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Parallels virtualisiert anders

17.07.2008 | 10:01 Uhr |

Die Profi-Version von Parallels unterscheidet sich von etablierten Systemen wie VMware Server oder Microsofts Virtual Server, dass sie sowohl Server als auch Clients abbildet. Für kleinere Umgebungen ein durchaus attraktiver Gedanke.

Parallels ist vor allem Mac-Benutzern ein Begriff als das am häufigsten genutzte Mittel, um Windows unter Mac OS zu betreiben. Die Version für den Unternehmenseinsatz – vor allem kleinere Firmen hat der Hersteller im Visier – nennt sich " Virtuozzo Containers " und liegt nunmehr in der Version 4.0 vor.

Grundsätzlich unterscheidet sich Virtuozzo von Konkurrenten wie VMware oder Virtual Server von Microsoft darin, das es sowohl virtuelle Server als auch Clients zur Verfügung stellt. Auch was den technischen Ansatz betrifft ist Virtuozzo sowohl mit der Server- als auch mit der Client-Virtualisierung verwandt.

Grundsätzliches

Wie die genannten Konkurrenten nutzt auch Virtuozzo ein Host-Betriebssystem, darunter Windows 2003 und verschiedene Linux-Varianten. Die Gastsysteme haben Zugang zum Code des Host-Systems und dürfen ihn mitbenutzen. So tun es auch Vertreter des Konzepts der Paravirtualisierung wie beispielsweise Xen. Auf dieser Basis stellt das Tool eine Laufzeitumgebung zur Verfügung, welche von den Gastsystemen genutzt wird. Wird Windows Server 2003 als Host-System genutzt, dann auch von den Gastsystemen. Was nicht möglich ist sind gemischte Umgebungen, wie sie etwa bei VMware ESX-Server, dem Virtual Server von Microsoft oder Citrix XenServer anbieten. Die Gastsysteme nutzen stattdessen das Host-Betriebssystem mit.

Allerdings ist das nicht nur als Einschränkung zu sehen, sondern je nach Einsatzgebiet auch als Vorteil. Dadurch bleiben nämlich die Gastsysteme schlank, weil sie nicht ein komplettes Betriebssystem in den Arbeitsspeicher legen müssen. Stattdessen legen sie nur die Teile ab, die den Gast vom Basissystem unterscheiden. Darunter fallen Dinge wie die Prozesslisten für die Laufzeitumgebung, die Konfigurationen der Benutzer sowie spezielle Patches oder Applikationen. Sie alle werden im Container, so nennt Virtuozzo die virtuellen Maschinen, abgelegt. Der Speicherbedarf eines Containers ist damit im Vergleich zum vollständigen Betriebssystem sehr gering. Dies ermöglicht eine Vielzahl an Gästen auf einem Host, zumindest aus Speichersicht. Der Engpass bei Virtuozzo liegt folglich nicht im Arbeitsspeicher, sondern in der CPU- oder I/O-Leistung.

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