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Automatische Datenmigration mit Storage X

02.06.2008 | 10:01 Uhr |

Der Storage-Spezialist Brocade hat mit Storage X ein Toolset auf den Markt gebracht, das die Verwaltung von Dateisystemen und die Migration von Daten vereinfachen soll. Unsere Schwesterpublikation COMPUTERWOCHE hat der Software auf den Zahn gefühlt.

Wenn sich die Storage- oder die Server-Infrastruktur in einem Rechenzentrum ändern, ist oft auch eine umfangreiche Datenmigration angesagt. Werkzeuge, die diese Arbeit automatisieren, sind dabei eine wertvolle Hilfe für Administratoren. In Windows-Umgebungen ist das kostenlose Tool 'Robocopy' besonders beliebt, das nunmehr im Windows Server 2003 Resource Kit Tools enthalten ist. Es kann Quelldaten vorab auf das Zielsystem kopieren und zu einem späteren Zeitpunkt synchronisieren. Allerdings ist die Benutzeroberfläche nicht gerade komfortabel, denn Robocopy lässt sich nur mittels Kommandozeilen bedienen. Das kann bei größeren Migrationen schnell unübersichtlich werden, wenn viele Einzeljobs eingerichtet und gesteuert werden müssen.

Storage X von Brocade ist ein Set an Werkzeugen, mit denen auch umfangreichere Datenmigrationen zentral konfigurieren und steuern lassen. Die Software nutzt dabei das Distributed File System (DFS) von Windows. Das hat den Vorteil, dass die Clients nicht mehr über physikalische Shares auf Verzeichnisse zugreifen, sondern über zwischengeschaltete logische DFS-Links. Der Administrator muss dadurch beim Umzug eines Verzeichnisses von einem Server oder NAS-Gerät auf ein anderes System lediglich den Zielort des zugehörigen DFS-Links anpassen. Ist dieser Schritt vollzogen, greifen alle Clients über ihren bisherigen DFS-Link automatisch auf den neuen Speicherort zu.

Ein weiteres Feature, das Windows-Umgebungen unterstützt, sind Migrationsfunktionen für das CIFS-Dateisystem von Microsoft. Doch auch das Dateisystem NFS, das vor allem in Unix- und Linux-Installationen verwendet wird, kommt nicht zu kurz. Allerdings ist es mit NFS bislang nicht möglich, einen globalen Namensraum aufzubauen. Zudem hat der Hersteller Storage X mit den Speicherlösungen von Netapp integriert. Sollte eine lokale Installation des Storage-X-Clients nicht möglich sein, kann bei der Datenmigration der Storage-X-Server als Migrations-Proxy agieren und die Replikations-Agenten für die Clients betreiben.

Intelligentes Speicher-Management

Die Softwaresuite bietet weitere nützliche Funktionen. So kann der Systemverwalter mit Hilfe der "Archival Migration" ein Tiered-Storage-Konzept einrichten. Dabei werden die Dateien anhand definierter Kriterien wie Datum des letzten Zugriffs oder der letzten Änderung automatisch auf kostengünstigere Speichermedien verschoben und die DFS-Links entsprechend angepasst.

Storage X unterstützt eine automatische Lastverteilung. Hierfür legt der Systemverwalter einen Speicher-Pool aus mehreren File-Servern an und definiert, ab welcher Auslastung das Brocade-Produkt die Shares auf einen weniger ausgelasteten Pool migrieren soll.

Bei der Einrichtung der DFS-Links kann Storage X nach Shares mit bestimmten Namensbestandteilen suchen, den Namespace anhand von Gruppenberechtigungen aufbauen und auch die Home-Verzeichnisse der Benutzer automatisch als DFS-Links anlegen. Mit den Multiprotokoll-Policies lassen sich der DFS-Namespace und NFS-Verzeichnisstrukturen miteinander integrieren.

Setzt ein Unternehmen ein Stand-alone-DFS ein, kann Storage X die DFS-Root auf einen anderen Server replizieren und beim Ausfall des primären Systems automatisch auf den Standby-DFS-Server umschalten. Auch die Daten der von den File-Servern bereitgestellten Shares lassen sich auf Standby-Systeme replizieren. Fällt der primäre Server aus, biegt Storage X die DFS-Links automatisch auf das Ersatzsystem um. Der Replikations-Agent ist neben Windows auch für Red Hat Enterprise Linux 4 und für Solaris 10 erhältlich. NFS-Migrationen werden darüber hinaus auf AIX-, HP-UX- und Caldera-Plattformen unterstützt.

Bei Netapp-Filern, die als Snap-Mirror konfiguriert sind, ist Storage X beim Ausfall eines Systems in der Lage, den Spiegel zwischen den beiden Filern aufzutrennen, das sekundäre System zum aktiven zu machen und den Namensraum automatisch auf das Ersatzsystem zu übertragen.

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