WLAN-Sprinter

D-Link DIR-655

Freitag den 18.07.2008 um 10:00 Uhr

von Thomas Rau

© 2014
Hohes Tempo per WLAN oder Kabel: Der Router D-Link DIR-655 nutzt den aktuellen WLAN-Standard 802.11n und besitzt einen Gigabit-Switch.
Der D-Link DIR-655 ist nicht mehr ganz taufrisch: Aber von diesem Hersteller gibt es momentan keinen aktuelleren 11n-Router. Trotzdem ist der DIR-655 auf der Höhe der Technik: Er unterstützt Draft 2.0 des 11n-Standards und trägt das entsprechende Kompatibilitätslogo der Wi-Fi Alliance. Der DIR-655 verfügt wie viele andere aktuelle 11n-Router über Menüeinstellungen für Qualitiy-of-Service (QoS): Damit können Sie festlegen, welche Daten der Router bevorzugt überträgt, damit es zum Beispiel bei Spielen oder einer Filmwiedergabe nicht zu Pausen kommt. Der D-Link DIR-655 bietet dafür gleich drei Funktionen: WMM (Wi-Fi Multimedia), Wish (Wireless Intelligent Stream Handling) sowie die Stream Engine. Auf den Router gewährt D-Link eine sehr lange Garantie - nach Registrierung 11 Jahre.

Tempo: Am Messpunkt 3 Meter war der DIR-655 mit dem eigenen Adapter DWA-643 der schnellste Router im Testfeld. Er schaffte teilweise über 120 MBit/s, im Durchschnitt kam er auf sehr gute 105 MBit/s. Auch mit dem 11n- und 11g-Centrino-Notebook gehörte der D-Link-Router über die kurze Distanz zu den schnellsten Geräten. Fast das Gegenteil ergaben die Messungen über 10 und 20 Meter: Hier reichte es für den DIR-655 nur für einen Platz im hinteren Mittelfeld.

Sicherheit: Wie bei vielen Routern ist auch beim DIR-655 die potentielle Sicherheitslücke Universal Plug’n’Play in der Standardeinstellung aktiv. Bei WPS unterstützt der D-Link-Router den sicheren Verbindungsaufbau per PIN-Eingabe oder Knopfdruck - der WPS-Knopf sitzt seitlich am Gehäuse. Außerdem kann man die Verschlüsselungseinstellungen des Routers per USB-Stick auf Clients übertragen. Der Assistent im Konfigurationsmenü sorgt nicht wirklich für Sicherheit: Im ersten Schritt verlangt er ein neues Benutzer-Passwort, man kann aber auch ohne Eingabe weitermachen. Bei der Verschlüsselung richtet er automatisch eine 128-Bit-WEP-Verschlüsselung statt WPA(2) ein. Ansonsten kann man dem DIR-655 keine Versäumnisse ankreiden: Die Optionen für Filter und Port-Weiterleitung sind umfassend, Log-Files lassen sich an eine bestimmte Mail-Adresse schicken und die Kommunikation von WLAN-Clients untereinander lässt sich unterbinden.

Ausstattung: Wie erwähnt, dient die USB-Schnittstelle des D-Link-Routers nur dazu, die Verschlüsselungsinfos weiterzugeben. Der Gigabit-Switch sorgt für hohes Tempo auch im kabelgebundenen Netzwerk. Die drei Antennen des Routers lassen sich abnehmen.

Handhabung: D-Link unterstützt den Anwender mit Assistenten auf CD und im Konfigurationsmenü beim Einrichten. Menüoberfläche sowie das PDF-Handbuch sind auf Deutsch. Die Hilfetexte im Menü geraten teilweise zu kurz und helfen Einsteigern kaum weiter. Änderungen im Menü übernimmt der Router sehr schnell.

Ergonomie: Wie bei allen Routern mit Gigabit-Switch liegt auch die Leistungsaufnahme des DIR-655 recht hoch. Wir maßen 8,5 Watt ohne Datenübertragung und 11,5 Watt beim Datentransfer.

Fazit: Der D-Link DIR-655 überzeugte vor allem auf kurzen Strecken – er ist also ein idealer Router für kleine WLANs. Dank Gigabit-Switch hält er auch im Kabel-LAN das Tempo hoch. Die Konfigurationsoptionen stellen auch fortgeschrittene Netzwerker zufrieden. Allerdings ist der DIR-655 recht teuer.

Alternativen: Ebenfalls mit Gigabit-Switch sind der SMC SMCWGBR14-N und der Netgear WNR3500 ausgestattet. Während der Router vom SMC über längere Strecken besser abschneidet als der DIR-655, spielt der Netgear-Router vor allem mit 11n-Centrino-Notbooks gut zusammen.

Freitag den 18.07.2008 um 10:00 Uhr

von Thomas Rau

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