Android-Tablet

Viewsonic Viewpad 7 im Test

Freitag den 25.03.2011 um 09:30 Uhr

von Thomas Rau

ViewSonic ViewPad 7 7.0 512MB Wi-Fi + 3G
ViewSonic ViewPad 7 7.0 512MB Wi-Fi + 3G
Preisentwicklung zum Produkt
Android-Tablet im Test: Viewsonic Viewpad 7
Vergrößern Android-Tablet im Test: Viewsonic Viewpad 7
© 2014
Haben 7-Zoll-Tablets eine Zukunft? Apple sagt nein, doch Viewsonic ist anderer Meinung und will es mit dem Android-Tablet Viewpad 7 beweisen. Wie gut es ist, klärt der PC-WELT-Test.
Mit dem 7 Zoll (17,6 Zentimeter) großen Bildschirm tritt das Viewsonic Viewpad 7 gegen das Samsung Galaxy Tab an, nicht gegen das größere iPad. Es ist mit 380 Gramm genauso leicht wie das Samsung-Tablet, aber minimal kleiner. Die Display-Auflösung liegt nur bei 800 x 480 Bildpunkten, während das Galaxy Tab üppige 1024 x 600 Pixel vorweisen kann.

Market mit dabei, aber schwache Video-App

Auf dem Viewpad 7 ist Android 2.2 installiert. Mit an Bord sind der Android Market und die Google-Apps für Mail, Navigation und Messaging. Schwach: Die vor-installierte Video-App konnte im Test nur 3GP-Filmchen abspielen. Erst wenn sich einen anderen Player holt – etwa den Rockplayer Lite – lassen sich weitere Formate wie AVI oder WMV wiedergeben. Flash-Videos spielte das Viewpad 7 nur über die YouTube-App ab: HD-Filme ruckelten dabei etwas. Der Android Flash Player ließ sich über den Market nicht herunterladen: Das Tablet erfüllt nämlich trotz Android 2.2 nicht die Mindest-Voraussetzungen für die App.

Viewsonic Viewpad 7
Viewsonic Viewpad 7

Ordentliche Touch-Bedienung

Das Viewpad 7 sitzt in einem stabilen Kunststoff-Gehäuse mit silberfarbenen Rahmen. Die Rückseite ist mit schwarzem Glanzlack überzogen, auf dem sich aber schon nach kurzer Zeit unschöne Fingerabdrücke sammeln. Der kapazitive Bildschirm unterstützt Zwei-Finger-Gesten. Beim Scrollen durch die Menüs und durch Webseiten ruckelte es leicht – typisch für Android-Geräte. Will man eine bilderreiche Webseite verschieben, muss man sie scheinbar mit einem härteren Schubs anstoßen, damit sie reagiert. Webseiten und Fotos lassen sich per Pinch-Geste vergrößern: Dabei reagierte das Tablet etwas verzögert, ebenso wenn man dafür zweimal auf den Bildschirm tippt: Hier passt das Tablet den Text einer Webseite an die Seitenbreite an. Beim Zoomen und Laden von Fotos erkannte man am sichtbaren Nachschärfen, dass der 600-MHz-Prozessor nicht zu den schnellsten gehört. Beim Pinch-Zoom nervte, dass nie genau an der Stelle vergrößert wurde, wo man die Finger auseinander gezogen hatte.

Insgesamt reagierte das Viewpad 7 aber zügig: Die meisten Apps starteten nur minimal verzögert und auch Google Maps ließ sich ziemlich flüssig bedienen. Die vier Android-Tasten (Home, Menü, Suche, Zurück) liegen als Sensortasten am rechten Rand, wenn man das Tablet horizontal hält: Daher berührt man sie häufig unabsichtlich mit der rechten Hand. Einschalter sowie Lautstärke-Tasten sind mechanisch ausgeführt.

Ausstattung: Wenig Speicher, aber zwei Kameras - und UMTS

Der interne Speicher des Tablets ist nur 512 MB groß, lässt sich aber über eine Micro-SD-Karte erweitern. Auf eine eingelegte Speicherkarte kann man vom PC aus zugreifen, wenn das Tablet über das beiliegende Kabel per USB angeschlossen ist. Außerdem besitzt das Viewpad 7 eine VGA-Kamera für Videotelefonie sowie eine Schnappschusskamera mit drei Megapixel, die im Test recht ansehnliche Fotos machte.

Mit dem Viewpad 7 kann man auch telefonieren: In den Einschub passt eine SIM-Karte in Standard-Größe. Viewsonic legt ein Headset bei, sodass man das Tablet dabei nicht ans Ohr halten muss. Sinnvoller nutzt man die Mobilfunk-Funktion aber zum Surfen: Das Viewpad unterstützt dabei HSDPA-Tempo bis maximal 7,2 MBit/s. WLAN ist in der älteren 11g-Variante eingebaut, die im Test nur einen Datendurchsatz von knapp 1 MB/s lieferte.

Mittelmäßig: Bildschirm und Akkulaufzeit

Unter freiem Himmel lässt sich der Bildschirm schlecht ablesen. Für Innenräume reicht seine Helligkeit von knapp 200 cd/m2 aber aus, wenngleich Filme und Fotos nicht übermäßig brillant wirken. Guckt man Filme, muss man das Tablet fest halten: Der stabile Einblickwinkel ist so gering, dass Kontrast und Farben sofort leiden, wenn man das Viewpad zu schräg positioniert. Die Akkulaufzeit des Viewpad 7 war mittelmäßig: Es hielt über sechs Stunden beim WLAN-Surfen und knapp über vier Stunden bei der Video-Wiedergabe durch – viel mehr schaffte auch das Samsung Galaxy Tab nicht: Das iPad ist in dieser Disziplin sehr viel besser.

Test-Fazit: Kein iPad-Konkurrent, bei 7-Zoll aber vorne dabei

An das iPad reicht das Viewsonic Viewpad 7nicht heran. Doch wem der mobilere 7-Zoll-Formfaktor ohnehin mehr zusagt, findet im Viewpad eine ordentliche und günstigere Alternative zum Samsung Galaxy Tab .

Alternative: Der Straßenpreis des Samsung Galaxy Tab liegt nur noch rund 70 Euro über dem des Viewpad 7. Dafür bietet das Samsung-Tablet einen besseren Bildschirm, mehr Speicher und schnelleres WLAN.

ALLGEMEINE DATEN
Hersteller Viewsonic
Internetadresse www.viewsoniceurope.com/de/
Preis (unverbindliche Preisempfehlung) 399 Euro
Hotline 0821/45057382
Garantie des Herstellers 24 Monate
TESTERGEBNIS (NOTEN)
Ausstattung (22 %) 2,81
Mobilität (20 %) 2,79
Bedienung (15 %) 2,48
Geschwindigkeit (13 %) 3,52
Bildschirm (12 %) 3,36
Multimedia-Funktionen (8 %) 3,81
Umwelt / Gesundheit (5 %) 1,37
Service (5%) 2,93
Testnote befriedigend (2,83)
Preis-Leistungs-Urteil preiswert
DIE TECHNISCHEN DATEN
Prozessor Qualcomm MSM7x27 (600 MHz)
Maße (L x B x H) 18,1 x 11,1 x 1,1 Zentimeter
Betriebssystem Android 2.2
eingebauter / zusätzlicher Speicherplatz (Art) 512 MB (Flash) / -
WLAN / Bluetooth / UMTS / GPS 802.11g / 2.1+EDR / 7,2 MBit/s / ja
Anschlüsse USB, Kartenleser (Micro-SD), Einschub für SIM-Karte, Kamera (2048x1536 Pixel), Internetkamera (640x480 Pixel), Audioausgang, Mikrofon
Software: installiert / weitere Programme einiges / viel
Lieferumfang Netzteil, Mini-USB-Kabel, Schutztasche, Ohrhörer, Schnellstart-Handbuch
Lagesensor / Lichtsensor ja / ja
Handbuch: deutsch / gedruckt / umfangreich / als PDF ja / ja / nein / nein
TESTERGEBNISSE
Gewicht (mit Akku) / Gewicht Netzteil 380 / 140 Gramm
Akkulaufzeit: Video-Test / WLAN-Test 4:13 / 6:16 Stunden
Bedienung über Bildschirm / Bildschirm-Tastatur / Mehrfinger-Gesten / Bildschirm-Technik ordentlich / ordentlich / ja / kapazitiv
Spracheingabe / Flugzeugmodus ja / ja
E-Mail-Zugang: POP3 / Imap / Exchange ja / ja / ja
Dateien an Gerät übertragen / Datensicherung auf PC möglich nur über Speichermedium / teilweise
Browser: Geschwindigkeit / mittlere Ladezeit für Webseiten / darstellbare Internetformate / stellt Flash-Elemente dar 16.3 Punkte / 13,4 Sekunden / 68 Prozent / teilweise
Startzeit: ausgeschaltet / aus Bereitschaft 40 / 1 Sekunden
Video-Wiedergabe in normaler / HD-Auflösung flüssig / stark ruckelnd
WLAN-Tempo 1,0 MBit/s
Dateien auf Gerät übertragen (700 MB) 96 Sekunden
Bildschirm: Diagonale / Auflösung / 16:9-Format 7,0 Zoll (17,6 Zentimeter) / 800 x 480 Bildpunkte / nein
Helligkeit / Kontrast / Entspiegelung 194 cd/m² / 1875:1 / gering
Abspielbare Video- / Audioformate 3GP / AAC, OGG, MP3, WAV
Audioqualität: Frequenzgangabweichung / max. Lautstärke 6,1 dB(U) / 45 dB(A)
Anzeigbare Foto- /Text- /e-Book-Formate BMP, GIF, JPG, PNG / DOC, PDF, PPT, XLS / EPUB, PDF
Betriebsgeräusch: geringe / hohe Last 0,0 / 0,0 Sone
Leistungsaufnahme: Betrieb / Bereitschaft / Aus 4,2 / 0,0 / 0,0 Watt
Wärmeentwicklung 34° Celsius

Freitag den 25.03.2011 um 09:30 Uhr

von Thomas Rau

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