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WLAN-Test: Wer ist schneller als die Fritzbox?

08.10.2014 | 15:55 Uhr |

Die Fritzbox gilt als der beste Allround-Router. Doch kann sie auch beim WLAN-Tempo die Konkurrenz hinter sich lassen? Wir machen den Test.

Diese Frage muss die Fritzbox 7490 im Test beantworten. Die Konkurrenz bildet der Netgear Nighthawk R7000 und der TP-Link Archer C7. Auf den ersten Blick kein fairer Vergleich: Die Fritzbox 7490 kostet 230 Euro und bringt ein VDSL-Modem, eine DECT-Basisstation, zwei USB-Anschlüsse mit Version 3.0 und zahlreiche weitere Funktionen mit – ein kompletter Allround-Router für das Heimnetz.

Der Netgear R7000 ist einfach nur ein Router, allerdings mit auffälligem Design – er kostet rund 160 Euro. Er richtet sich vor allem an Spieler und Anwender, die viel herunterladen. Den TP-Link Archer C7 bekommen Sie dagegen schon für unter 100 Euro – ein sehr günstiger Router angesichts der Ausstattung. In der Feature-Liste unterscheidet ihn vom R7000 nur, dass er zwei USB-2.0-Ports hat, beim Netgear-Router arbeitet eine der beiden USB-Buchsen nach Version 3.0.

Was das WLAN angeht, sind sie dagegen gleich – fast gleich. Alle Router arbeiten mit dem aktuellen WLAN-Standard 802.11ac und einer 3x3-Antennenkonfiguration: Sie können also gleichzeitig drei Datenströme senden und empfangen. Und da sie das parallel über die beiden Frequenzen 5 GHz und 2,4 GHz tun können, machen die Hersteller folgende Rechnung auf: 450 MBit/s (3 Datenströme über 2,4 GHz) plus 1300 Mbit/s (3 Datenströme über 5 GHz) gleich 1750 MBit/s.

Warum 11ac-WLAN so schnell ist

Der Nighthawk ist am schnellsten: Aber erstmal nur in der Theorie

Netgear gibt 1900 Mbit/s für den R7000 an: Der Router verwendet einen WLAN-Chip von Broadcom, den BCM4360. Dieser Chip nutzt die 256-QM-Modulation des 11ac-Standards auch für die 2,4-GHz-Frequenz und soll damit bis zu 600 MBit/s über diese Frequenz erreichen – allerdings nur, wenn auch die Gegenstelle diese sogenannte Turbo-QAM-Technik unterstützt. In den Routern von AVM und TP-Link sitzt ein WLAN-Chipsatz von Qualcomm Atheros.

Tests unter Laborbedingungen können zwar zeigen, wie schnell ein WLAN-Router ist – aber nur theoretisch. Denn fast immer stört ein, meist mehrere Nachbar-WLANs das eigene Funknetz und bremst dessen Tempo. Deshalb messen wir unter Praxis-Bedingungen – unter verschärften: Zehn WLANs auf 2,4 GHz und drei auf 5 GHz drängeln sich im Äther.

Test: 5 GHz

kurze Distanz (3 Meter)

lange Distanz (30 Meter)

Netgear R7000

414 MBit/s

141 MBit/s

AVM Fritzbox 7490

336 MBit/s

55 MBit/s

TP-Link Archer C7

326 MBit/s

19 MBit/s

Ungestörte Frequenz, kurze Distanz: Die besten WLAN-Bedingungen

In der ersten Runde finden die Router aber fast ideale Bedingungen vor: Sie dürfen über die kaum gestörte 5-GHz-Frequenz arbeiten und sind nur drei Meter von der Gegenstelle entfernt. Der Nighthawk liegt hier mit 414 MBit/s bei mehreren gleichzeitigen Verbindungen deutlich vor der Fritzbox 7490 und dem Archer C7, die auf rund 330 Mbit/s kommen.

Im zweiten Test stehen Router und Gegenstelle rund 30 Meter auseinander und haben keinen Sichtkontakt: Das Ergebnis bleibt fast unverändert – der Nighthawk distanziert die Konkurrenz. Die Fritzbox 7490 erreicht aber locker ein Tempo, das für Full-HD-Streaming ausreicht. Für den TP-Link Archer C7 wird dagegen die Luft schon dünn.

Test: 2,4 GHz

kurze Distanz (3 Meter)

lange Distanz (30 Meter)

Netgear R7000

121 MBit/s

25 MBit/s

AVM Fritzbox 7490

113 MBit/s

1 MBit/s

TP-Link Archer C7

152 MBit/s

1 MBit/s

Unter den schwersten Bedingungen kann nur einer überzeugen

Auf geht’s zum Test über 2,4 GHz – noch immer die klassische WLAN-Frequenz, über die viele Notebooks, Smartphones und Tablets unterwegs sind - vor allem, wenn sie günstig sind.

Hier geht auf der kurzen Distanz über drei Meter der TP-Link-Router als erster durchs Ziel. Der Archer C7 kommt mit den vielen Stör-WLANs am besten zurecht und liegt rund 30 Mbit/s vor den beiden anderen Routern.

Stör-WLANs und große Distanz zur Gegenstelle sind allerdings für den TP-Link-Router zu viel: Er hält über 30 Metern ebenso wenig wie die Fritzbox eine stabile Verbindung zur Gegenstelle. Beim R7000 reicht es immerhin noch für 25 Mbit/s.

Für das hohe Tempo ist unter anderem die starke Dual-CoreCPU im Netgear-Router verantwortlich, die mit bis zu 1 GHz taktet, während es der Zwei-Kerner in der Fritzbox nur auf 600 MHz bringt.

WLAN-Router im Test: Fazit

Der Netgear Nighthawk R700 ist der Tempo-König. Er bietet die höchste Geschwindigkeit und kommt mit schweren Bedingungen besser zurecht als die Konkurrenz. Eine klare Empfehlung also, wenn es nur ums WLAN-Tempo geht – allerdings ist der Nighthawk nicht ganz billig.

Deshalb spricht in der Gesamtwertung auch sehr viel für die anderen Router: Bei der Fritzbox 7490 geht die umfassende Ausstattung nicht auf Kosten einer konkurrenzfähigen WLAN-Geschwindigkeit, beim TP-Link tut ihr der Preis keinen Abbruch. Und beide arbeiten sparsamer als der R7000 – der TP-Link sehr deutlich und selbst die Fritzbox unterbietet trotz der umfassenden Ausstattung den Netgear R7000 in der Leistungsaufnahme.

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