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Test: HTC HD7

02.12.2010 | 12:00 Uhr |

Besonders Filmfans kommen beim 4-Zoll-Display des HTC HD7 voll auf ihre Kosten. Doch neben Freud hält das Handy auch Leid bereit. Details verrät der Test.

Das HTC HD7 ist solide verarbeitet. Eine Besonderheit findet sich auf der Rückseite des Geräts: Ein ausklappbarer Standfuß aus Metall dient als Stütze, die man zum Videoschauen ausfahren kann. Damit bleibt das Smartphone etwa im 30-Grad-Winkel stehen, so dass man seine Hände entspannt in den Schoss legen kann, während der Videoplayer läuft. Die Mechanik wirkt stabil und fällt auch in Zügen nicht so schnell um.

Großes Kino Das 4-Zoll-Display ist groß genug, um sich mit Filmen eine Zugfahrt zu vertreiben. Mehr als drei bis vier Stunden sind jedoch auch auf dem HTC HD7 kein Zuckerschlecken für die Augen. Die Auflösung auf dem Super-LC-Display entspricht der hochauflösenden Vorgabe von Microsoft: 480 x 800 Pixel. Die Schwarzwerte lassen bei der Darstellung jedoch zu wünschen übrig - HTC hat eben kein Super-AMOLED-Display verbaut. Eine weitere Schwäche kommt beim Fotografieren unter der Sonne ans Licht: Das Display spiegelt deutlich.

Die übrige Ausstattung kann sich sehen lassen: Power für Video, Xbox und Co liefern der Gigahertz-Prozessor und 576 MB RAM. Der interne Speicher für Daten beläuft sich auf 14 GB. Damit liegt das HTC HD7 über den Microsoft-Vorgaben von 8 GB. Die Anwendungen laufen flüssig, auch wenn man aufgrund der 3D-Animationen immer eine Sekunde warten muss, bis ein Programm geöffnet ist. Schade, dass sich dieser Mechanismus nicht abstellen lässt.

Microsoft Standard-Oberfläche Unterhalb des Bildschirms liegen die drei Windows-Phone-Tasten: Zurück, Home und Suchen. Sie machen die Bedienung einfach, die neue Windows-Phone-Oberfläche unterstützt die übersichtliche Bedienung noch. Nur manchmal vermisst man einen Menü-Knopf, wie man ihn bei Android findet. Microsoft blendet bei Bedarf lieber Icons am unteren Displayrand ein. Und die geben dem Nutzer manchmal Rätsel auf, was die Bedeutung der Zeichen angeht. Immerhin: Ein Mouse-over hilft mit einer Texterklärung.

Die aufgespielte Software enthält neben den Microsoft Standards Office Mobile, Windows Live und Zune auch noch einen Facebook-Client und den HTC-Hub. Hier versammeln sich verschiedene kleine Programme, um die Lautstärke per Equalizer zu regeln, Fotos zu überarbeiten oder den Wetterbericht aufs Handy zu holen. Außerdem gibt es Spiele und eine Software namens Er/Sie liebt mich, liebt mich nicht, mit der Sie durch Zupfen von Blütenblättern Ihr Liebesleben "voraussagen" können. Optisch sind die Helferprogramme gut aufbereitet, ihr Nutzen bleibt allerdings teilweise im Dunkeln.

Navigation Telmap Anbieter O2, der das HTC HD7 exklusiv vermarktet, hat zudem einen Platzhalter für die kostenlose Telmap-Navigation (Offboard) angelegt. Zum Testzeitpunkt war die Anwendung für das HD7 aber noch nicht freigeschaltet.

Da Microsoft sehr strenge Vorgaben macht, weisen alle Windows Phone-7-Smartphones die gleiche Nutzeroberfläche auf. Ein je nach Hersteller individuelles Gesicht bieten die Handys nicht. Das hat einen Vorteil: Wenn Microsoft ein Update bereitstellt, kann es schneller verteilt werden, da die Handyhersteller es nicht erst an ihre eigene Oberfläche anpassen müssen.

Dies ist der Knackpunkt bei Android: Während alle Welt schon von Android 2.3 redet, findet man im Markt noch Geräte mit Android 1.6 oder 2.1. Andrerseits ähneln sich die Windows-Phone-7-Smartphones der Hersteller sehr stark, und so bleibt anders als bei Android keine große Auswahl für den Nutzer.

Datenüberspielung PC-Smartphone Stark agiert das HTC HD7 bei der Integration von Windows Live, Facebook und Twitter. Flugs sind alle Kontakte auch auf dem Handy zu sehen. Kontakte lassen sich nämlich nur über Google, Windows Live oder einen Exchange Server austauschen. Wer seine Daten bislang mit Outlook verwaltet, hat das Nachsehen. Auch unmöglich: Wer eine Handynummer in einer SMS erhält und sie in sein Adressbuch übertragen will, kann nicht auf Kopieren und Einfügen zurückgreifen. Microsoft hat hier allerdings Nachbesserung per Software-Update versprochen.

Ebenfalls umständlich ist das Übertragen von Musik und Videos vom PC auf das Handy. Da das Handy nicht als USB-Massenspeicher erkannt wird, muss der Vorgang über Zune laufen. Der Nutzer benötigt dazu die kostenlose Zune-Software auf seinem PC. Der Haken: Word-Dokumente erkennt die Software nicht. Ergo lassen sie sich auch nicht übertragen. Da hilft nur, sich selbst die Dateien zu mailen.

Surfen mit dem Internet Explorer Für Internet-Spaziergänge setzt Microsoft auf den hauseigenen Internet Explorer. Der Browser ist schnell, sofern nicht allzu viele Javascripts das schnelle Laden der Seite aushebeln. Flash kann er aber nicht darstellen. Auch das soll per Update behoben werden. Surf-Junkies bekommen aktuelle Technik serviert: HSDPA/HSUPA und WiFi 802.11 b/g/n katapultieren den Nutzer schnell ins Internet, zu seinen sozialen Netzwerken und in den Marketplace. Die Auswahl an Apps ist allerdings vorerst noch bescheiden. Und auch wer das Smartphone per Tethering an sein Notebook koppeln will, hat Pech: Das Sufen mit dem Smartphone als Modem hat Microsoft nicht vorgesehen.

Multimedia
Die Kamera entspricht der Minimalanforderung von Microsoft: 5 Megapixel plus Dual-LED-Blitz. Der Kameraknopf oben am Gerät ist schwergängig. So kann es schnell zu Bildverwacklern kommen. Die Fokussierzeit ist kurt, die Bildqualität jedoch enttäuscht. Details verschwimmen zum Rand hin. Rote Linien erscheinen verschwommen. Baumblätter wirken wie Blattbrei. Besser gefallen haben uns die Videos im Test, die mit knackigen Farben und gutem Ton punkten. Zudem liefern sie eine Auflösung von 720p.

Der Zune-Media-Player unterstützt alle gängigen Formate für Songs und Videos. Der Dolby-Mobile-Sound klingt etwas leise, aber schön räumlich. Es ist dennoch ratsam, die mitgelieferten Ohrstöpsel zur Hand nehmen. Für Unterhaltung stehen maximal 14 GB Speicher zur Verfügung. Platz für eine Speicherkarte gibt es nicht. Während der Player anstandslos im Hintergrund läuft, wird es mit Anwendungen von Drittanbietern aus dem Marketplace schwierig: Echtes Multitasking fehlt. Ein weiterer kleiner Pferdefuss ist der Akku, der mit 1230 mAh sehr knapp bemessen ist. Vielnutzer sollten daher einen Zweit-Akku in der Tasche haben.

Fazit: Die großen Stärken des HTC H7 sind das 4-Zoll-Diplay und die Integration von sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Eigene Netzwerke anzulegen erlaubt Microsoft allerdings nicht. Und Vieltipper werden eine Tastatur vermissen. Das Windows Phone mit Gigahertz-Prozessor und sensiblem Display arbeitet schnell. Schwächen offenbart die Kamera. Die 5-Megapixle-Bilder erreichen nur mittelmäßige Qualität.

ALLGEMEINE DATEN

Testkategorie

Handys

Handy-Hersteller

HTC

Internetadresse

www.htc.com/de/

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

530 Euro

TESTERGEBNIS (NOTEN)

Handy-Basics (30%)

2,15

Handhabung (25%)

2,70

Ausstattung (20%)

1,70

Multimedia (15%)

1,75

Connectivity (10%)

1,70

Testnote

gut (2,10)

DIE TECHNISCHEN DATEN

Handy-Basics

Größe

122 x 68 x 12 Millimeter

Gewicht

162 Gramm

Formfaktor

Barren

Betriebssystem

Windows Phone 7

Prozessor

1GHz

Besonderheiten

Akku-Laufzeit

Stand-by-Zeit im GSM-Netz in Stunden

310 Stunden

Gesprächszeit im GSM-Netz in Minuten

380 Minuten

Stand-by-Zeit im UMTS-Netz in Stunden

320 Stunden

Gesprächszeit im UMTS-Netz in Minuten

320 Minuten

Netze

GSM 900

ja

GSM 1800

ja

GSM 1900

ja

GSM 850

ja

EDGE

ja

UMTS

ja

HSDPA

ja

HSUPA

ja

Display

Größe

56 x 93 Millimeter

Auflösung

480 x 800 Pixel

Touchscreen

ja

Handhabung

Mechanische QWERTZ-Tastatur

nein

Ruftonzuordnung pro Kontakt oder Kontaktgruppe

ja

Profile

nein

Flugzeug-Modus

ja

Ausstattung

Schnittstellen

Bluetooth

ja

Bluetooth 3.0

nein

USB

ja

WLAN 802.11b/g

ja

WLAN 802.11n

ja

3,5-Millimeter-Klinkenstecker

ja

Speicher

RAM

576 MB

ROM

14 GB

Speichererweiterung

nein

Speicherkarte im Lieferumfang

nein

GPS

GPS-Chip

ja

Navigationssoftware

Off-Board-Navi

Multimedia

Fotos

Auflösung

2592 x 1944 Pixel

Autofokus

ja

Makro

ja

Motivprogramme

ja

Bildstabilisator

nein

Optischer Zoom

nein

Videos

Auflösung

1280 x 720 Pixel

Bildstabilisator

nein

Musik

Anzahl Formate

7

Headset im Lieferumfang

ja

UKW-Radio

ja

Connectivity

Browser

ja

Push-E-Mail

ja

E-Mail-Anhänge

ja

Instant Messaging

ja

Facebook vorinstalliert

ja

Übernahme Kontakte aus Facebook ins Adressbuch

ja

Twitter-Client vorinstalliert

nein

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