28.11.2008, 11:45

Thomas Rau

Vista-Netbook

HP Mini-Note 2133

In den meisten Netbooks der Prozessor Intel Atom und auf ihnen läuft Windows XP Home. HP geht einen anderen Weg: Das Mini-Note 2133 besitzt den Prozessor C7-M von VIA und hat Vista Business installiert. Unser Test zeigt, ob das eine gute Wahl ist.
Microsoft behauptet eigentlich, dass Netbooks nicht für Vista geeignet sind: Das HP Mini-Note 2133 beweist das Gegenteil. Mit dem Mini-Laptop kann man in der Praxis recht zügig arbeiten – dank 2 GB Arbeitsspeicher und einer Standard-Notebook-Festplatte mit 120 GB. Dass der Prozessor ziemlich rechenschwach ist, merkt man erst bei aufwändigeren Programmen: Beim Abspielen eines Divx-Videos schwankt die CPU-Last beispielsweise zwischen 60 und 100 Prozent – im Vollbild-Modus ruckelt es daher manchmal. DVDs von einem externen USB-Laufwerk kann man aber nicht flüssig abspielen: Hier kommen die schwache CPU, der lahme VIA-Chipsatz und der Ressourcenhunger von Vista zusammen und überfordern das Mini-Note 2133.
Tempo: Besonders glücklich ist die Kombination von Vista Business mit dem lahmen VIA C7-M (1,6 GHz) nicht. Die CPU ist deutlich langsamer als der Intel Atom N270, der in den meisten anderen Netbooks sitzt. Auch der Chipsatz und die integrierte Grafik tragen ihren Teil dazu bei, dass das HP-Netbook nur 864 Punkte im PC Mark 05 erreicht: Die Atom-Netbooks kommen auf 1300 bis 1550 Punkte.
Ausstattung: Neben dem Betriebssystem besitzt das Mini-Note noch andere Besonderheiten bei der Ausstattung. Das Gehäuse bietet beispielsweise einen Expresscard-Steckplatz – dort hinein passen Karten im kleinen (Expresscard/34) und großen (Expresscard/54) Format. Statt 10/100-MBit/s unterstützt der Netzwerkanschluss des Mini-Note 2133 Gigabit-LAN-Tempo. Auch Bluetooth hat das Netbook an Bord, das WLAN-Modul funkt allerdings nur nach dem älteren 11g-Standard mit maximal 54 MBit/s.
Mobilität: Die robuste Verarbeitung des Gehäuses mit Magnesium-Legierung macht das HP Mini-Note 2133 recht schwer. Inklusive des 6-Zellen-Akkus wiegt es 1,44 Kilogramm und ist damit das bisher schwerste Netbook im Testcenter. Trotz der stromsparenden Komponenten konnte es im Akkutest nicht überzeugen: Beim WLAN-Surfen hielt es 4:11 Stunden durch, beim Abspielen eines Videos von der Festplatte waren es 3:43 Stunden – die meisten Atom-Netbooks mit 6-Zellen-Akku besitzen einen längeren Atem.
Ergonomie: Das 8,9-Zoll-Display zeigt 1280 x 768 Bildpunkte – HP quetscht also eine Auflösung auf das kleine Netbook-Display, die normalerweise Notebooks mit 15,4 Zoll großem Display anzeigen. Die Folge: Schrift und Icons erscheinen auf dem Netbook extrem scharf, aber auch sehr klein. Ob man das angenehm findet oder zu anstrengend für die Augen, hängt von der persönlichen Vorliebe ab. Die Bildqualität des Display selbst ist nur mittelmäßig: Weil es nicht hell genug leuchtet, um Reflexionen auf dem Glare-Display zu überstrahlen, lässt es sich unter freiem Himmel nur schlecht ablesen. Auch der Kontrastwert liegt niedrig. Farben stellte es dafür aber kräftig dar. Das Display lässt sich nicht sehr viel weiter als 90 Grad öffnen – das verhindert der hinten über das Gehäuse hinausragende Akku: Das ist problematisch, wenn man das Netbook beim Tippen beispielsweise auf den Oberschenkeln platziert, da man aufgrund des geringen vertikalen Blickwinkels im unteren Bereich des Displays dann nicht mehr viel erkennt. Bei hoher Systemlast lässt sich der Lüfter mit maximal 0,8 Sone vernehmen – das ist nicht störend laut, aber deutlich hörbar.
Handhabung: HP nutzt die gesamte Gehäusebreite für die Tastatur – dadurch ist sie so breit wie bei größeren Netbooks mit 10,2-Zoll-Display. Die Tasten liegen in einem 18-Millimeter-Raster und haben damit fast Standardgröße. Entsprechend angenehm kann man auf dem Netbook tippen, zumal die Tasten eine deutliche Druckrückmeldung geben. Außerdem liegt das Netbook durch den hohen Akku in einer ergomonischen Schrägposition. Das Touchpad lässt sich über eine spezielle Taste de-aktivieren, damit man beim Tippen nicht versehentlich den Cursor verschiebt.
Fazit: Den hohen Preis kann das HP Mini-Note 2133 nur durch seine sehr stabile Verarbeitung und die exzellente Tastatur rechtfertigen – in beiden Kriterien schneidet es deutlich besser ab als die anderen Netbooks. Außerdem bietet derzeit sonst kein Netbook Vista Business und ein Display mit einer so hohen Auflösung. Bei Tempo, Gewicht und Akkulaufzeit schneiden aber andere, günstigere Mini-Notebooks sehr viel besser ab.
Alternativen: Deutlich leichter und ebenfalls solide verarbeitet ist das Dell Inspiron Mini 9. Mit langer Akkulaufzeit überzeugt der Asus Eee PC 901, der aber nur einen 12 GB großen Flash-Speicher bietet.
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