Viel PC-Leistung zum kleinen Preis

Firstway Indianapolis X2 7750 - HD4650

Samstag, 14.02.2009 | 10:10 von Michael Schmelzle, Alexander Kuch
Satte Leistung für rund 300 Euro: Mit 2,7-GHz-Doppelkerner und der ATI-Grafik Radeon HD 4650 will der Firstway-Rechner Multimedia-PCs Paroli bieten. Wir prüfen die Leistung und verraten Ihnen, was Sie für Ihr Geld erwarten dürfen.
Anschlüsse auf der Rückseite
Vergrößern Anschlüsse auf der Rückseite
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Ein Multimedia-PC für wenig mehr als 300 Euro: Der Firstway Indianapolis X2 7750 - HD4650 dringt einerseits in die Region preisgünstiger Nettops vor, bietet sich aber auch als Alternative zu Discounter-Angebote wie dem aktuellen Aldi-PC Medion Akoya E3300 D an. Wir prüfen, ob die Rechenleistung des Firstway-PC mit Aldi & Co. konkurrieren kann, und ob er in punkto Ergonomie gegenüber den Nettops eine gute Figur macht. Gleichzeitig verraten wir Ihnen in unserem Testbericht, welche Kompromisse Sie bei diesem Angebot eingehen müssen. Denn eins muss Ihnen bei derartigen Schnäppchen-Angeboten immer klar sein: Irgendwo muss der Abieter den Rotstift ansetzen, um den Preis auf dieses Niveau drücken zu können.

Systeminformationen - hier zum Beispiel unter Windows
XP
Vergrößern Systeminformationen - hier zum Beispiel unter Windows XP
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Konfiguration und Ausstattung: Firstway verbaut auf der Hauptplatine ECS GF705M-M mit der Southbridge Nforce 630a den AMD-Prozessor Athlon X2 7750 Black Edition. Dieser hat eine Taktfrequenz von 2,7 GHz. Das Arbeitsspeicher-Modul stammt von der Firma Kingston und verfügt über eine Kapazität von 2 GB. Ein zweiter Steckplatz für einen weiteren Arbeitsspeicher-Riegel ist auf der Hauptplatine noch frei. Als Grafikkarte verbaut Firstway die ATI Radeon 4650 aus dem Hause MSI. Diese Grafikkarte bringt 512 MB eigenen Speicher mit.

Der DVD-Brenner von LG unterstützt alle gängigen CD- und DVD-Medien. Aus der Festplattenserie Samsung F1 finden Sie die Festplatte mit der Modellbezeichnung HD252HJ mit einer Kapazität von 250 GB im Rechner. Der Netzwerk-Controller von Nvidia unterstützt Fast Ethernet 10/100, aber kein Gigabit-LAN. Als Soundlösung dient der Onboard-Chip Realtek High Definition Audio.
Update 17.02.09: Firstway teilt uns mit, dass der PC, der über keine echte HDMI-Buchse verfügt, mit einem Adapter von DVI zu HDMI ausgeliefert wird.

PC Mark 05 Ergebnis
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Hinter einer recht unauffälligen Klappe an der Frontseite des Gehäuses verstecken sich 2 USB-Anschlüsse sowie ein Line-out und ein Mikrofonanschluss. Diese unscheinbare Klappe können Sie am kleinen grauen Pfeilchen in der rechten oberen Ecke erkennen. Auf der Rückseite finden Sie neben zwei PS/2-Buchsen für Tastatur und Maus auch 4 USB-Anschlüsse. Ein S-P/Dif-Ausgang fehlt ebenso wie Anschlüsse für ein Mehrkanal-Lautsprecherset. Die bereits erwähnte Grafikkarte hat einen VGA- und einen DVI-Ausgang.

Die Festplatte - zum Preis von 319 Euro allerdings ohne
Betriebssystem.
Vergrößern Die Festplatte - zum Preis von 319 Euro allerdings ohne Betriebssystem.
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Firstway liefert den PC zum Preis von 319 Euro ohne Betriebssystem aus. Wenn Sie keine ungenutzte Windows-Lizenz zuhause übrig haben, müssen Sie also entweder auf Linux ausweichen oder zusätzlich etwa 80 Euro für eine Windows-Lizenz investieren. Die Gerätetreiber für Windows legt der Hersteller aber auf einem Datenträger bei, ebenso die Nero Express 7, Cyberlink Power Producer und Power DVD 7. Für unsere Begutachtung des PCs hat Firstway auf dem Testgerät Windows XP Professional vorinstalliert und gleichzeitig darauf hingewiesen, dass dieses Betriebssystem nicht im Preis inbegriffen ist.

Die Grafikkarte
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Tempo: Für seinen Preis um 300 Euro (ohne Betriebssystem) erreicht der Firstway Indianapolis X2 7750 - HD4650 erstaunlich gute Benchmark-Werte: Mit 6296 Punkten im Benchmark PC Mark 05 bewegt er sich in der Region eines ausgewachsenen Multimedia-PCs. Nettop-Geräte mit Intel Atom Prozessor, die mit Betriebssystem ebenfalls um 300 Euro kosten, erreichen etwa 1500 PC-Mark-Punkte. Mit 4896 Punkten im Benchmark 3D Mark 06 erweist sich der PC ebenfalls als leistungsstarker PC seiner Preisklasse.

Für aufwändige 3D-Spiele reicht diese Leistung allerdings nicht aus, wofür wir dem Firstway Indianapolis X2 7750 - HD4650 aber auch keinen Vorwurf machen können: Ein ausgewachsener Spiele-PC kostet in der Regel das drei- bis vierfache. Die Leistung des Firstway-PCs ist dimensioniert für Büro-Aufgaben, das Surfen im Internet und die Nutzung von Multimedia-Inhalten wie Audio- und Videodateien in Lernsoftware, stellt aber auch Gelegenheits-Spieler zufrieden.

Ergonomie: Im Desktop-Betrieb verbraucht der Firstway Indianapolis X2 7750 - HD4650 bereits 95,3 Watt. Für die eher spartanische Hardware-Ausstattung ist dieser Wert recht hoch: Nettop-Geräte wie der Asus Eee Top ET1602 verbrauchen inklusive Display weniger als 40 Watt. Unter Volllast steigert sich der Stromverbrauch auf satte 175,1 Watt. Damit bewegt sich der Rechner schon auf die Region der Spiele-PCs zu, die unter Last ab 200 Watt verbrauchen.

Dasselbe trifft für die Lautstärkewerte zu: Mit 28,3 dB(A) im Desktop-Betrieb gehört der PC zwar nicht zu den Krachmachern, arbeitet aber praktisch schon genauso laut wie der wesentlich leistungshungrigere HE-Computer High End Cube Ultra mit 28,5 dB(A). Unter Last wird der Firstway Indianapolis X2 7750 - HD4650 aber nur unwesentlich lauter und erreicht einen Wert von 30,3 dB(A).

Firstway Indianapolis X2 7750 HD4650
Vergrößern Firstway Indianapolis X2 7750 HD4650
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Fazit: Für 319 Euro bietet Firstway mit dem Indianapolis X2 7750 - HD4650 eine erstaunlich gute Rechenleistung zum Schnäppchenpreis. Negativ zu Buche schlägt der vergleichsweise hohe Stromverbrauch und die gerade noch akzeptable Geräuschkulisse. Ein großes Manko für PC-Einsteiger stellt sicher das fehlende Betriebssystem dar. Sie können den Rechner auf der Firstway-Website zwar auch mit Betriebssystem bestellen, allerdings treibt das den Preis schnell in die Höhe - Windows Vista Home Premium etwa kostet knapp 100 Euro Aufpreis. Die Anschlussvielfalt ist in dieser Preisklasse okay. Leider hat sich der Hersteller eine richtige HDMI-Buchse gespart. Und die Audioausgabe ist nur in Stereo möglich, obwohl der integrierte Soundchip 8-Kanal-Raumklang unterstützt.

Alternativen: Der MSI Wind PC Nettop bietet zum Preis von 260 Euro zwar nur einen Bruchteil der Rechenleistung, arbeitet aber deutlich leiser und stromsparender. Der Xada Dual Core E5200 Geforce 9500GT kostet mit 319 Euro exakt dasselbe und kommt mit 6462 Punkten im Benchmark PC Mark 05 dem Firstway-PC schon gefährlich nahe.

Hardware-Galerie: Die PCs mit dem geringsten Stromverbrauch

Samstag, 14.02.2009 | 10:10 von Michael Schmelzle, Alexander Kuch
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