09.03.2011, 10:18

Moritz Jäger

Virtuelle Datenträger nutzen

Workshop: Windows VHD-Systeme in der Praxis

VHD ist ein Format, in dem sich virtuelle Festplatten abbilden lassen. Die aktuellsten Windows-Systeme können diese direkt einbinden und sogar davon booten.
Eines der weniger bekannten Features von Windows 7 und dem Server 2008 R2 ist die Unterstützung für das VHD-Format. Dabei handelt es sich um virtuelle Festplatten, die das komplette Betriebssystem sowie alle zugehörigen Daten in einer einzigen großen Datei ablegt. Der größte Vorteil der Virtualisierung: das eigentliche Betriebssystem wird von der Rechner-Hardware entkoppelt - so kann man beispielsweise ein VHD-Image auf verschiedenen Desktop-Rechnern oder Notebooks ausgerollt werden, ohne dass man eine eigentliche Installation vornehmen muss.
Windows 7 und Server 2008 R2 lassen sich zudem direkt von einer VHD-Datei aus starten, was zahlreiche praktische Szenarien ermöglicht. So kann man beispielsweise einem externen Dienstleister ein speziell angepasstes Windows 7 zukommen lassen, mit dem er im Unternehmensnetzwerk arbeiten kann. Entwickler können sich so zudem eine komplett separate Umgebung aufsetzen, die im Notfall schnell auf ein Master-System zurückgesetzt werden kann.
Allerdings hat das VHD-System auch einige Nachteile:

* Bei einem nativen Boot werden lediglich Server 2008 R2 und Windows 7 oder höher unterstützt - wer auf Windows 7 setzt, muss zudem die Versionen Enterprise oder Ultimate lizensiert haben - sonst startet das VHD-System nicht.
* Die Leistung der VHD-Systeme ist minimal geringer als ein nativ installiertes Windows - laut diesem Microsoft-Blog sind es in etwa drei Prozent
* Funktionen wie die Hibernation oder der Windows-Leistungsindex funktionieren nicht
* Einige BitLocker-Funktionen arbeiten nicht korrekt, etwa kann BitLocker nicht auf der Festplatte verwendet werden, auf der die VHD abgelegt ist.
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