit, das Handy als Modem zu nutzen, erlaubt Microsoft nicht. Einige Probleme lassen sich zum Glück mit einem Update beseitigen. Microsoft hat versprochen, im Frühjahr 2011 Funktionen zu verbessern oder nachzureichen.

Exklusive HTC-Software und Bonbons von der Telekom Um sich von der Konkurrenz abzuheben, hat HTC mit dem HTC Hub exklusive Softwarespuren hinterlassen. So lässt sich beispielsweise eine Taschenlampe anschalten, um nachts das Schlüsselloch zu finden. Es gibt eine animierte Wetter-App mit Vorhersage für die nächsten Tage und eine Aktienkurs-Anzeige. Diese Funktionen hat HTC von seiner Android-Bedienoberfläche HTC Sense auf das Microsoft-Betriebssystem übertragen. Außerdem kann man einen animierten Notizblock nutzen. Wie von HTC gewohnt, sind die Funktionen gelungen, es macht Spaß, sie täglich zu benutzen.

Auch die Telekom, die sich das HTC 7 Mozart exklusiv gesichert hat, hat vier Funktionen spendiert, die auf Windows-Phone-7-Geräten von anderen Netzbetreibern nicht zu finden sind: Erstens ist der Zugriff auf das Mediencenter der Telekom möglich. Damit kommt der Nutzer unterwegs an seine Fotos, Musik und Videos. Zweitens bietet die Telekom die TopApps. Dabei handelt es sich um geprüfte und von der Telekom empfohlene Anwendungen, die man sich aus dem Marketplace herunterladen kann. Drittens ist die Navigationslösung von Navigon vorinstalliert. Viertens kann der Anwender mobile TV empfangen, ein TV-Angebot der Telekom speziell für Handys.

Mobiles Office mit Office mobile Wer unterwegs auch mal arbeiten möchte, kann sich getrost auf das HTC 7 Mozart verlassen. Es hat zwar keinen pdf-Reader installiert. Mit den mobilen Versionen von Word, Excel und Powerpoint können Dokumente jedoch bestens geöffnet und bearbeitet werden. Notizen in OneNote Mobile wie Einkaufslisten, Mitschriften oder spontane Ideen können samt Sprachaufnahmen und Bildern drahtlos übers Internet synchronisiert werden. Und SharePoint Workspace Mobile macht die Zusammenarbeit mit Kollegen auch von unterwegs aus richtig einfach. Die Tipparbeit wird dabei keineswegs zur Qual: Nachrichten kann man auf der virtuellen Volltastatur bequem schreiben. Die einzelnen Buchstaben sind schön groß und lassen sich zielgenau treffen. Umlaute erreicht man schnell durch einen längeren Druck auf die passenden Buchstaben.

Power unter der Haube Ausgestattet mit einem 1 GHz schnellen Prozessor und 576 MB RAM starten Programme und Spiele in wenigen Millisekunden. Digitaler Kompass, integriertes GPS/A-GPS, Bluetooth 2.1 und 3,5mm-Audioklinke runden das Ausstattungspaket ab. Dank neuester Netz- und Netzwerktechnik (HSDPA/HSUPA und WLAN-n) lässt sich mit dem HTC 7 Mozart schnell im Internet surfen sowie auf soziale Netzwerke und den Marketplace zugreifen. Allerdings lahmt der Browser ein wenig. Mit Androids Webkit kann der Internet Explorer nicht mithalten. Zwei Mal ist er im Test sogar abgestürzt.

Fazit: Das HTC Mozart ist eines der kleinsten Windows 7 Phones. Dennoch ist es dank Gigahertz-Prozessor, 8 GB Speicher und neuester Netztechnik so leistungsfähig wie die großen Brüder. Bei der Kamera-Auflösung mit 8 Megapixeln hat es sogar jetzt schon die Nase vorn. Die Bildqualität hinkt dem Megapixel-Versprechen allerdings etwas hinterher. Betriebssystem und Software bieten noch den ein oder anderen Fallstrick, der hoffentlich mit einem Update im Frühjahr 2011 behoben wird. Für E-Mail und soziales Netzwerken ist das HTC 7 Mozart auf jeden Fall jetzt schon ein zuverlässiger Helfer.

ALLGEMEINE DATEN
Testkategorie Handys
Handy-Hersteller HTC
Internetadresse www.htc.com/de/
Preis (unverbindliche Preisempfehlung) 510 Euro
TESTERGEBNIS (NOTEN)
Handy-Basics (30%) 2,30
Handhabung (25%) 2,70
Ausstattung (20%) 2,60
Multimedia (15%) 1,55
Connectivity (10%) 1,40
Testnote gut (2,30)
DIE TECHNISCHEN DATEN
Handy-Basics
Größe 122 x 68 x 11,2 Millimeter
Gewicht 130 Gramm
Formfaktor Barren
Betriebssystem Windows Phone 7
Prozessor 1000 MHz
Besonderheiten
Akku-Laufzeit
Stand-by-Zeit im GSM-Netz in Stunden 310 Stunden
Gesprächszeit im GSM-Netz in Minuten 380 Minuten
Stand-by-Zeit im UMTS-Netz in Stunden 320 Stunden
Gesprächszeit im UMTS-Netz in Minuten 320 Minuten
Netze
GSM 900 ja
GSM 1800 ja
GSM 1900 ja
GSM 850 ja
EDGE ja
UMTS ja
HSDPA ja
HSUPA ja
Display
Größe 48 x 80 Millimeter
Auflösung 480 x 800 Pixel
Touchscreen ja
Handhabung
Mechanische QWERTZ-Tastatur nein
Ruftonzuordnung pro Kontakt oder Kontaktgruppe ja
Profile nein
Flugzeug-Modus ja
Ausstattung
Schnittstellen
Bluetooth ja
Bluetooth 3.0 nein
USB ja
WLAN 802.11b/g ja
WLAN 802.11n ja
3,5-Millimeter-Klinkenstecker ja
Speicher
RAM 576 MB
ROM 14630 MB
Speichererweiterung nein
Speicherkarte im Lieferumfang nein
GPS
GPS-Chip ja
Navigationssoftware ja
Multimedia
Fotos
Auflösung 3264 x 2448 Pixel
Autofokus ja
Makro ja
Motivprogramme ja
Bildstabilisator nein
Optischer Zoom nein
Videos
Auflösung 1280 x 720 Pixel
Bildstabilisator nein
Musik
Anzahl Formate 7
Headset im Lieferumfang ja
UKW-Radio ja
Connectivity
Browser ja
Push-E-Mail ja
E-Mail-Anhänge ja
Instant Messaging ja
Facebook vorinstalliert ja
Übernahme Kontakte aus Facebook ins Adressbuch ja
Twitter-Client vorinstalliert nein
Donnerstag, 09.12.2010 | 14:15 von Yvonne Göpfert
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