Videobearbeitung

Power Director 10 im Test

Mittwoch, 08.02.2012 | 08:30 von Matthias Ott
© Cyberlink
Mit dem Power Director 10 bietet Cyberlink eine Software für die komplette Videoproduktion an. Das Programm für Videoschnitt überzeugt vor allem durch seine Arbeitsgeschwindigkeit.
Power Director ist in Version 10 sowohl bei der Videobearbeitung als auch beim Rendering schneller geworden. Auch verglichen mit den Mitbewerbern liegt das Programm vorn: Im Test renderte Power Director 10 einen zweiminütigen Full-HD-Film in rund zwei Minuten. Ein Konkurrenzprodukt benötigte dafür fast sechs Minuten.

Optisch hat sich im Vergleich mit der Vorgängerversion nicht viel verändert. Neu auf der Programmoberfläche ist nur der 3D-Button unterhalb des Vorschaufensters, über den man dreidimensionale Effekte für eigene 3D-Filme wählen kann.

Handhabung: Nach dem Programmstart hat man die Wahl zwischen automatischem Videoschnitt mit dem Magic Movie Assistenten, manuellem Schnitt oder dem Erstellen einer Diashow. Der Schnitt-Assistent erledigt seine Aufgabe mehr als gut. Nach dem Import der Mediadaten analysiert er das Videomaterial. Selber muss man sich lediglich für eine der Vorlagen und eine Hintergrundmusik entscheiden – und erhält am Ende ein fertig geschnittenes Video samt Übergängen und Spezialeffekten.

Im Test benötigte der Assistent für die Analyse von 60 AVCHD-Dateien mit einer Dateigröße von 1,5 GB und einer Gesamtlänge von 15 Minuten etwa sieben Minuten. Ebenso lange dauerte der Export ins MP4-Format. Wer schon erfahren im Videoschnitt ist, kann mit der Zeitleiste (Timeline) arbeiten. Sie ist übersichtlich und erlaubt mit bis zu 100 Spuren für Video oder Audio sehr detailliertes und umfangreiches Bearbeiten.

Bevor man mit dem HD-Videoschnitt loslegen kann, braucht man eine bestehende Internetverbindung, um die H.264- und MPEG-2-Komponenten zu aktivieren. Bildgenaues Schneiden und Trimmen einzelner Clips ist für die Software kein Problem, allerdings ist die eigens für diesen Vorgang vorgesehene Oberfläche etwas gewöhnungsbedürftig. Alternativ kann man auch dafür die Timeline verwenden. Das bildgenaue Arbeiten ist dann aber nur mit dem Umweg über das Vorschaufenster möglich. Umfangreich ist das Angebot an Übergängen: 172 Blenden stehen zur Verfügung, davon sind mehr als 50 3D-fähig.

Dreidimensional: Mit Power Director 10 lassen sich jetzt auch 3D-Filmen erstellen. Das Programm importiert MVC-Dateien, Dual-AVI und Side-by-Side-Formate, die beispielsweise Kameras von Panasonic, Sony und JVC aufzeichnen können. Fertige 3D-Projekte lassen sich auf Blu-ray exportieren und mit 3D-fähigen Blu-ray-Geräten abspielen. Videos können per Knopfdruck auf Online-Plattformen wie Facebook und Youtube hochgeladen werden. Exporteinstellungen für Daily Motion oder Vimeo stehen ebenfalls zur Verfügung.

Fazit: Power Director 10 ist spürbar schneller geworden. Das gilt sowohl für den Import von Videomaterial als auch für das Bearbeiten und Exportieren der fertigen Clips.

Anbieter Cyberlink
Internet de.cyberlink.com
Voraussetzungen (Herstellerangaben)
Prozessor / Arbeitsspeicher Dual Core ab 2 GHz / min. 512 MB (3 GB empf.)
Plattenplatz 5 GB
Betriebssysteme Windows XP, Vista, 7
Kopierschutz verhindert Kopie auf Festplatte / DVD nein / nein
Ausstattung und Funktionen (50 %) Gewichtung Note
SD-Videos ladbar aus analoger Kamera / analoger TV-Karte / DV-Kamera / DVB-Karte / Video-DVD 3 % ja / ja / ja / ja / ja 1,00
HD-Videos ladbar aus HDV-Camcorder / AVCHD-Camcorder mit Festplatte / Pocket-HD-Camcorder / Blu-ray 3 % ja / ja / ja / ja 1,00
Ladbare Standard-Videodateiformate (Codec) 3 % DivX, DV, MPEG-1/2/4 (H.262, H.264, AVC) WMV, Quicktime, AVI, 3D-Formate (MVC, MKV), FLV, … 1,50
Ladbare HD-Videodateiformate (Codec) 3 % MPEG-1/2/4 (H.262, H.264, AVCHD) 2,00
Speicherbare Standard-Videodateiformate (Codec) 3 % MPEG-1/2/4 (H.262, H.264), WMV, Quicktime, MVC 1,50
Speicherbare HD-Videodateiformate (Codec) 3 % MPEG-2/4 (H.262, H.264/AVCHD), WMV(HD) 2,00
Wichtige Videobearbeitungsfunktionen 4 % ja 1,00
Anzahl der Filter / 3D-Blenden 3 % 135 / 55 1,00
Szenenmanipulation (Keyframe Editing) / Animationen / Hintergrundaustausch (Chroma Keying) / Bild im Bild 4 % ja / ja / ja / ja 1,00
Video-Arbeitsschritte rückgängig machen 5 % ja (100) 1,00
Qualität des Titelgenerators / Möglichkeiten zur Menügestaltung 2 % gut / gut 2,00
Ladbare Bildformate 1 % JPG, GIF, BMP, TIF, TGA, PNG, ORF, ... 1,00
Möglichkeiten zur Bildkorrektur vorhanden 1 % ja (viele) 1,00
Ladbare Audiodateiformate 3 % MP3, WMA, WAV, M4A 1,50
Wichtige Audiobearbeitungsfunktionen 2 % Störgeräusche entfernen 1,50
Bild und Ton trennen bei SD- / HD-Videos 2 % möglich / möglich 1,00
Ton von DVDs und Blu-ray-Discs speicherbar (Dateiformate) 1 % nicht möglich / nicht möglich 6,00
Effekte für Audiobearbeitung vorhanden 2 % ja (Magic Music) 1,50
Audio-Arbeitsschritte rückgängig machen 2 % ja (100) 1,00
Ausstattung und Funktionen Summe 50 % Zwischennote 1,39
Leistung und Zuverlässigkeit (35%) Gewichtung Note
Mehrere Dateien auf einmal einlesen 3 % ja 1,00
Automatische Szenenerkennung 5 % vorhanden 1,00
Speichern auf DV- / HDV- und AVCHD-Kamera 3 % ja / ja 1,00
Anzahl der Videospuren 4 % 100 1,00
Storyboard / Zeitleiste (Timeline) / automatischer Schnitt 4 % ja/ ja / ja 1,00
Bildgenau schneiden / trimmen 4 % möglich / möglich 1,00
Anzahl der Audiospuren 3 % 100 1,00
Einfügen von Hintergrundmusik bildgenau 4 % ja 1,00
Automatische Schnittmöglichkeit / Qualität 5 % ja / gut 1,50
Leistung und Zuverlässigkeit Summe 35 % Zwischennote 1,07
Bedienung und Dokumentation (15%) Gewichtung Note
Bedienelemente selbsterklärend / deutsch 5 % ja / ja 1,00
Handhabung (persönliche Meinung des Testers) 2 % gut 1,50
Kosten für Hilfe von einem Mitarbeiter 3 % Hotline 1,50
Hilfefunktion / gedruckte Bedienungsanleitung 3 % ja / vorhanden 1,00
Hilfe im Internet / Anleitung verfügbar / deutsch 2 % ja (Community)/ ja / ja 1,50
Bedienung und Dokumentation Summe 15 % Zwischennote 1,23
Testnote sehr gut 1,26
Preisurteil günstig
Preis (UVP des Herstellers) 89 Euro
Mittwoch, 08.02.2012 | 08:30 von Matthias Ott
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (1)
  • Leserfrage 00:50 | 10.02.2012

    Fragen zu Power Director 10

    Aus Ihrem Testbericht zur Software Power Director 10 entnehme ich, dass ich H.264 und MPEG2-Komponenten per Internet aktivieren muss, um HD-Schnitt durchführen zu können. Was bedeutet das ? 1. Muss ich dafür extra bezahlen ? 2. Brauche ich das, um die mit meiner Panasonic DMC-TZ7 aufgenommenen Videoclips im AVCHDLite-Format bearbeiten zu können ? Darüber hinaus möchte ich Sie folgendes fragen, was trotz ausgiebigen Stöberns auf der CyberLink-Seite nicht in Erfahrung zu bringen war (nicht gerade sehr geeignet, um neue Kunden zu gewinnen, zumindest nicht solche, die nach unbedarftem und von Ihrem doch irgendwie kritiklose Testbericht beeinflussten Erwerb der Software dann nicht in Foren um Nachbesserungen diskutieren und förmlich betteln müssen wollen). Weshalb ich Sie letztendlich bemühen muss. Es ist angedeutet, dass man mit PD 10 2D-Videos/Filme in das 3D-Format umwandeln kann, aber ich habe keine schlüssigen Hinweise entdecken können, welche 3D-Varianten möglich sind. 1. Kann ich meine Videos mit dieser Software in 3D-Videos umwandeln ? Wenn ja, in welche 3D-Formate ? Da ich nicht die Absicht habe, mir 3d-Technik mit Shutterbrillen zuzulegen, interessiert mich das v.a. Anaglyph- und das Polarice(?)-Verfahren. Ist letzteres identisch mit dem Kinoverfahren ? Mit dank im Voraus für Ihre Bemühungen um eine aussagekräftige Antwort auf meine Fragen und freundlichen Grüßen W.-D. H.

    Antwort schreiben
1308842